Hands-On: Captain Toad: Treasure Tracker

Von Kamil Witecy am 20. Juni 2014

Wer bisher davon überzeugt war, dass der zumeist im Schatten seines älteren Bruders stehende Luigi bereits einen schweren Stand im Pilzkönigreich inne hat, der hat sich wohl noch nie mit der Vita von Toad auseinandergesetzt. In so gut wie jedem Super Mario-Spiel hat der unscheinbare Pilz einen kurzen Gastauftritt, bei dem er jedoch oftmals zum persönlichen Cheerleader von Mario degradiert wird; für das große Rampenlicht hat es indes nie gereicht. Einen echten Lichtblick für seine Karriere gab es jedoch als im letzten Jahr Super Mario 3D World für Wii U erschien, in dem Toad zum „Captain“ befördert erstmals eigene Wege bestreiten durfte. In einigen gesonderten Rätsel-Abschnitten machte sich der gemütliche Captain Toad im Auftrag von Mario auf die Suche nach glitzernden Sternen und musste dazu einige knifflige Geschicklichkeitspassagen meistern.

Und das offenbar mit großem Erfolg: Exakt dieses Spielprinzip greift Nintendos Hauptstudio Nintendo EAD in Captain Toad: Treasure Tracker wieder auf und macht daraus ein eigenständiges Videospiel. Toad bekommt somit erstmalig eine Hauptrolle und darf sich alleine auf die Suche nach schillernden Schätzen machen. Dabei ist Toad jedoch genau wie im Mini-Spiel aus Super Mario 3D World in seiner Dynamik recht eingeschränkt: Da der Pilzmann über keinerlei Waffen oder sonstige Verteidigung verfügt und zudem nicht springen kann, muss jeder seiner Schritte gut überlegt sein. Dazu bewegt ihr euch zumeist zu Fuß durch die bunten Level und erkundet kleine, in sich abgeschlossene Rätsel-Areale. Ziel eurer Mission ist es dabei jeweils, an den dutzenden von Hindernissen und Gegnern unbeschadet vorbeizukommen und am Ende einen obligatorischen Stern einzusammeln.


Auf dem Weg dahin sollten zudem so viele Münzen und Juwelen wie möglich eingetütet werden, um keines der zahlreichen Geheimnisse zu verpassen. Dazu könnt ihr mithilfe des Wii U GamePads die Kamera um das Level herumbewegen und so die Perspektive nach Belieben verändern, was euch dabei hilft, versteckte Pfade zu entdecken. Das regelmäßige Spiel mit der Kamera ist somit von elementarer Bedeutung, schließlich sind die einzelnen Areale oftmals äußerst verwinkelt und mit gemeinen Fallen gespickt.

In der in Frankfurt bereitgestellten Demo-Version konnten wir insgesamt vier unterschiedliche Level anspielen. Während das erste Level noch sehr der Aufmachung aus Super Mario 3D World ähnelte, unterschieden sich die anderen Level deutlich und boten eine Menge Abwechslung. Neben einem schön inszenierten Loren-Level, bei dem man jedoch im Grunde nur schießen und sich umsehen konnte, überraschte vor allem ein Level mit steigendem Lavastand und großem Bossgegner, bei dem ihr mit Toad geschickt an Höhe gewinnen und euch mit Hilfe von Barrikaden vor Angriffen des Gegners schützen musstet. Das letzte gezeigte Level brachte uns in ein Buu Huu-Geisterhaus, in dem es durch Einsatz des Stylus und geschicktes Bewegen von Hausteilen immer wieder neue Wege zu suchen galt, um am Ende den Stern zu erreichen.



Michael Prammer meint:
Nach dem Anspielen der ersten vier Demo-Level von Captain Toad: Treasure Tracker war ich absolut positiv überrascht, schließlich hat der Titel im Rahmen der Ankündigung auf der E3 eher wie ein DLC zu Super Mario 3D World bzw. ein kleiner Download-Titel gewirkt. Doch weit gefehlt: Die Level wirken durchdacht, abwechslungsreich und es erfordert einiges an geistiger Anstrengung, um ans Ziel zu gelangen. Dabei steuert sich das Spiel exakt wie die Parts in Super Mario 3D World, während optisch sogar noch eine Schippe obendrauf gelegt wurde. Wenn das fertige Spiel eine angemessene Fülle an solch cleveren Level bietet und zusätzlich wie in der Demo für die nötige Abwechslung gesorgt wird, kommt ein wirklich feines Spiel auf uns zu, das sich ideal für die Punktejagd für Zwischendurch eignet.

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5 Kommentare:


Krugigi
vor 7 Jahren | 0
Das gute an solchen Rätselspielen ist ja, dass man sich über den Schwierigkeitsgrad keine Sorgen machen muss. Ich habe noch nie solch ein Spiel erlebt, was bis zum Ende einfach ist (3D World lässt grüßen^^) Wenn der Umfang stimmt, bezahle ich auch gerne den Vollpreis.

La_Pulga
vor 7 Jahren | 0
Ich fand das Konzept in 3D World ganz nett, aber ob ich mir ein ganzes Spiel dazu holen würde ist fraglich. Zum Vollpreis wohl eher nicht.

Cap10
vor 7 Jahren | 0
Und ich weiß eigentlich schon, dass ich nicht viel mehr von dem Spiel sehen muss. Wird mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit gekauft ;-)

Baer
vor 7 Jahren | 0
Die Überraschung auf der E3 ;)

Belphegor
vor 7 Jahren | 0
Wie Baer sagt: Eine DER Überraschungen der E3 und für mich ein Day One Pflichtkauf. Toads erstes Stand Alone Spiel. Das ist somit auch eine Premiere. Hell Yeah!