Pre-Review: Super Smash Bros. für Wii U

Von Stefan Finke am 19. November 2014

Da wir in der uns vorliegenden finalen Fassung bisher noch keinen Zugriff auf die Onlinefunktionen von Super Smash Bros. für Wii U hatten, wollen wir für den Titel noch keine endgültige Endwertung vergeben. Sobald dies möglich ist, werden wir das finale WiiUX-Review samt Wertung veröffentlichen.

Was für eine Zeit, in der wir leben! Selbstverständlich wurde Sakurai wieder einmal beordert, den wilden All-Stars-Klopper Super Smash Bros. für die Wii U zu entwickeln. So selbstverständlich, dass es 2011 das erste angekündigte Spiel für Wii U war. Doch erst 2013 durften wir das erste Mal unsere Augen auf das Antlitz von Sakurais neuem Baby richten. Angefangen hat der damalige Trailer mit einem kleinen Teaser über den Bewohner aus Animal Crossing, der den Anfang einer Reihe von spektakulären Newcomern bildete, die im Roster des neuen Smash Bros. ihre Premiere feiern. Während die Ankündigung von Mega Man die Gamer in quietschende Fangirls verwandelte, wusste Sakurai mittlerweile, wie er die Smash-Fans auf Trab hält. Ein Beispiel dafür ist sicherlich Ridley aus der Metroid-Serie, der von vielen Fans als neuer Smash-Charakter verlangt wurde. Wohl als Reaktion darauf veröffentlichte Sakurai ein Bild mit dem Schatten des geflügelten Piraten-Kommandanten, der Anlass dafür war, dass sich Fans an Spekulationen und wilden Theorien abarbeiteten. Und überhaupt gab es viel zu spekulieren: Pseudo-Palutenas, Mewtu-ähnliche Silhouetten und vermeintlich gestrichene Verwandlungscharaktere wie Shiek und Zero Suit Samus; Sakurai erlaubte sich hier und dort gerne einen Spaß. Er selbst hatte es jedoch auch nicht immer leicht, durch eine Armverletzung war er für die meiste Zeit der Entwicklung eingeschränkt. Er berichtete gar, wie er häufig 40 Stunden am Stück arbeitete, nur um dann kurz für vier Stunden Schlaf nach Hause zu fahren. Eine raue und harte Zeit für den Director von Super Smash Bros. für 3DS und Wii U. Am Ende halten wir nun aber sein Werk in unseren Händen und entscheiden für uns selbst, ob ihm diese Arbeit gelungen ist oder ob das Spiel schlechter abschneidet als seine erfolgreichen Vorgänger. Und wie könnten wir dies besser tun, als uns die besten Kumpanen zu schnappen und diese zu vermöbeln. Settle it in Smash!

Genre: Party-Prügel-Heckmeck-Extravaganza-Allstars-Action-Game

"Ich weiß nicht so recht, ob ich mit Super Smash Bros. etwas anfangen kann, ich mochte diese Fighting-Games eigentlich noch nie". Der durchschnittliche Nintendo-Fan hat hierauf aber eine gescheite Antwort parat und verweist darauf, dass Super Smash Bros. sich von klassischen Fighting-Games wie Street Fighter grundlegend unterscheidet. ES ist seit jeher ein wuseliger Partyklopper und ein unheimlicher Multiplayerspaß. Und in der Tat spielt sich Super Smash Bros. anders, denn anstatt die Lebensbalken eurer Kontrahenten niederzukloppen, füllt sich eine Prozentzahl am unteren Bildschirmrand. Hat diese ein hohes Niveau erreicht, werdet ihr bei Treffern weiter weggeschleudert. Wenn ihr es dann nicht mehr zurück auf die Stage schafft und im Abgrund landet, punktet der Gegner. Dass euch dabei allerlei Schikanen und Gegenstände um die Ohren fliegen, kommt noch erschwerend hinzu. Zum Glück ist jedoch die Steuerung simpel und für jedermann leicht zu lernen. Ihr könnt mit den meisten Charakteren auf Knopfdruck bis zu zweimal nacheinander springen und führt normale Attacken mit dem A-Knopf aus. Wer den Control-Stick etwas zügiger in eine Richtung bewegt und dazu den A-Knopf drückt, der führt eine starke Smashattacke aus, die insbesondere Gegner mit einer hohen Prozentanzeige weit wegschleudern kann.

Aber Vorsicht! Starke Attacken brauchen ein wenig mehr Zeit, um ausgeführt zu werden. Seid ihr zu langsam und verfehlt euer Ziel, hagelt es schonmal schnell einen Gegentreffer. Mit dem B-Knopf könnt ihr hingegen Spezialattacken ausführen, die sich von Charakter zu Charakter stark unterscheiden. So schmeißt Mario seine feurigen Feuerbälle, Yoshi wirft sein Ei und Kirby frisst euch gleich komplett auf und kopiert eure Fähigkeit. Mit den Schultertasten könnt ihr blocken und greifen. Besonders das Greifen hat Potential für tolle Kombos, da ihr den Gegner in eine gewünschte Richtung werfen und dann zielgerichtet attackieren könnt. Wer blockt und dabei in eine Richtung schwingt, führt eine Ausweichrolle aus. Super Smash Bros. gibt euch simple, leicht zu lernende Werkzeuge in die Hand, die ihr aber dennoch erst nach vielen Spielstunden perfekt zu meistern wisst.


Auch wenn das Spiel nicht "Mario Fight" heißt, fehlt dem Spiel wahrlich nicht die rote Mütze. Mario zeigt sich als Ikone des Nintendo-Universums und eröffnet die fröhliche Smasherei mit dem ersten Schlag. Aber neben Mario präsentiert sich in diesem Prügler ein wahres Who-is-who von Charakteren, die aus den verschiedensten Serien stammen, die Nintendo seit seiner Gründung hervorgebracht hat. Ob nun Link, Samus, Pikachu, Kirby oder Yoshi, kein Name ist wirklich unbekannt. Und die Liste geht weiter und weiter und will nahezu kein Ende nehmen. Dieses Mal stehen euch satte 40 Charaktere von Anfang an zur Verfügung und erlauben es euch, gleich so richtig loszulegen. Insbesondere die Anzahl der neuen Charaktere kann sich wirklich sehen lassen. Little Mac aus Punch-Out beweist sein phänomenales Geschick als Boxer, was ihn zum Terror am Boden macht, aber ihn in der Luft zum lauen Lüftchen verkommen lässt. Gut, dass auch die Wii Fit Trainerin mit am Start ist, die ihm sicherlich einige nützliche Yoga-Übungen beibringen kann. Der Bewohner aus Animal Crossing lässt hingegen Bäume wachsen, sammelt Gegenstände ein und jagt seine Kontrahenten mit dem gnadenlosen Insektennetz. Robin aus Fire Emblem Awakening verlässt sich immerzu auf sein Levin-Sword, sollten ihm die Magiebücher einmal ausgehen, und Bowser Jr. versucht seinen Papa überglücklich zu machen, wenn er mit seinem Clownkart Mario über den Haufen fährt. Nahezu jeder Spieler soll hier mit einem Charakter bedient werden, der einem entspricht und Spaß macht. Und auch an Kampfarenen mangelt es dem Spiel nicht. Mit einem breiten Spektrum an Videospielserien bekommt ihr hier die unterschiedlichsten Stages geboten. Viele sind neu, aber auch einige Stages aus den Vorgängern haben es wieder ins Spiel geschafft. Doch diesmal gibt es eine kleine Neuerung: Jede Stage ist nun auch als Omega-Variante anwählbar. Diese Variante verwandelt jede Stage in eine zentrale ebene Plattform, die sich prima für intensive Duelle eignet.

Neu und einzigartig im neuen Super Smash Bros. ist jedoch die Möglichkeit, den Charakteren alternative Spezialmoves zu geben und sie mit bis zu drei Ausrüstungsgegenständen zu bestücken, die Kraft, Verteidigung und Schnelligkeit beeinflussen und zusätzliche Bonuseffekte bewirken. Ob nun passive Heilung, stärkere Smashes oder schnelleres Landen, gerade bei den Bonuseffekten könnt ihr euch verrückte und starke Kombinationen zusammenschrauben. Alternative Spezialmoves und Ausrüstung müsst ihr euch aber erst in den zahlreichen Modi erspielen, ehe ihr euch euren Traumkämpfer zusammenbasteln könnt. Und wer schon immer mal sich selbst (oder Reggie Fils-Aimé) im Prügler sehen wollte, bekommt nun die Möglichkeit dazu. Mii-Figuren können nun ebenfalls am Kampfgeschehen teilnehmen. Drei verschiedene Mii-Kämpfer bilden dabei die Basis. Mii-Boxer kämpft mit seinen Fäusten, Mii-Schütze hat ähnlich wie Samus einen Kanonenarm und mit dem Mii-Schwertkämpfer schneidet ihr euch mit eurem Schwert durch die Gegner. Anschließend könnt ihr auch den Mii mit Spezialmoves und Ausrüstung bestücken und ihm ein zweiteiliges Outfit verpassen, das ebenfalls erst in anderen Modi erspielt werden will. Somit habt ihr eine ordentliche Motivation, das Spiel abermals zu spielen und eine möglichst komplette Datenbank an Spezialmoves und Ausrüstung zu besitzen.

Aus Eins mach Zwei, aus Vier mach Acht!

Eines vorweg: Der große Storymodus "Der Subraum-Emissär" aus Super Smash Bros. Brawl ist nicht mehr vorhanden, es gibt auch kein neues Pendant. Die klassische Story wurde gnadenlos gestrichen. Und das kürzt den Umfang für den Einzelspieler schon erheblich. Zudem war der Subraum-Emissär mit schön gerenderten Cutscenes ausgeschmückt, die sich sicherlich in HD noch netter gemacht hätten. Aber da liegt womöglich auch der Haken. Mit der Entwicklung von zwei verschiedenen Konsolenversionen hätte ein voller Storymodus mit qualitativ hochwertigen HD-Renderings die Arbeitskapazität wohl gesprengt.

Nichtsdestotrotz verbleiben so einige spaßige Singleplayermodi, die nur so mit Belohnungen gefüllt sind. Im Klassisch-Modus werden verschiedene Kämpfe aneinandergereiht, die ihr selbst über ein Spielbrett anwählt. Doch bevor ihr euch auf die Gegner stürzt, müsst ihr spekulieren. Denn dieses Mal könnt ihr den Schwierigkeitsgrad nicht frei anwählen, sondern müsst eine gewisse Summe an Gold auf euren Sieg setzen, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Wie gut könnt ihr euch einschätzen? Geht ihr aufs Ganze und verliert am Ende euren Zaster? Oder geht ihr all-in für maximalen Gewinn? Auf dem Spielbrett befindet sich auch ein Rivale, der pro Runde stärker wird. Fordert ihr ihn früh heraus, habt ihr womöglich leichtes Spiel, aber dann ist er auch weniger wert. Vor jedem Kampf entscheidet ein Roulette über Zusatzbelohnungen. Trophäen, Custommoves oder auch Münzen, die ihr an verschiedenen Stellen im Spiel ausgeben könnt. Im All-Star-Modus tretet ihr nacheinander gegen alle bisher freigespielten Charaktere an, habt aber nur ein Leben und einige wenige Heilgegenstände. Spieler sollten also gut mit ihren Leben haushalten - oder sie müssen sterben, ehe der Modus beendet ist. Beide Modi könnt ihr nun auch im Koop mit einer zweiten Person spielen.


Ein weiterer Modus ist Spezialaufträge. Hier könnt ihr Tickets gegen Bares eintauschen und auf einen Gewinn spekulieren. Die Tickets von der Master-Hand kosten eine feste Summe, stellen eine feste Aufgabe und machen eine Ansage, wie der Spieler siegen muss, um den Preis zu gewinnen. Die Crazy-Hand Tickets sind da schon kniffliger. Ihr müsst einen Startbetrag bezahlen und nach jeder bestandenen Aufgabe entscheiden, weiterzumachen oder die Crazy-Hand herauszufordern, um dann fette Gewinne nach Hause tragen zu dürfen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, sonst lacht sich die Hand hinterher ins Fäustchen.

Im Stadion könnt ihr euer Geschick in verschiedenen Minispielen messen. Im Home-Run-Contest versucht ihr wie schon in den Vorgängern einem Sandsack so viele Prozente wie möglich zuzufügen, ehe ihr ihn dann kurz vor Ablauf der Zeit mit einem Baseballschläger in die Ferne knüppelt. In Target-Blast hat Nintendo sich wohl ein wenig Angry Birds-Fieber eingefangen. Hier sollen Spieler auf eine Bombe einprügeln, um sie dann anschließend in ein Feld voller Zielscheiben zu befördern. Wer gut zielt und weitere Bomben trifft, kann große Kettenreaktionen auslösen und punkten. Multi-Man-Smash stellt seine Spieler unterdessen vielen und manchmal besonders schweren Miis entgegen. Das Schöne: All diese Stadion-Modi können nun auch im Multiplayer gespielt werden, wo ihr nacheinander antretet und um die beste Punktzahl kämpft.

In „Missionen“ könnt ihr euch durch eine Reihe von Herausforderungen kämpfen, die ganz spezifische Bedingungen an euch stellen. Ist eine Mission bestanden, können anliegende Missionen angewählt werden. Und so öffnet sich langsam eine große Karte aus verschiedenen Missionen. Wieder einmal gibt es eine ganze Reihe von Missionen, die zwei Spieler gleichzeitig angehen können: spaßiger Multiplayer also in einem vermeintlichen Singleplayermodus. Während ihr spielt, könnt ihr zudem immerzu Meilensteine erreichen, die euch mit dicken Belohnungen den Tag versüßen. Viele der Meilensteine sind einfach zu erreichen, manche erfordern aber viel Arbeit, Fleiß und Fertigkeit. Wenn ein gewisser Meilenstein besonders nervt, hilft einer der vielen goldenen Hammer dabei, um diesen einfach frech zu erreichen. Bis ihr alle Meilensteine erreicht habt, wird einige Zeit vergehen. Perfektionisten werden daran ihre helle Freude haben. Und wer eine Kostprobe von den Spielen älterer Generationen haben möchte, der findet unter Meisterstücke einige Demos zum anzocken.

Keine Frage, Super Smash Bros. trumpft selbstverständlich als Multiplayer-Spiel auf und legt weniger Fokus auf Singleplayer-Erfahrungen. Umso bereichernder ist es, dass die Singleplayer-Modi in dieser Iteration so viele Koop- und Mulitplayeroptionen spendiert bekommen haben. Aber die wohl großartigste Steigerung in diesem Spiel ist der 8-Spieler-Modus. In bis zu vier Teams könnt ihr die Spieler in diesem Modus einteilen und damit lustige Teamkämpfe ausleben. Einige Stages wurden dazu eigens für 8-Spieler-Smash entwickelt. Andere gibt es hingegen in mehreren Varianten, während wieder andere sich sowieso schon prima für solche Massenschlachten eigneten. Die meisten Stages stehen aber nicht für 8-Spieler-Smash zur Verfügung, weil sie schlichtweg nicht dafür geeignet sind. Habt ihr euch dennoch für einen Schauplatz entschieden könnt ihr mit acht Spielern gleichzeitig so richtig Spaß haben, auch wenn der Modus gerade beim ersten Spielen für sehr viel Chaos und Orientierungslosigkeit sorgen kann. Da aufgrund der vielen Kämpfer die Kamera auf den meisten Stages weit herauszoomt und alle Charaktere zufällig platziert werden, ist es hin und wieder gar nicht so leicht den eigenen Kämpfer auf Anhieb zu finden. Und wenn dann auch noch acht Captain Falcons ihre Männlichkeit gleichzeitig zur Schau stellen, dann ist wahrlich nichts mehr sicher. Ein richtiges Taktieren ist in diesem Modus dann kaum mehr möglich, da die Gegner nun aus allen Richtungen angreifen und man nicht alle Kämpfer gleichzeitig im Auge behalten kann. So wird das Spielgeschehen viel unvorhersehbarer und ein spaßiges Chaos entsteht, das wohl in der kompetitiven Szene eher für weniger Zuspruch sorgen wird, aber den generellen Mehrspielerpart von Super Smash Bros. insgesamt sinnvoll erweitert.


Mit dem 8-Spieler-Smash zeigt Nintendo erstmals die Danger Zones, ein neues Konzept. Vor allem in unterirdischen Stages kommen sie vor. Berührt die Spielfigur sie, erfährt sie heftigen Schaden; und bei über 100% sogar ein ganzes Leben. Seid also auf der Hut. Wer das will, kann sich auch selbst kreativ austoben und auf den Stage-Builder zurückgreifen. Hier können Spieler über das Gamepad eigene Stages bauen. Mit dem Stylus können sie eigene Stageformen einzeichnen und diese dann mit Danger Zones und anderen Objekten bestücken. Während das freie Zeichnen absolute Freiheit lässt, ist die Anzahl der Objekte, die ihr in der Welt platzieren könnt, diesmal aber eingeschränkt. Nichtsdestotrotz ist der Stagebuilder perfekt, um sich lustige Stages zu bauen, die vielleicht das klein wenig Extra-Chaos für eure 8-Spieler Partien bereithält!

Um den Partyspaß zu vollenden, bietet die Wii U-Version exklusiv die sogenannte Smash Tour an. Hier können bis zu vier Spieler mitspielen, jeder startet mit zwei Kämpfern. Alle Spieler werden auf einem Spielbrett platziert und rollen jeweils gleichzeitig um die Anzahl der Felder, die sie in der nächsten Runde laufen dürfen. Wer den Weg klug plant und so viele Powerups und zusätzliche Kämpfer wie möglich einsammelt, kann die Auseinandersetzungen erfolgreich beenden. Außerdem können Gegenstände sowohl auf dem Spielbrett als auch in den Kämpfen aushelfen. Im Finalkampf nehmt ihr dann alle gesammelten Kämpfer zusammen und prügelt um den Sieg. Ein wirklich kurzweiliger und spaßiger Modus. Insbesondere auch deswegen, weil hier jeder Spieler mit eher zufälligen Charakteren spielt, was den heißen Wettkampf zusätzlich würzt.

Im Onlinemodus von Super Smash Bros. könnt ihr zusammen mit anderen Spieler auf der Welt spielen. Ihr könnt euch mit Freunden über die Nintendo Network-ID verbinden oder mit unbekannten Spielern in 4-Spieler-Matches und Teams spielen. Der 8-Spieler-Modus ist online leider nicht verfügbar, würde aber wohl auch so manche Internetverbindung überfordern. Interessant: Im Hart-auf-Hart-Modus wird ohne Items und ausschließlich auf den Omega-Versionen der Stages gespielt, was den Spielregeln der kompetitiven Szene nachempfunden ist. Hier finden hartgesottene Spieler, die sich in einem Duell rein auf ihre Fähigkeiten verlassen wollen, eine Heimat. Glücklicherweise hat Nintendo ebenfalls ein Ranking implementiert, sodass häufig Gegner eines Niveaus aufeinander treffen. Manchmal kommt es dennoch vor, dass ein Gegner komplett übermächtig oder vollständig unterlegen ist. Es ist ebenfalls möglich, Turniere zu erstellen. Spieler der 3DS-Version können weder lokal noch online mit Spielern der Wii U-Fassung spielen, da sich die Versionen inhaltlich zu sehr unterscheiden. Die Plattformen bleiben also unter sich. Habt ihr jedoch einen eigenen Kämpfer auf der 3DS Version erstellt, so könnt ihr diesen auf eure Wii U-Version herüberladen.

I choose you, Gamecube-Controller!

Mit bis zu acht Spielern gleichzeitig an einer Konsole gilt es nun, jedes Händepaar mit einem genehmen Controller zu versorgen. Neben dem Wii U GamePad stehen allerlei Alternativen zur Verfügung. Wie schon in Super Smash Bros. Brawl bieten sich Wii-Remote (+Nunchuk) und Classic Controller an. Die Wii-Fernbedienung allein ist allerdings unhandlich und muss auf eine unangenehme Buttonverteilung ausweichen. Auch in der Anzahl an Knöpfen hat sie weniger zu bieten. Das schadet der Spielerfahrung. Wii-Remote und Nunchuck bilden die praktischere Kombination. Insbesondere der B-Knopf ist angenehmer zu erreichen und man kann mehr Buttons nutzen. Wem dies immer noch ein wenig zu komisch ist, der kann auch einfach einen Classic Controller nutzen. Oder noch besser: den Wii U Pro Controller. Er liegt besser in der Hand, aber vielleicht haben einige Spieler schon die 3DS-Variante des Spiels kennengelernt und sich wunderbar eingespielt. Über das Hauptmenü könnt ihr den Nintendo 3DS ebenfalls als Controller verwenden, was problemlos funktioniert.

Ein großes Comeback feiert aber auch der GameCube-Controller. Dank des GameCube-Adapters, der zusammen mit Super Smash Bros. für Wii U erscheint, könnt ihr den Titel nun wieder mit dem GameCube-Controller spielen. Insbesondere Veteranen, die Super Smash Bros. bereits zur Melee-Zeit gespielt hatten, applaudieren. Nicht zufällig, denn der GameCube-Controller liegt wirklich gut in der Hand und eignet sich wunderbar für die bunte Klopperei. Nicht zu verachten ist auch der gelbe C-Stick. Denn weder Wii-Remote oder Nunchuk und 3DS haben einen zweiten Analogstick. Der zweite Analogstick oder auch C-Stick lässt euch Smash-Attacken sofort ausführen; diese Methode ist ein wenig schneller als die Eingabe über Richtungstaste und A-Knopf. Nintendo bietet hier eine gigantische Hardware-Kompatibilität. Jeder wird eine Steuerungsmöglichkeit finden, die ihm oder ihr liegt.


Der Controller ist aber nicht das einzige Plastik, das die Smashpartien unterstützt. Pünktlich zu Smash Bros. veröffentlicht Nintendo seine amiibo-Figuren, die über den NFC-Sensor im Wii U-GamePad mit dem Spiel kommunizieren. Jede Figur verfügt über einen solchen NFC-Speicherchip und kann ein paar Informationen speichern. Mit den Release von Super Smash Bros. für Wii U werden viele, wenn auch nicht alle Kämpfer als amiibo erhältlich sein. Wenn ihr erstmals das amiibo-Menü aufruft und euren kleinen Plastikhelden an das NFC-Feld haltet, dann könnt ihr ihm einen eigenen Namen geben, eine Farbenvariante einstellen und ihn mit Spezialmoves und Ausrüstung ausstatten. Diese Informationen werden wieder im amiibo gespeichert. Gleich danach können eure amiibos in Smash-Partien mitkämpfen. Die Figur fängt mit Level 1 an und agiert in den ersten Kämpfen noch relativ dumm. Je mehr ihr jedoch mit ihr spielt, desto klüger wird sie und levelt zügig auf. Werft ihr dem NFC-NPC viele Items zu, dann lernt er auch, sie besser zu fangen. Amiibo-Figuren können gegen andere amiibos antreten oder als Trainingspartner oder Teamkamerad herhalten. Die Möglichkeiten, mit seinen Freunden und amiibo lustige Partien zu feiern, sind sehr vielfältig. Das gefällt! Gerade auch alleine kann man sich mit seinen amiibo beschäftigen und sie aufpeppen, bevor der Kumpel vorbeischaut und mit den eigenen amiibo-Charakteren auftrumpfen will. Insbesondere jüngere Spieler werden wohl sehr viel Freude mit den Figuren haben.

Partyspaß mit Potenzial zu Mehr

Im Vergleich zu Mario Kart verblieb Super Smash Bros. für absolute Videospielneueinsteiger schon immer als weniger attraktiv und zugänglich da der Partyklopper eher hektisch, unstrukturiert und unübersichtlich ist. Dennoch, gleichzeitig bietet es hart eingesessenen Fans die Möglichkeit, aus dem Partyspiel ein knüppelhartes kompetitives Fighting-Game zu machen. Ohne Items, auf neutralen Stages und in simplen Duellen - gerade die GameCube-Fassung, Super Smash Bros. Melee, ist dafür prädestiniert. Die Game-Engine begünstigte aggressive Kombos und schnelle technische Bewegungen und machte Melee damit für viele kompetitive Spieler zum heiligen Gral. Die Ironie dabei ist, dass Sakurai selbst den kompetitiven Fighting-Communities entschlüpft ist und immer schon ein Spiel entwickeln wollte, das nicht mit einer solchen kompetitiven Engstirnigkeit zelebriert wird. Dementsprechend lenkte er ein und kreierte Super Smash Bros. Brawl für Wii, das sich deutlich langsamer spielte und Zufallselemente wie das Stolpern einfügte. Dies führte zu herber Enttäuschung bei den kompetitiven Spielern von Super Smash Bros., die Sakurai zuvor noch für sein Werk bewunderten. Bis heute wird Super Smash Bros. Melee und kaum Brawl auf Turnieren gespielt; Fans halten an ihren Lieblingstitel fest.

Doch in welche Richtung ist nun Super Smash Bros. für 3DS und Wii U gegangen? Mit dem GameCube-Adapter löst Nintendo nicht nur sein Problem, bis zu acht Spieler gleichzeitig am Stück einzubringen, sondern winkt auch den Melee-Veteranen entgegen. Das Spiel selbst zeigt sich wieder in einer frischen und spaßigen Dynamik. Das zufällige Stolpern wurde entfernt. Das Spiel balanciert recht gut zwischen dem schnellen Kombospiel aus Melee und der Zugänglichkeit von Brawl. Allerdings kombinieren manche Charaktere ihre Angriffe besser als andere, was dem Balancing abträglich ist. Es dauert außerdem eine Weile, bis Charaktere in Super Smash Bros. für Wii U sterben. Während in Melee die meisten Charaktere zwischen 70-100% ableben, ist es im neuen Smash nicht unüblich, dass Charaktere selbst nach 150% noch zur Stage zurückkehren. Das kann den Spielfluss ziemlich aufhalten und stellenweise auch frustrieren. Nichtsdestotrotz findet Super Smash Bros. die richtige Balance, um jeder Zielgruppe sehr zu gefallen. Die kompetitive Szene wird weiter an Melee festhalten, steht dem neuen Titel aber aufgeschlossen gegenüber. Super Smash Bros. für Wii U erreicht hier also ein Idealmaß. Und dafür kann man Sakurai nur applaudieren.


Aber dass das Spiel neben dem wuseligen Gekloppe für einige mehr ist, eine Art Nintendo-Enzyklopädie, das kommt nicht von ungefähr. Sakurai und sein Team haben eine immense Arbeit investiert, um all die Trophäen auszuarbeiten und mit interessanten Texten zu bestücken. Und in HD sehen einige wie wahre Sammlerschätze aus. Es macht unheimlich viel Spaß, die Trophäen zu sammeln und sie sich dann anzuschauen. Aber auch generell ist der Detaillierungsgrad gewaltig. Der Hintergrund im All-Star-Modus füllt sich mit den Trophäen der besiegten Gegner, der Trophäenshop ist liebevoll gestaltet und selbst das Abreißen des Tickets im Special-Orders-Modus gibt dem Moment die kleinen Extras, die das Spiel rund und zufriedenstellend machen.

Die Grafik macht sich wirklich toll in HD. Insbesondere das Lighting macht den Unterschied. Nintendo im HD-Zeitalter, bei Mario Kart 8 rief dies große bereits laute Wows! hervor. Und auch bei Super Smash Bros. werdet ihr manchmal nicht um diesen Gedanken herumkommen, wenn ihr die eine oder andere Stage bestaunt. Zudem schafft es der Titel auch bei hohem Gegner- und Iteamaufkommen dauerhaft ohne störende Framerate-Einbrüche auszukommen. Absolut atemberaubend ist aber die schiere Masse an Hintergrundmusik, die ihr im Spiel hören und freischalten könnt. Über 440 Musikstücke gesammelt aus über 30 Jahren Videospielgeschichte ergeben eine großartige Musikdatenbank, durch die ihr euch durchhören werdet, selbst wenn ihr das Spiel gerade nicht spielt. Nintendo hat viele Remixes, orchestrale Neuaufnahmen und neue Arrangements angefertigt und wer dann ein Yoshi's Island-Theme vom SNES in großartiger Tonqualität und neu arrangiert hört, der seufzt nur noch glücklich. Während also der Singleplayer-Umfang mit der Abwesenheit des Adventure-Modus einen argen Schnitzer erleidet, bleibt das Spiel immer noch ein großartiges Sammlerparadies für alle, die gerne Trophäen und Musik einsammeln, jeden Charakter und jede Stage freischalten und das Spiel zu 100 Prozent komplettieren. Wer das schafft, erlebt hier eine großartige Hommage an die Videospielgeschichte von Nintendo.

Fazit:

Super Smash Bros. mag einigen zu wuselig und hektisch erscheinen. Das Konzept mag fremdartig sein. Doch die meisten Nintendo-Fans finden in diesem Spiel ihren Heiland. Was auf dem Nintendo 64 begonnen hat, wird hier in Glanz und Gloria weitergeführt. Super Smash Bros. für Wii U sieht klasse aus, hat eine tolle Spielgeschwindigkeit und erweitert seine Multiplayer-Möglichkeiten sinnvoll mit dem 8-Spieler-Smash, Smash Tour, den Koop-Singleplayermodi und dem soliden Onlinemodus. Noch nie war die Charaktersammlung so groß. Ihr werdet lange brauchen, bis jeder Meilenstein, jede Trophäe, jeder Spezialmove, jedes Mii-Kostüm und jeder Soundtrack freigespielt ist. Man kann durchgehend feststellen, dass Smash sich im Vergleich zu seinen Vorgänger in jeder Hinsicht steigert. Lediglich der Singleplayer-Umfang wurde durch die Abwesenheit eines echten Adventure-Modus entschlackt, ihr dürft also keine absolute Singleplayer-Perle erwarten. Doch dies galt sowieso schon immer für die gesamte Serie. Mit amiibo können Spieler ihr Erlebnis zudem erweitern. Super Smash Bros. Melee bleibt wohl dennoch die schnellste und kombolastigste Iteration der Serie, aber es ist großartig, dass Nintendo Wege geschaffen hat, um Party-Spaß und lockeres Spiel als auch engstirnige 1 vs 1 Matches zu bedienen.

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21 Kommentare:


boris
vor 7 Jahren | 0
my body is ready!

3lias00
vor 7 Jahren | 0
ich habe zur zeit leider zu wenig geld um mir die wii u version zu kaufen ):

Konoe A. Mercury
vor 7 Jahren | 0
Bin echt gespannt auf das Spiel und werde es wohl nach meinen Prüfungen richtig intensiv zocken. Ich denke das könnte das 2. beste Spiel dieses Jahr werden.

Frieddo
vor 7 Jahren | 0
@Konoe :
Was ist denn bitte schon das beste Spiel dieses Jahres , wenn's Smash Bros. nicht ist? D:
:DD

boris
vor 7 Jahren | 0
bayonetta 2

- Hakuo -
vor 7 Jahren | 0
@3lias00

so gehts mir momentan mit der 3DS-Version...
Dabei will ich doch unbedingt den Soundtrack und Mewtu :D
naja vielleicht im Dezember irgendwann.
Nächsten Freitag wirds gleich Mittags abgeholt :D:D

Konoe A. Mercury
vor 7 Jahren | 0
Boris hat es erfasst.

Denios
vor 7 Jahren | 0
Also für mich wird es wohl das GotY :D

Chris
vor 7 Jahren | 0
Smash Bros. Wii U scheint sehr umfangreich zu werden. Das wird super. :)

Aber wenn ich Mewtu nicht auch ohne beide Versionen zu besitzen erhalten kann werde ich richtig aggro ;P

lightcrusader89
vor 7 Jahren | 0
ich würde auch gerne mewto haben, werde mir aber nicht die 3ds version holen. hoffe mal auf dlc oder man kann ihn irgendwie als amibo bekommen.

MrWest
vor 7 Jahren | 0
Oh man freue mich schon riesig. Mewtu wird sicher für alle verfügbar sein, vielleicht etwas später für den Rest, aber denke kaum dass der exklusiv bleibt.

ProG4M3r
vor 7 Jahren | 0
"Super Smash Bros. Melee bleibt wohl dennoch die schnellste und kombolastigste Iteration der Serie, aber es ist großartig, dass Nintendo Wege geschaffen hat, um Party-Spaß und lockeres Spiel als auch engstirnige 1 vs 1 Matches zu bedienen."

Sehr schöner Test Naku, aber formuliere das doch nicht so als wenn Melee nicht der größte Party-Spaß überhaupt gewesen wäre o_O
Damals mein Grund wieso ich unbedingt einen Gamecube brauchte freue ich mich natürlich ungemein auf SSB. für Wii U, besonders nachdem Brawl einfach sch... nicht meins war und SSB. für 3DS sich im vgl. dazu 1. gewaltig gesteigert hat und 2. die Community einen hier gewaltig anfixt wenn es um engstirniges Prügeln geht ;)

Terry
vor 7 Jahren | 0
@Huhu
Man könnte sagen, höchstens über die amiibos. Das wäre ja ohne das GamePad und dem dort verbauten NFC-Chip so nicht möglich. Ansonsten gibt es nur das übliche Off-TV-Play.

KeeperBvK
vor 7 Jahren | 0
"Sehr schöner Test Naku, aber formuliere das doch nicht so als wenn Melee nicht der größte Party-Spaß überhaupt gewesen wäre o_O"

Hat er doch gar nicht. Er hat ja nicht geschrieben, dass hier der bisher höchste Party-Spaß der Serie sei oder ähnliches. Nur eben, dass Nintendo hier bisher am besten alle Elemente (worunter Partyspaß eines ist) verbunden hat.

Nakuri
vor 7 Jahren | 0
@ProG4M3r
Eine kleine Erklärung dazu: Als Melee herauskam hat jeder einfach Spaß mit dem Spiel gemacht, Zugänglichkeit und Einsteigerfreundlichkeit existierten quasi als Begriffe nicht, man war einfach zufrieden mit dem Spiel und es schien alles besser zu machen als sein Vorgänger. Mit der Wii hat sich der Markt grundlegend geändert, die Zielgruppe hat sich drastisch geändert, da Nintendo sich einen großen Markt für Leute eröffnet hat, die weniger oder garnichts mit Videospielen zu tun hatten. Alles Spiele unterwanderten Streamlining und mussten sehr zugänglich sein. Dementsprechend spielte Brawl sich viel langsamer und man konnte 100x mal leichter sich zur Stage zurückretten. Erst durch Brawl kam diese Diskrepanz auf und man starte überhaupt erst zu unterscheiden zwischen dem "technischen" Melee und dem "casual" Brawl. Meiner Meinung nach kannst du im jeden der Spiele ordentlich Party-Spaß haben, aber ich finde Smash 4 geht hier einfach einen guten Mittelweg und wirkt dabei recht rund.

wal
vor 7 Jahren | 0
Ich wünsche allen ein hektisches Vergnügen ! Für mich bleibt Mariokart 8 das Spiel des Jahres, dafür hab ich auch regelmäßig 3 Mitspieler zum Offlinezocken. Diese 3 waren auch bei früheren Smash Bros. Versionen nicht für das Spiel zu begeistern, etwas schade, aber darum hab ich mich auch nie tiefergehend damit beschäftigt. Online spiel ich sehr selten und wenn dann Mariokart mit o.g. Freunden. Ich freu mich aber, dass das Spiel anscheinend ziemlich großartig geworden ist ! Weiter so Nintendo !

Azor002
vor 7 Jahren | 0
Habe ich das richtig verstanden? Es gibt KEINEN Story modus mehr???

Nakuri
vor 7 Jahren | 0
@Azor002
Genau, es gibt diesmal keinen Storymodus wie den Subraum-Emissär oder Vergleichbares.

KeeperBvK
vor 7 Jahren | 0
Das hatte Sakurai aber auch schon vor ewigen Zeiten angekündigt. ^^

Frieddo
vor 7 Jahren | 0
OMG , IGN gibt Smash Bros. U eine , und jetzt kommt's , 9.8! out of 10! :o
Die Spieleseite , die Pokémon ORAS eine 7.8 gab , weil das Spiel zuviele VMs und viel Wasser beinhaltet. .__.

Hektor
vor 7 Jahren | 0
Ein Gedanke der mir gerade kam: Nintendo ist ja zur Zeit auch ziemlich im Nostalgie Rage Modus und es kommen andauernd NES-Remixe usw.
Der Gamecubecontroller öffnet doch eigentlich auch die Möglichkeit Gamecubespiele zu emulieren oder?