Hands-On: The Legend of Zelda - The Wind Waker HD

Von Kamil Witecy am 23. Juni 2013

In diesem Jahr ist Nintendo auf der E3 eigene Wege gegangen: Statt wie die Konkurrenz auf eine prunkvolle Pressekonferenz mit einer großen Show zu setzen, hat Nintendos Firmenpräsident Satoru Iwata sämtliche Spieleneuigkeiten in einer neuen Nintendo Direct-Ausgabe präsentiert. Auf dem E3-Showfloor selbst spulte man jedoch das gewohnte Programm ab, sodass sich das Messepublikum in Los Angeles auf Nintendos komplettes Wii U- und 3DS-Spielelineup freuen durfte.

Wir von WiiUX.de waren leider nicht vor Ort, dafür konnten wir am vergangenen Mittwoch auf Nintendos Post-E3-Event in Frankfurt mit leichter Verspätung selbst einen Blick auf das kommende Spiele-Portfolio werfen. In gewohnt lockerer Atmosphäre, guter Stimmung und bei leckerem Essen trotzten wir zusammen mit netten Kollegen den knallharten 35 Grad Ortstemperatur, um in Nintendos immerhin sehr gut klimatisierte Hallen zu gelangen. Wer sich also schon die ganze Zeit gefragt hat, wie sich The Legend of Zelda - The Wind Waker HD nun wirklich spielt – und was bislang über den Hoffnungsträger bekannt ist – darf sich nun auf unsere Eindrücke und Infos freuen.

Was wir bisher wissen:
The Legend of Zelda – The Wind Waker HD war eines der bemerkenswertesten Spiele der GameCube-Ära. 2003 auf den Markt gekommen, zog es zunächst vor allem wegen seines außergewöhnlichen Cel-Shading-Comicstils alle Blicke auf sich. Mit einem treuen Boot bereist Link in diesem epischen Abenteuer den Ozean und rettet nicht nur seine Schwester, sondern auch Prinzessinnen und Piraten vor dem Bösen. Während das zeitlos-brillante Design der Rätselverliese und der Spielwelt unverändert erhalten bleibt, hat Nintendo vor allem Veränderungen an der Grafik vorgenommen: Zwar bleibt es grundsätzlich beim Cel-Shading, die Modelle sind nun aber detaillierter ausgefeilt und werden mit dynamischen Licht- und Schatteneffekten in High Definition inszeniert. Darüber hinaus bietet Nintendo eine Verknüpfung mit dem Miiverse über Flaschenpost an, beschleunigt die langen Seereisen mit einem neuen Item und ändert das Tempo im letzten Spieldrittel, das von Fans und den Entwicklern selbst nicht selten kritisiert wurde. Extra-Dungeons oder andere neue Inhalte sind nicht geplant.



Und wie spielt es sich?
Im Grunde spielt sich Nintendos HD-Version ganz genauso brillant wie das GameCube-Original, die spielerischen bzw. steuerungstechnischen Detailveränderungen sind gering und beschränken sich im Grunde auf eine stärkere Einbindung des GamePads. So ist es nun nicht mehr nötig, das aktuelle Spielgeschehen zu pausieren, um im Menü nach Ausrüstungsgegenständen zu suchen und sie zu aktivieren. Stattdessen lassen sich sämtliche Gegenstände und Items bequem und schnell über den Touchscreen auswählen, um sie dann den entsprechenden Aktionstasten zuzuordnen. Rüstet ihr Link zudem mit dem Bogen aus, könnt ihr nun (optional) die Richtung via Bewegungen des GamePads justieren, während ihr Link zeitgleich weiter mit dem Control-Stick bewegen könnt. Auch Links musikalischer Taktstock, der in The Wind Waker eine große Rolle spielt, wird nun über eine intuitive Touchscreen-Bedienung eingesetzt. Ansonsten bleibt weitgehend alles beim Alten, sodass Link beispielsweise weiterhin automatisch über bevorstehende Abgründe springt und ihr ihn gewohnt gut über den Control-Stick im Griff habt, um euch dem epischen Abenteuer und den traumhaften Segelturns zu widmen.

Grafisch erstrahlt The Legend of Wind Waker HD im neuen Glanz. Obwohl der GameCube-Version nicht zu Unrecht ein zeitloser Look nachgesagt wird, profitiert Links Abenteuer dennoch enorm von der größeren Hardware-Power der Wii U. Die höhere Auflösung, die knackig scharfen Texturen und die enorme Weitsicht können absolut begeistern. Zudem ist Nintendo doch näher am Stil des Originals geblieben, als man es nach den ersten veröffentlichten Screenshots wohl erwarten konnte. Wir finden das gut.



Burkhart meint: „Ach, wozu denn ein Remake, das vor allem die Optik aufbessert? Das Original ist doch immer noch wunderschön anzuschauen.“ Mit diesen Gedanken ging ich die Demo an, doch Nintendo hatte tief im Lager gekramt und neben der Wii U noch einen GameCube-Aufsteller mitsamt Röhrenfernseher und dem Originalspiel aufgebaut. Nicht falsch verstehen, das Original ist immer noch eine kleine Augenweide, aber im Vergleich merkt man dann doch, wie verklärt so manche Erinnerung ist, und wie gräuslich so manche zehn Jahre alte Bodentextur aussieht. Das brillante Spiel bleibt indes praktisch unangetastet, was einerseits einer vergebenen Chance gleichkommt, aber auf der anderen Seite bereits jetzt garantiert, dass uns ein Segeltörn der Extraklasse erwartet.

Kamil meint: Für mich persönlich gehört The Legend of Zelda: Wind Waker weit nach oben in die Liste der besten bisher erschienenen Zelda-Titel, insofern habe ich mich über Nintendos Ankündigung sehr gefreut. Nach den ersten abgefilmten Gameplay-Szenen von der E3 war ich aber grafisch zugegebenermaßen etwas enttäuscht – das hat sich nun aber geändert! In natura wirkt der Titel wirklich fantastisch mit seinen knackigen Texturen, dem knalligen Blau des Wassers und dem traumhaften Strand-Feeling, ohne dabei den Stil der GameCube-Version zu verleugnen. Und auch wenn der Titel spielerisch kaum überarbeitet wurde – ich freue mich schon auf den Oktober!

Mark meint: Als Nintendo im Januar ein HD-Remake des ersten GameCube-Zeldas mitsamt einigen Screenshots ankündigte, war mein erster Gedanke, dass gerade The Wind Waker ein HD-Remake doch am wenigsten nötig hat. Auch nach den ersten Spielszenen änderte sich dieser Gedanke nicht. Erst durch den direkten Vergleich mit der GameCube-Version, den Nintendo uns in Frankfurt gegeben hat, wurde klar, wie viel sich beim Remake im Vergleich zum 10 Jahre alten Original doch getan hat. Zwar bietet die GameCube-Version auch heute noch eine zeitlose Optik; mit neuen Licht- und Schatteneffekten, schärferen Texturen und detaillierteren Charaktermodellen veleiht Nintendo dem Remake aber einen neuen Glanz, der sich sehen lassen kann und erneut in die bunte Welt einlädt.

Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.