Ubisoft-Pressekonferenz von der E3 2012

Von Lars Peterke am 05. Juni 2012

Wir berichteten euch bereits über die Pressekonferenz von EA, die zwar interessantes Gameplay-Material zu ihren Titeln im Petto hatten, jedoch nirgendwo ein Wii U-Logo aufkleben wollten. Diese Fragen wird man wohl erst auf Nintendos Konferenz beantworten. Bei Ubisoft sah es hingegen etwas anders aus. Bereits im Vorfeld hieß es, man wolle auch Titel für die Wii U vorstellen.

Und Ubisoft hielt Wort. Direkt zu Beginn der Pressekonferenz wurde zu verschiedenen Songs getanzt, die natürlich Teil von Just Dance 4 sein werden, welches zur Weihnachtssaison für Wii U kommen soll. Für die Publikumsanimation sorgte Rapper Flo Rida, während die Moderatorin allen Anwesenden mit ihrem Organ die Nerven raubte. Es gab sogar einen Co-Host im „Backstage“.

Anschließend gab es einen ersten Einblick in Far Cry 3. Es wurde ein LOST-inspirierter Einspieler, gefolgt von grafisch aufregendem Ingame-Material gezeigt. Darin waren unter Anderem neue Spielmechaniken für die Kämpfe zu sehen. Auch in Sachen Storytelling wurde eine Schippe draufgelegt. Über Zielplattformen wurde nichts Spezifisches gesagt und man ging direkt zum zweiten Titel über: Splinter Cell Blacklist. Da man jedoch bereits auf der Pressekonferenz von Microsoft Szenen aus dem Spiel zum Besten gab, war dieser Part nicht unbedingt sonderlich aufregend für die Anwesenden.

Der dritte gezeigte Titel war Avengers: Battle for Earth in Form eines kurzen Trailers, erfreulicherweise gefolgt vom Logo der Wii U. Dies sollte auch die direkte Überleitung zum Exklusivtitel Rayman Legends sein. Es gibt einen zusätzlichen Charakter in diesem Spiel, der auf den Namen Murphy hört. Er wird mit dem Touchscreen des Wii U-GamePads gesteuert. Auf der Wii U wird man mit bis zu 5 Spielern gleichzeitig spielen können. Rayman Legends überzeugte mit toller Grafik und schien entgegen der letzten Meldungen schon recht weit fortgeschritten zu sein. Im Rahmen der Gameplay-Demo wurde das Wii U-GamePad für allerlei Spielereien benutzt. So wurde ein Level mit rythmischen Musikansätzen gespielt, bei dem passendes Tippen auf dem Touchscreen für Bonuspunkte sorgte. An anderer Stelle musste das GamePad gedreht werden, um Plattformen zu rotieren. Großer Applaus ertönte zu Recht aus dem Publikum! Und das Beste: Rayman Legends wurde als Launchtitel bestätigt!

Man blieb bei der Wii U und zeigte einen weiteren Exklusivtitel: ZombiU. Ein großartiger Trailer zeigte hochgradig blutige Standbilder, in denen Gliedmaßen und Köpfe gepflegt abgetrennt wurden. Der Titel spielt in London nach dem Ausbruch einer Zombie-Epidemie. Dies dürfte dann auch das Zombie-Video aus der gestrigen Episode von Nintendo Direct erklären. Eine kleine Anekdote am Rande: "Zombi" ist der Titel eines PC-Adventures, welches 1986 der erste Ubisoft-Titel überhaupt war. Es folgte ein Showcase-Trailer für Wii U, in dem zusätzlich zu den bereits bekannten Spielen Szenen aus Rabbids Land, Your Shape – Fitness Evolved und Sports Connection gezeigt wurden. All diese Titel sollen im Launchfenster der Wii U erscheinen.

Im Anschluss wendete man sich dem vermeintlich größten Titel aus Ubisofts kommendem Lineup zu: Assassin’s Creed 3. Hauptsache Dubstep in den Trailer packen und dann ab dafür! „HOLY CRAP!“ klang es da aus dem Mund der übereifrigen Moderatorin. Anschließend wurde eine ausgedehnte Gameplay-Demo auf der PS3 vorgeführt. Danach konzentrierte man sich auf den „Next Step in eSports“: Shootmania Storm. Um diesen Titel wirksam zu promoten, lies man ihn von weiblichen CounterStrike-Champs und ein paar Herren vorspielen. Wie aufregend man das finden mag, fragt man besser einen eSports-Experten. Augenscheinlich hatte die gezeigte Demo noch einiges an Feintuning nötig und offenbar gehörte es zur Showplanung, dass die Moderatoren an dieser Stelle mit eifrigem Kommentieren des Matches Euphorie im Saal versprühen sollten.

Am Schluss betrat Yves Guillemont die Bühne, um ein weiteres Projekt vorzustellen: Watch_Dogs. Ein Trailer skizzierte eine Welt, die stark vom Film „Stirb Langsam 4.0“ inspiriert ist: ein Computervirus kompromittiert ein Betriebssystem mit dem Titel ctOS, das zur Steuerung kompletter Infrastrukturen genutzt wird. Anschließend wurde das Spiel selbst gespielt. Es bot eine beeindruckende Grafik mit tollen Wettereffekten und hochdetaillierten Gesichtsanimationen und eine sehr von GTA inspirierte Minimap, die auf ein Open-World-Setting hindeutet. Die Grafik stellte dabei alles, was bisher auf irgendwelchen Konsolen zu sehen war, deutlich in den Schatten.

Im Verlaufe der Spielvorstellung konnte man die Kernidee des Gameplays beobachten: Der Spieler hat ctOS mit seinem Smartphone unter Kontrolle und kann dadurch die komplette Infrastruktur der Spielwelt beeinflussen. So lassen sich Bildschirme abschalten oder Ampeln fernsteuern, um Autounfälle zu provozieren. Am Ende der Demo lies sich erahnen, dass mehrere Spielfiguren untereinander interagieren. Ob dies Multiplayerfunktionen sind oder der Spieler zwischen verschiedenen Figuren wechselt, ließ man offen, ebenso wie eine genaue Plattformangabe. Mit diesen Impressionen endete Ubisofts Pressekonferenz.

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