Assassin's Creed 3 (gamescom 2012)

Von Kamil Witecy am 20. August 2012

In Assassin's Creed 3 wird Spielern die Möglichkeit geboten, die historischen Geschehnisse des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs mit dem fiktiven Protagonisten Rathonhaketon neu zu erleben, der sich selbst schlicht und einfach Connor nennt. Während sein Vater ein britischer Kolonialist ist, stammt seine Mutter vom Stamm der Mohawk ab und ist eine Indianerin. Der kulturelle Konflikt ist also sehr schnell geklärt. Eingebettet in dieser Ausgangslage nimmt Conner an der uralten Auseinandersetzung zwischen Templern und Assassinen teil und reist dabei durch ein offenes Grenzland, chaotische Kolonialstädte und über die gnadenlosen und blutigen Schlachtfelder, auf denen die Armee von George Washington gegen die Britische Armee kämpft. Aber auch die Grundgeschichte rund um Desmond, den Charakter in der Gegenwart, soll nicht vernachlässigt und weiter erzählt werden.


Auf der diesjährigen gamescom hatten wir bei Ubisoft die Gelegenheit, hinter verschlossenen Türen einen ersten Blick auf die Wii U-Version von Assassin's Creed 3 zu werfen. Gegenstand der ca. 15-minütigen Präsentation und einer anschließenden Fragerunde mit einem der Entwickler war ein Gefecht auf hoher See. Diese Seeschlachten sollen eine ganz neue spielerische Komponente in die zuletzt etwas anstaubende Assassin's Creed-Reihe bringen und ca. 10% des Spiels ausmachen, das insgesamt einen Umfang von etwa 25-30 Spielstunden für das erstmalige Durchspielen verspricht. In der Vorführung übernahm der Spieler in Gestalt der Hauptfigur Connor das Kriegsschiff „Aquila", das auf hoher See bei stürmischem Wetter gemeinsam mit zwei weiteren Begleitschiffen gegen mehrere angreifende Kanonenboote kämpfte. Insbesondere das dynamische Wettersystem auf dem Meer soll für den Spieler zu einer großen Herausforderung werden, da er immer wieder mit plötzlichen Witterungswechseln und sich hochschaukelnden Wellen konfrontiert wird, auf die es sich erst einmal einzustellen gilt.

Ein Kapitän muss viele Entscheidungen treffen
Im klassischen Kapitänsgewand gekleidet, steht ihr mit Connor voller Entschlossenheit am Steuerrad und müsst nicht nur das Schiff navigieren, sondern gleichzeitig auch die gesamte Besatzung koordinieren. Als Kapitän seid ihr nämlich dafür verantwortlich, Richtung und Geschwindigkeit der „Aquila“ zu bestimmen, passende Munition auszuwählen und euren treuen Mannen Feuerbefehle zur richtigen Zeit zu erteilen, um die gegnerischen Schiffe aufs Korn zu nehmen. Dementsprechend gestaltete sich auch die Aufgabe der Demo recht eindeutig - alle gegnerischen Schiffe sollten möglichst schnell versenkt werden.


Dazu standen insgesamt vier verschiedene Munitionstypen zur Verfügung. Die klassische Kanonenkugel diente als Standardmunition und soll laut den Entwicklern die mit Abstand präziseste von allen Munitionsvarianten sein. Der so genannte „Grapeshot” verhält sich hingegen ähnlich wie das Schrot in einer Flinte: Die Kanone wird von eurer Crew gleich mit mehreren Kugel gleichzeitig beladen, sodass beim Abfeuern ein unpräziser, aber dafür durchschlagskräftiger Streuschuss entsteht. Entscheidet man sich für den „Chain Shot”, werden die Schiffskanonen mit zwei Kugeln beladen, die durch eine Stahlkette miteinander verbunden sind, sodass sie sich bestens eignen, um die Masten feindlicher Schiffe zu fällen. Last, but noch least kann sich Conner auch für den flammenden „Heat Shot” entscheiden. Brennende Kanonenkugeln praaeln hier auf die Gegner hernieder und richten heftigen Schaden an.



Packende Inszenierung und grandiose Wassereffekte
In all diesen Feuergefechten wusste die grafische Inszenierung des Titels stets zu gefallen. Eure Crew auf dem Schiff belädt fleißig die Kanonen, der gesamte Horizont wird von dunklen Rauchschwaden eingenommen und brennende Wracks spiegeln den kompromisslosen Kampf um Leben und Tod wider. Ein besonderes Lob gebührt auch den dynamischen Wettereffekten und insbesondere der sehr hohen Qualität der Wasserdarstellung. Das virtuelle Nass wird mit realistischem Wellengang, feinen Reflexionen und sogar Schaumkronen dargestellt, darüber hinaus wurden sogar die Einschläge der zahlreichen Kanonengeschosse wirklich sehr gut visualisiert. Hauptverantwortlich für die realistische Darstellung des Wassers soll die neu in die AnvilNext-Engine integrierte „Ozean-Simulation“ sein. Doch auch abseits des Pixelnass konnten die detailliert gestalteten Charaktermodelle, die fein ausgearbeiteten Schiffsmodelle sowie die zahlreichen Explosionseffekte überzeugen. Und da bei der Präsentation sowohl die Wii U- als auch die PS3-Version gezeigt wurden, sei an dieser Stelle noch einmal endgültig klargestellt, dass Assassin's Creed 3 auf der neuen Nintendo-Konsole mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar einen Ticken besser als auf Sonys Plattform aussieht. Abseits der Grafik soll die Wii U-Version von einer dauerhaft eingeblendeten Karte, einem schnellen und einfachen Waffenwechselsystem via Touchscreen und noch einigen weiteren Gameplay-Features profitieren, die Ubisoft in den nächsten Monaten etwas ausführlicher präsentieren möchte.

 
Die Demo endete schließlich mit einer besonders pompös inszenierten Szene. Kurz bevor in Connor die Hoffnung erwacht, alle generischen Kanonenboote den Erdboden (bzw. der Wasseroberfläche) endgültig gleich gemacht zu haben, taucht aus dem dichten Nebel plötzlich ein gewaltiges Kampfschiff auf, das dem Assassinen und seinem Schiff ordentlich zusetzt und die meisten Kanonen der „Aquila“ außer Gefecht setzt. Doch statt einen Rückzug ernsthaft in Betracht zu ziehen, nimmt Connor direkten Kurs auf das Schiff des Feindes, zum Entern entschlossen. Nach einem gewaltigen Zusammenprall hechtet Conner gekonnt auf das gerammte Schiff, um einem Teil der dortigen Besatzung im Nahkampf den Garaus zu machen. Mit einem lässigen Pistolenschuss aus der Hüfte trifft er das das Sprengstofflager des Kampfschiffes, sodass dieses in seine hölzernen Einzelteile zerrissen wird, während sich der junge Assassine in letzter Sekunde auf sein eigenes Schiff rettet und von seiner Crew gefeiert wird.

Fazit:
Auch wenn uns mit dieser Präsentation nur ein kleiner Ausschnitt der WiiU-Version von Assassin's Creed 3 gezeigt wurde, so lässt sich zumindest schon einmal festhalten, dass sich nun auch Nintendo-Spieler auf ein echtes Assassin's Creed ohne irgendwelche Abstriche freuen dürfen. Die neuen Seeschlachten sind spektakulär in Szene gesetzt, spielen sich dynamisch und stellen eine gelungene und willkommene Abwechslung innerhalb der Serie dar. Gepaart mit dem neuen und frischeren Spielsetting, das zu Zeiten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges spielt, sowie dem allseits bekannten Schleich- und Meuchel-Gameplay hat Assassin's Creed 3 definitiv das Zeug dazu, um der beste Teil der Serie zu werden. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt und freuen uns auf diesen Launchtitel aus dem Hause Ubisoft.

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