Hands-On: Ninja Gaiden 3: Razor's Edge

Von Marcel Garling am 30. Juni 2012

Heute ist mal wieder ein heißer Tag in der Wüste. Die Luft flimmert - ein Phänomen, ausgelöst durch die brennende Hitze der gleißenden Sonne, die so erbarmungslos und menschenfeindlich ist wie die ganze Gegend. Der Wind würde jedem normalen Passanten den Sand in die Augen treiben, wenn es denn welchen gäbe. Doch die Ruine ist verlassen. Kein Geräusch und keine Seele weit und breit, die den verlassenen Mauern gefährlich werden könnten, jenen Relikten aus längst vergangenen Zeiten des Reichtums und des Prunks. Nun ja, zumindest war es so, bis vor fünf Minuten. Denn soeben hat Ryu die Bildfläche betreten.

Ein Ninja kommt selten allein...
... denn wo Ryu ist, da sind schon bald auch feindliche Ninja-Schergen, die sich mit ihm anlegen wollen. Und das bedeutet akrobatisch höchst anspruchsvolle Splatter-Action, die einem das Blut der Feinde regelrecht um die Ohren haut. Dass schwarze Tarnanzüge in der Wüste nicht unbedingt die beste Wahl sind? Egal. Dass sich der Hauptcharakter zwar mit Waffen vollgeladen, aber nicht an eine Flasche Wasser gedacht hat? Auch egal. Hier wird draufgehauen und -geschossen, was das Zeug hält. Für unseren Hands-on-Test bedeutete das vor allem: Button Mashing! Denn nach mehreren vergeblichen Anläufen hat es sich tatsächlich als die sicherste Strategie herausgestellt, den Wii U Pro-Controller einfach genügend zu malträtieren. So konnte man dann aus der 3rd-Person-Perspektive erleben, wie Körperteile abgetrennt, Schmerzensschreie verursacht und Ninja in Bodenverzierungen verwandelt wurden, alles durch die Hand und das Schwert des Hauptcharakters. Mit den beiden linken Schultertasten ließ sich auch der Bogen bedienen, mit dem auch die weiter entfernten Gegner sicher zu erledigen waren. Und das war sie eigentlich auch schon, die Demo zu Ninja Gaiden 3: Razor's Edge.



Soweit recht eintönig, soweit recht linear, soweit recht brutal: Unser kurzer Testeindruck deckt sich mit der ziemlich verhaltenen Meinung, die sich in Krikiterkreisen zum dritten Teil der Ninja-Saga bereits gebildet hat. Wenn das, was in der Demo gespielt werden konnte, der Hauptinhalt des Spiels war (und das war er offenbar), stellt sich die Frage, wann es dann anfängt zu langweilen. Denn auch wenn sich die Schauplätze und Gegnertypen vielleicht noch ändern: Das Prinzip "Gegnerhorde plätten, weitergehen, Gegnerhorde plätten" scheint hier doch vor allen Dingen ermüdend zu sein.

Wie sind die Neuerungen?

"Razor's Edge", dieser Zusatztitel im Namen der Wii U-Version von Ninja Gaiden ist nicht nur Dekoration: Er verspricht steuerungstechnische Optimierungen, Zusatzinhalte, ein besseres Spielerlebnis. Dazu werden in dieser Version alle DLCs integriert sein, verbesserte KI wird ebenso versprochen wie neue Umgebungen, Gegnertypen und Waffen. Man kann das Spiel sowohl mit dem Pro-Controller als auch mit dem GamePad spielen, wobei der Touchscreen die Möglichkeit bietet, mit dem Finger wie im Inventar schnell die Waffen zu wechseln oder bestimmte (noch nicht verfügbare) Modi zu aktivieren. Praktisch: Die Kombo-Listen für Spezialangriffe sind nun direkt auf dem Screen verfügbar. Man muss das Spiel also nicht mehr pausieren, um sie zu sehen. Zusätzlich hat es noch ein anderes Feature, welches man aus früheren Ninja Gaiden-Teilen kennt, nach einer Abstinenz im dritten Teil wieder hineingeschafft: Wii U-Besitzer dürfen die Menschen in Einzelteile zerstückeln inklusive Enthauptungen. Ein guter Deal, oder?



Fazit:
Wenn sich das Spiel letztendlich so präsentiert wie in der von uns angezockten Demo, dann ist es vor allem relevant für Splatter-Fans. Intelligente Motivationssysteme zum Weiterspielen waren leider nicht zu sehen und der Kampf artete in minutenlanges wildes Controllersmashing aus. Grafisch war der Titel richtig nett anzusehen, man konnte die Atmosphäre einer heißen Wüste gut umsetzen, stimmungsvolle Wind- und Sonneneffekte trugen ihren Teil dazu bei. Über Xbox360/PS3-Niveau kommt das Gesehene aber nicht hinaus. Wer mit Ninja Gaiden 3 sowieso schon immer geliebäugelt hat, der kommt mit dieser Version bestimmt auf seine Kosten. Alle anderen sollten besser auf die finalen Reviews warten.

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