Reaktionen auf Nintendos Finanzergebnisse - Iwata kommentiert, verzichtet auf Gehalt

Von Tim Herrmann am 29. Januar 2014

Nintendos aktuelle Geschäftszahlen (wir berichteten) waren objektiv keine Katastrophe, lagen aber dennoch weit abseits dessen, was das Unternehmen sich für dieses Geschäftsjahr vorgenommen hatte. Die Geschäftsführung hat dafür nicht nur in den vergangenen Tagen heftige Kritik erfahren. Jetzt reagiert CEO Satoru Iwata auf die Bekanntgabe der aktuellen Zahlen und greift der morgigen Investorenkonferenz bereits ein wenig vor.

"Wii U ist in keiner guten Position", räumte der Manager ein. "Auf Basis dieser Feststellung ermitteln wir derzeit möglichen Reformbedarf". Iwata selbst will weiterhin nicht zurücktreten: "Ich beschäftige mich mehr damit, wie man Nintendo neu aufbauen kann, und nicht damit, was passiert, wenn es in Zukunft nicht klappt". Dennoch reagiert die Geschäftsleitung auch persönlich auf die aktuellen Ergebnisse: Satoru Iwata verzichtet auf 50 Prozent seines Managergehalts. Schon vor einigen Monaten, als es düster für den Nintendo 3DS aussah, halbierte Iwata sein Gehalt. Auch Shigeru Miyamoto als Teil des Führungsteams und andere Spitzenführungskräfte verzichteten auf 20 bis 30 Prozent ihres Gehalts.

Parallel kündigte Nintendo heute eine groß angelegte Kapitalherabsetzung an, die vor allem Investoren freuen dürfte. Da sie wegen mangelnder Gewinne aktuell und auf absehbare Zeit nicht mit satten Dividendenausschüttungen rechnen können, ist die Herabsetzung für sie eine Art Belohnung für ihre Investition ins Unternehmen. Bei einer Kapitalherabsetzung kauft Nintendo Aktien vom Markt zurück und steigert damit die Nachfrage. Dadurch steigt der Börsenkurs. Der Rückkauf ist auch deswegen nötig, weil die Aktien des verstorbenen Firmenpatriarchen Hiroshi Yamauchi wieder in den Markt geflossen sind. Der Aktienrückkauf kostet Nintendo umgerechnet etwa 880 Millionen Euro, einer der wichtigsten Gründe für den prognostizierten Verlust für das Gesamtgeschäftsjahr.

Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

22 Kommentare:


Belphegor
vor 7 Jahren | 0
Da alle Spitzenmanager und Führungspositionen einen variablen Anteil im Gehalt haben ist dies keine Überraschung und zeigt nur die Konsequenz auf. Zum Glück hält Big N aber an seinen Managern fest und feuert diese nicht sofort, wenn ein leises Lüftlein weht. Das ist wohl auch der größte Unterschied zwischen japanischen und amerikanischen Firmen. Hier gilt es Traditionen zu pflegen und nicht jedes Jahr mit dem Besen durch die Führungsetagen zu kehren.

Ein Manager der weiß das er auch in 3 Jahren noch an Bord ist, segelt das Schiff mit einer ganz anderen Ambition als ein Manager der befristet für 2 Jahre eingestellt wird und dessen Erfolg an kurzfristigen Veränderungen und dem Aktienpaket welches er bei Einstieg bekommen hat gemessen wird.

Blacksierra
vor 7 Jahren | 0
ja gebe Belphegor recht dies Fire + Hire + Goldenen Handschlag ist nix womit man langfristig gut fährt - aber wir sind ja auch Europäer also quasi Kommunisten :-)
Das mit dem Aktienrückkauf ist interessant und schön für Verschwörungstheoretiker ... falls Nintendo tatsächlich soviel Cash hat, wie ich hier und da mal aufgeschnappt habe, müssen Sie ernsthaft aufpassen, dass nicht so ein Finanzjongleur daher kommt und das ganze Unternehmen auf Pump kauft um es dann zu filetieren ...

gast
vor 7 Jahren | 0
Immerhin haben sie noch Ehre. Doch zu Zeiten von Tokugawa wäre Sepukku der Einzige Ausweg gewesen!

nintendoLinux
vor 7 Jahren | 0
880 Millionen Euro für einen aktienrückkauf :(
hätten sie mal lieber in spiele gesteckt, dann wäre der kurs weitaus höher

Chris
vor 7 Jahren | 0
@WiiUX Iwatas Gehalt wurde nicht dauerhaft um 50% gekürzt, sondern nach aktuellem Stand nur für einige Monate.

Torben
vor 7 Jahren | 0
In Amerika wären unzählige Mitarbeiter entlassen worden. @ Blacksierra Nintendo hat natürlich seine Finanzabteilung, die jeden Schritt vor und zurück durch kalkulieren. Dieses Mal werden sie aber ihre Zahlen weiter unten ansetzen also lieber weniger verkaufte WiiUs anpeilen und dann mit einem + rechnen.
Über den Aktienmarkt weiß ich nicht so recht Bescheid, daher hoff ich und weiß ich, dass Nintendo schon weiß, was sie tun.

Belphegor
vor 7 Jahren | 0
Hab grad mit meiner Freundin über den Aktienrückkauf gesprochen. Sie ist Fondsmanagerin und sagte direkt das dies ein Schritt ist, um wieder mehr Macht zurück zu erhalten und weniger von den Investoren abhängig zu sein. Das können nur sehr gesunde Unternehmen in den Dimensionen machen. Wir reden hier von knapp 1 Mrd. Dollar!

Die Aktie ist auch direkt mal um knapp 7 % gestiegen!

gast
vor 7 Jahren | 0
Du könntest Pachter glatt ersetzen!

Torben
vor 7 Jahren | 0
@ gast Wen meinst du? Können ja mal auseinanderfriemeln was das heißt. Also Nintendo ist eine Aktiengesellschaft bzw. eine Co. Lmtd. Nintendo besteht aus 100 % Aktien. Jeder der Aktien hat, hat Anteile von Nintendo. Mit dem Anstieg der Aktien bekommen die Aktionäre ihren Anteil. Nintendo selbst hat Aktien, die Investoren haben Aktien und natürlich sind noch frei verfügbare Aktien mit einem Preis von XX €. Wenn Nintendo die Aktien selbst einkauft, dann schwinden die freien Aktien auf dem Markt, d. h. so könnte die Nachfrage gesteigert werden und vll den Preis der Aktien ansteigen lassen. Aber wie das halt so ist gibt es den Unterschied zwischen Papier und Realität.

Blacksierra
vor 7 Jahren | 0
und der strategische Vorteil ist, daß Aktien die das Unternehmen von sich selber hat, kann niemand anderes haben, hat natürlich den Pferdefuss, das AGs sich nicht selbst gehören sollen und der Vorstand quasi sich selbst kontrolliert ... kann aber sein, daß das in Japan etwas lockerer gesehen wird (ähnlich wie in Deutschland ;-) ) ... ich weiss allerdings nicht ob das jetzt tatsächlich Aktien mit Stimmrecht oder so ein "Vorzugs" gedöns ist ...

gast
vor 7 Jahren | 0
@Torben

Ich kann dich beruhigen, du bist nicht gemeint! :-)

Falco
vor 7 Jahren | 0
Chapeau!
Auch wenn dies eine sehr feine Aktion der Führungsebene ist, muss man leider auch sagen, dass sie mehr oder weniger dafür verantwortlich sind und es daher auch selbstverständlich sein sollte, dass sie die Konsequenzen tragen. Sowas sieht man aber leider viel zu selten. Stattdessen sind oft viele kleine Mitarbeiter betroffen.
Wenn Nintendo richtig durchstartet mit MK8, dann wird die Aktie auch sicher steigen, also profitieren sie in naher Zukunft von dem Kauf ^^

Toon-Link
vor 7 Jahren | 0
Diese ganzen Manager kriegen doch eh zuviel Geld in den Hintern geschoben! Die sollten das Gehalt dauerhaft gekürzt bekommen. Auch wenn es trotzdem schön ist, dass es einer freiwillig macht...

@gast:

Wow! Schön, dass du auch wieder schreibst, ich finde deine Kommentare immer wieder amüsant. ;)
Ein bisschen Aufheizen der "Diskussion" hier, ein bisschen Anstacheln (um nicht den überstrapazierten Begriff "trollen" zu verwenden)da. Mit dir wird es wahrlich nicht langweilig. :D

Zudem ist mir positiv aufgefallen, dass du damit angefangen hast Leute zu duzen. Macht die Atmosphäre gleich viel heimeliger. :)

gast
vor 7 Jahren | 0
@Toon-Link

"Ein bisschen Aufheizen..."? "trollen"?
Tja ich kann nichts dafür das die Wahrheit manchen weh tut.

Ersetze bitte das Wort "trollen" mit "Aufklärung". Das hört sich schöner an und beschreibt mein Handeln am besten. :-)

Auch freut es mich, dass ich dein Initialreiz mit meinen Kommentaren befriedigen kann.

Da dass geistige Durchschnittsalter ziemlich gering, in diesem Forum, zu werten ist, habe ich mich dazu durchgerungen, der Masse gegenüber ein wenig Assimilation walten zu lassen.

Blacksierra
vor 7 Jahren | 0
**** Facepalm ****

Belphegor
vor 7 Jahren | 0
@Gast: also den Vergleich zwischen mir als Privatmann, der sich rudimentär mit Aktien und Börse beschäftigt und somit nur grundlegende Zusammenhänge erkennt und wiedergibt und einem Michael Pachter der hochdotierter Analyst ist und das Hauptberuflich macht, ist schon sehr naiv. Zumal ein Analyst immer über die Zukunft spricht. Der hätte diesen Schritt eher voraussehen und den Investoren den Tipp zum kaufen der Aktien geben müssen. Irgendwie gabs den Tipp aber in den letzten Tagen nicht.

Ich persönlich glaube einfach das Nintendo wieder mehr Kontrolle in den eigenen Konzern bringen und weniger auf die Entscheidungen der Investoren hören möchte bzw. mit höheren Eigenanteilen das Risikio von großen Kursschwankungen durch Verkäufe von Großinvestoren minimieren möchte. Wie gesagt: eine gesunde Firma kann dies machen da so ein Schritt viel Geld kostet. Und mit viel Geld meine ich so scheiß viel Geld das wir uns diese Summe kaum physikalisch vorstellen können. Stell Dir 900.000.000 1 € Münzen vor die in deinem Bett liegen. Ich kann nicht abschätzen wie hoch der Berg ist!

Zum Durchschnittsalter: das glaube ich wiederum nicht. Im Gegenteil. Ich glaube der Großteil der aktiv angemeldeten User auf der Seite ist Ü25 oder sogar Ü30. Liegt einfach daran das etliche User zu Game Cube Zeiten anscheinend in ihrer vollen Zockerblüte standen. Ich mit meinen 31 (fast 32) Jahren ja auch!

blither
vor 7 Jahren | 0
Wow, Belphegor, mit viel Ruhe und Sachlichkeit gegen einen fast beleidigenden Kommentar, HUT AB! Das wünsche ich Nintendo auch. Die Fehler kann man nicht wegdiskutieren, aber wichtig ist, man daraus lernt und jetzt die richtigen Entscheidungen trifft.

JoWe
vor 7 Jahren | 0
"Ersetze bitte das Wort "trollen" mit "Aufklärung". Das hört sich schöner an und beschreibt mein Handeln am besten"
- > Entweder habe ich was falsch verstanden, oder meine Definition von Aufklärung differiert fundamental.
"Immerhin haben sie noch Ehre. Doch zu Zeiten von Tokugawa wäre Sepukku der Einzige Ausweg gewesen!"
"Du könntest Pachter glatt ersetzen!"
"Da dass geistige Durchschnittsalter ziemlich gering, in diesem Forum, zu werten ist (...)"
-> In den Kommentaren lese ich nur von einem User Sätze, die auf ein niedriges geistiges Niveau schließen lassen, verpackt in hochtrabende Formulierungen.
In diesem Fall Schade, dass das Tokugawa-Shogunat Vergangenheit ist.

Im Fall von Nintendo finde ich das ganz positiv und freue mich in diesem Punkt über Iwatas Führungsstil.

gast
vor 7 Jahren | 0
Ach! Hallo Herr "Japanologe".

"Immerhin haben sie noch Ehre. Doch zu Zeiten von Tokugawa wäre Seppuku der Einzige Ausweg gewesen!"

Ich bitte vielmals um Entschuldigung, wenn Sie sich durch meine fanatische Haltung und die altmodische Ausdrucksweisen, inspiriert aus Zeiten des Shogunats, irritiert fühlen.
Doch insgeheim weiß ich, dass dieser Satz noch heute aktuelles Gedankengut von Völker, die in einer sogenannten "Demokratie" Leben, darstellt. Aber Schafe gibt es natürlich auch.

""Ersetze bitte das Wort "trollen" mit "Aufklärung". Das hört sich schöner an und beschreibt mein Handeln am besten"

Von Ironie verstehen Sie scheinbar nicht viel, oder?

" In den Kommentaren lese ich nur von einem User Sätze, die auf ein niedriges geistiges Niveau schließen lassen, verpackt in hochtrabende Formulierungen."

Minderheiten wurden schon zu Anbeginn der Zeit abgewertet. Die großen Dichter und Künstler dieser (damaligen) Welt, können ein Lied davon singen.

gast
vor 7 Jahren | 0
"In diesem Fall Schade, dass das Tokugawa-Shogunat Vergangenheit ist."

Ja das Gleiche finde ich auch. Besonders versetzt mich die Tatsache, dass die Kunstwerke der Schmiedemeister an den Wänden als Dekoration hängen und elendig dahin rosten, anstatt sie zu nutzen, um den Müll dieser Welt zu entsorgen.

JoWe
vor 7 Jahren | 0
Hallo Herr "Oberjapanologe".
"Ich bitte vielmals um Entschuldigung, wenn Sie sich durch meine fanatische Haltung (...) irritiert fühlen."
-> kein Problem, Fanatismus erklärt so einiges ... ich befürchtete schon Extemismus bei den Worten "Sepuku" und der Trauer über die ungenutzten Scmiedeerzeugnisse ;-)

"Von Ironie verstehen Sie scheinbar nicht viel, oder?" Nein, in diesem Fall ist mir die entgangen, sorry. Ich war "noch" beim Zynismus ...

"Minderheiten wurden schon zu Anbeginn der Zeit abgewertet. Die großen Dichter und Künstler dieser (damaligen) Welt, können ein Lied davon singen. " - > Oh, ich bin auf Ihre Werke gespannt ;-). Ihre Texte sind jedenfalls erfischend.

"Besonders versetzt mich die Tatsache, dass die Kunstwerke der Schmiedemeister an den Wänden als Dekoration hängen und elendig dahin rosten, anstatt sie zu nutzen, um den Müll dieser Welt zu entsorgen." -> sehr schöner Satz, allerdings mit dem leichten Hang -wie oben beschrieben - zum Extremen.

Herr Gast, es war mir wieder eine Ehre mit Ihnen zu parlieren. Gerne wieder auf ein Wort. Vielleicht finden wir ja mal ein Thema, bei dem wir d'accord gehen, anstatt uns zu duellieren ... Auf Bald

gast
vor 7 Jahren | 0
Die Ehre ist ganz meinerseits.