Der inoffizielle Game & Watch Sammlerkatalog

Von Michael Prammer am 20. August 2015

Mit Wii U und Nintendo 3DS steht derzeit die achte Konsolengeneration von Nintendo in den Geschäften. Damit hat das japanische Unternehmen eine große Historie im Videospielgeschäft vorzuweisen. Die Ursprünge sind dabei nicht etwa Donkey Kong oder gar das Nintendo Entertainment System. Das erste massentaugliche Videospielgerät von Nintendo, das nicht nur außerhalb Japans vertrieben worden ist, sondern auch der Vorreiter einer kompletten Handheldhistorie ist, war ein Gerät der sogenannten Game & Watch-Serie. Gunpei Yokoi (1941-1997) war nicht nur der Schöpfer des GameBoy, sondern auch eben dieser kleinen LCD-Spiele.
Game & Watch-Spiele - eine sehr komplexe Themenwelt. WiiUX hat recherchiert und wir sind auf eine interessante Sammlung dieser alten Videospiele gestoßen. Die beiden österreichischen Autoren David Gschmeidler und Gerhard Meyer haben den ersten und bislang einzigen Game & Watch Sammlerkatalog veröffentlicht. Wir haben dieses Werk etwas genauer unter die Lupe genommen.



Normalerweise weiß jeder Gamer, was Game & Watch ist. Für alle, an denen diese Ära vorbeigegangen ist, hier eine kurze Erklärung: Es handelt sich um ein kleines, meist kompaktes Videospielsystem mit integrierten Tasten, LCD-Bildschirm und Lautsprecher. Dabei kommt ein bestimmtes, vordefiniertes Raster auf dem Bildschirm zum Einsatz, das auch im ausgeschalteten Modus zu sehen ist. Die beweglichen Elemente sind LCD-Bildchen. Es ist immer nur ein Spiel auf einem Gerät installiert, die Freiräume für Elemente wie zum Beispiel Bälle, Figuren oder Gegner sind stark eingeschränkt. Die Game & Watch-Serie wurde von 1980 bis 1991 veröffentlicht. Das letzte offiziell erschienene Spiel gab es für Club Nintendo-Mitglieder im Austausch gegen Sterne im Jahr 2009. Es handelt sich um ein Remake des ersten Spiels „Ball“.

Der inoffizielle Game & Watch Sammlerkatalog bringt Klarheit in die große Vielfalt dieser Systeme. Längst hat sich ein Kult um die Serie gebildet, der viele Sammler auf den Plan ruft. Doch oft weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Kein Wunder, immerhin sind etwa 60 Geräte erschienen (die Zahl variiert etwas, da sich selbst Sammler bei einigen wenigen Geräten nicht einig sind, was nun dazu gehört und was nicht).
Das Buch der beiden Österreicher kommt gerade für Sammler genau richtig. Aber auch Fans, die sich für die Serie interessieren oder sich informieren möchten, werden mit dem Buch ihre Freude haben. Zunächst gibt es etwas Geschichtsunterricht und Gunpei Yokoi, Schöpfer der Serie, wird genauestens vorgestellt. Dann wird der Aufbau des Buches erklärt: überragend. Die einzelnen Geräte werden chronologisch vorgestellt und in die dazugehörigen Serien eingeordnet. Die Spielchen werden perfekt erklärt; es wird beschrieben, wie jedes Game & Watch-Gerät funktioniert, einige wissenswerte Hintergrundinfos gibt es auch. Dazu kommen sehr schöne Farbaufnahmen der einzelnen Geräte sowie Infos über weitere erschienene Versionen. Per QR-Code könnt ihr zu allen Geräten weitere Informationen im Internet nachlesen.



Das Sahnehäubchen des Buches bildet jedoch der untere Abschnitt zu jedem Gerät. Hier haben die Autoren mit Hilfe von Partnern von 2007 bis 2013 sämtliche Auktionen im Internet beobachtet und einen „Seltenheitsbarometer“ erstellt, der genau zeigt, wie oft ein Gerät den Besitzer gewechselt hat. Außerdem wurden Durchschnittspreise der Auktionen ermittelt und hinzugefügt. Drei Kategorien, die für Sammler nicht unwichtig sind, wurden mit ins Raster genommen. „Neuwertig“, „Gerät mit Verpackung“ und „Gerät ohne Verpackung“. Zwei Diagramme zieren das untere Seitendrittel jedes Geräts und zeigen die Preisentwicklung seit der Veröffentlichung und eben die Anzahl der festgestellten Auktionen. Somit kann jeder Interessent sowohl auf dem eigenen Dachboden, auf dem Flohmarkt oder im Internetauktionshaus anhand dieser Informationen Vergleiche ziehen und weiß somit, was die Geräte in etwa wert sind.

Die Qualität des Buches ist sehr gut gelungen, zumal alle Fotos von den Autoren selbst erstellt worden sind. Die Geräte wurden alle schön abfotografiert und in perfekter Qualität in Buch gebracht. Auch versicherten uns die Autoren, dass sie alle Geräte in diesem Buch selbst gesammelt haben, wodurch sich nun jeder selbst überlegen darf, was das alles wohl gekostet hat. So ein Sammel-Werk hat natürlich auch seinen Preis. Das Buch wird in zwei unterschiedlichen Versionen und in zwei Sprachen (Deutsch / Englisch) angeboten. Für 39,95€ gibt es die Standard-Variante. Die auf 500-Ausgaben-limitierte Hardcover-Version ist für 59,95€ zu haben. Diese enthält neben einem wirklich wunderschönen Einband ein Zertifikat und eine Schnellübersichtskarte, die vor allem auf Flohmärkten praktisch sein kann.



FAZIT
Der inoffizielle Game & Watch Sammlerkatalog ist genau das, was man von dem Titel des Buches erwarten kann. Egal ob man sich für die Game & Watch-Serie aus Nintendos frühen Gaming-Jahren interessiert oder ob man sich einfach nur informieren möchte; diese Sammlung ist in Bücherregalen von Nintendo-Fans gut aufgehoben. Sammler von Game & Watch, die von diesem Werk noch nie etwas gehört haben, bekommen eine komplette und gut durchdachte Auflistung der verschiedenen Geräte geboten. Aber selbst wenn man nicht mit dem Sammeln von Game & Watch beginnen möchte, bekommt man hier eine ordentliche Portion von Nintendos Firmengeschichte, die für alle Fans des japanischen Unternehmens interessant sein dürfte. Der Preis mag im ersten Moment erschreckend hoch erscheinen. Wenn man das Buch jedoch dann in Händen hält und sieht, was für eine Arbeit dahinter steckt und wie gut das fertige Produkt geworden ist, sollte zumindest die Standard-Variante eine Überlegung wert sein. Die limitierte Hardcover-Variante ist ein ganzes Stück edler und für Fans sicherlich ebenfalls erstrebenswert.

Hier könnt ihr das Buch bestellen*:

Der inoffizielle Game & Watch Sammlerkatalog Standard-Variante – 39,95€

Der inoffizielle Game & Watch Sammlerkatalog Hardcover-Variante – 59,95€

*Hinweis: Das Buch wird aus Österreich geliefert!

An dieser Stelle möchten wir uns bei den Autoren David Gschmeidler und Gerhard Meyer bedanken, dass sie uns ein Exemplar zur Verfügung gestellt haben.

Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

5 Kommentare:


Kanta
vor 3 Jahren | 0
Hmm, da könnte ich doch glatt schwach werden ...

ProG4M3r
vor 3 Jahren | 0
Hmm, irgendwann mal eines dieser Bücher im Regal haben würde ich gerne, für einen spontanen Zuschlag ist mir der Preis aber zu happig. Egal wie viel Arbeit dahinter steckt, für ein Buch ist das echt eine Hausnummer... muss ja eine ziemlich kleine Erstauflage sein. Zumal die Preisgestaltung zwischen Standart- und Hardcover-Variante die Preise nicht gerade attraktiver macht.

Captain Proton
vor 3 Jahren | 0
Ach ja, da kommen glatt Erinnerungen an "Green House", "Donkey Kong" und "Popeye" hoch, die drei hatte ich vor langer Zeit auch mal, bevor es dann den Gameboy gab...

Seppatoni
vor 3 Jahren | 0
Hab mir das Buch bereits letztes Jahr geholt und kann es wirklich jedem ans Herz legen, der sich für G&Ws begeistern kann. Ich selber habe meine "Zocker-Karriere" mit den Dingern gestartet und auch heute noch mehr als 2 Dutzend von den Dingern zu Hause rumstehen.

Tobsen
vor 3 Jahren | 0
"[...]Preis aber zu happig. Egal wie viel Arbeit dahinter steckt, für ein Buch ist das echt eine Hausnummer.[...]" - 39€ für einen Bildband ist ein durchschnittlicher Preis. Ich habe selbst ziemlich viele Reisebildbände und geschätzt würde ich sagen, dass die im Durchschnitt relativ genau ~40€ gekostet haben. Einige waren aber eben auch deutlich teurer.
"Zumal die Preisgestaltung zwischen Standart- und Hardcover-Variante die Preise nicht gerade attraktiver macht." - Das ist bei Büchern immer so?