Iwata über die Zielgruppenproblematik auf Wii - Wii U soll Vielspieler ansprechen

Von Marcel Garling am 02. Mai 2012

Beteuerungen und Einsichtserklärungen hatte man aus dem Mund von Nintendo-Präsident Satoru Iwata in letzter Zeit ziemlich häufig vernommen. Sei es nun die Online-Infrastruktur, der Drittherstellersupport oder die Präsentation des neuen Konsolen-Flaggschiffs Wii U, in all diesen Punkten schlug das Firmenoberhaupt einen selbstkritischen Ton an und gelobte Besserungen für die Zukunft. Erneuten Anlass für solche Gedanken gab vor einigen Tagen die Investorkonferenz Nintendos, auf der man sich in einer Frage-und-Antwort-Runde mit den Geldgebern ausgetauscht hatte. In diesem sogenannten "Q&A" ging Iwata auch auf eine Problematik ein, die sich dem Unternehmen seit dem Start von Wii bereitete: Die Vor- und Nachteile der neuen Zielgruppenpolitik.

Iwata gestand, dass die Bestrebungen einer Zielgruppenerweiterung durch Titel wie Wii Fit dazu geführt hätten, dass die Gruppe der Vielspieler eine Vernachlässigung durchlief. Als Konsequenz daraus hätten sich die Spieler auf Wii nicht länger heimisch gefühlt und der Konsole den Rücken zugekehrt, selbst als dann entsprechende Titel erschienen. Iwata erklärte weiterhin, dass es sehr schwierig sei, Kunden zurückzugewinnen, die sich einmal abgewendet haben. Da es Nintendo allerdings nicht schaffte, die neu gewonnene Klientel in Vielspieler mit regelmäßigem Spielekonsum umzuwandeln, konnte man das Profitniveau nicht zufriedenstellend erhalten.

Der Firmenpräsident leitete aus diesen Erläuterungen seine Strategie für die Zukunft ab, die er auf dem 3DS mit Titeln wie Super Mario 3D Land oder Kid Icraus: Uprising schon gedeihen sah. Man möchte sich bei der Entwicklung von Spielen künftig zunächst auf den Aspekt der Spieltiefe konzentrieren, bevor man sich Gedanken um die Reichweite der Titel macht. Letztendlich sollen die Kunden aber in beiden Bereichen, Spieltiefe und Reichweite, gleichermaßen zufriedengestellt werden. Auch mit Wii U wird diese Politik verfolgt werden, um letztendlich die Anzahl an Spielen pro Konsolenbesitzer zu erhöhen und einen verlässlichen Markt zu schaffen.

Den Willen zur Veränderung kann man bei Nintendo schon seit einiger Zeit beobachten, und diese Kommentare des Firmenoberhaupts scheinen zu bestätigen, dass sich die Wii-Spielergemeinschaft auf eine rosige Zukunft in der nächsten Konsolengeneration einstellen kann, zumindest wenn es um hauseigene Titel geht. Ob man sich mit Wii U wirklich aus dem selbst geschaffenen Abseits in den Augen vieler Spieler befreien kann, muss die Zukunft zeigen. Momentan verpassen lediglich die Gerüchte zur Technik der Konsole dem Ganzen einen Dämpfer.

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3 Kommentare:


Lord Onion
vor 9 Jahren | 0
Nintendo hat es verpasst, eine Onlineplattform und eine Communityoberfläche zu schaffen. Oder besser gesagt haben sie es ignoriert. Nintendo ist stur wie ein alter Ochse. Schon immer gewesen.
Frag mich, wann die mal etwas flexibler werden...


N - Gamer
vor 9 Jahren | 0
boar Nintendo macht sich endlich Gedanken ^^

I am so Happy :D



Go Nintendo!! ^^

Kastenbrot
vor 9 Jahren | 0
So ist es mir ergangen - vor 2 Jahren wand ich Nintendo den Rücken zu. Ich verkaufte meine komplette Sammlung an Nintendospielen und -konsolen und widmete mich der Konkurrenz zu. Nun, im Nachhinein war das ohne Frage ein großer Fehler, den ich auch stark bereue.
Ich kann jedoch sagen, dass ich mich zu der Zeit stark von Nintendo enttäuscht war, da für mich einfach die falschen Titel auf den Markt kamen; nachdem ich mein Zeug verkauft hatte kamen auch wieder bessere Spiele. Wie auch schon Lord Onion sagt, die Onlinemöglichkeiten sind nicht ausreichend. Auch ist es dringend nötig, dass gekaufte Spiele nicht an die Konsole sondern an einen Account gebunden werden.
Ich hoffe sehr, dass Nintendo diese Vorsätze wahr machen wird.