Test: Xevious

Von Burkhart von Klitzing am 10. Mai 2013

Die WiiU hat nun also endlich ihre eigene Virtual Console, und Retrofans allenthalben warten auf die leuchtenden Highlights ihrer Kindheit oder auf diverse Kleinode, die sie damals verpasst haben. Namcos erster Beitrag zu dem neuen, alten Download-Service dürfte nur bei wenigen Zockern in eine dieser beiden Kategorien fallen, ist es doch ein eher schlecht als recht gealterter Klassiker, der nicht nur ein völlig überlaufenes Genre bedient, sondern zudem in besseren Versionen existiert.

Optisch ist Xevious wenig spektakulär, wenn man von den durchaus hübsch anzusehenden Dreh-Animationen mancher Gegner absieht. Straßen sehen aus wie ein missglücktes MS Paint-Tutorial und die Farben beißen sich auch oftmals. Der Sound dagegen ist nur als nervig zu bezeichnen. Insbesondere die Feuergeräusche stören bereits nach wenigen Sekunden. Anders als in den meisten Shootern werden Boden- und Luftangriffe getrennt voneinander ausgeführt; während ein Knopf für die klassischen Kugelgeschosse sorgt, die fliegende Gegner vernichten, lässt der zweite Knopf eine Bombe auf das Fadenkreuz fallen, die (gutes Zielen vorausgesetzt) Gebäude und Panzer ausschaltet. An dieser Bewaffnung ändert sich denn auch nichts. Upgrades sind ebenso Fehlanzeige wie auch sonst jegliche Items, abgesehen von den gut versteckten Extraleben. Zumindest erleichtert das den Wiedereinstieg nach einem Ableben – der Pferdefuß vieler Genre-Konkurrenten



Man fliegt durch zehn Abschnitte, die erfreulicherweise nicht gleich als separate Level gekennzeichnet sind, sondern direkt miteinander verbunden sind. Allerdings bedeutet das auch, dass sie sich kaum voneinander unterscheiden. Zwar kommen immer wieder neue Gegnerarten dazu (allesamt in monotonem grau gehalten) und das Spiel wird merklich schwieriger, doch etwas mehr Abwechslung, hätte nicht geschadet. Daran ändern auch die gelegentlichen, schwer bewaffneten Hauptquartiere, die als Zwischenbosse herhalten, kaum etwas.

Xevious ist zu simpel. So mancher moderne Spieler mag das Shooter-Genre ohnehin als simpel und stupide abschreiben, doch Namcos Titel reduziert das Prinzip eines Vertical-Shooters auf das Allernötigste. Langweilige Gegner, praktisch keine Items, die stets gleiche Bewaffnung, kaum Abwechslung in der Umgebungsoptik und Sound aus der Mottenkiste sprechen eine deutliche Sprache. Dazu kommt noch die träge Geschwindigkeit des Raumschiffs, die des Öfteren für unnötigen Frust sorgt. Allerdings muss man Xevious auch zu gute halten, dass es danke Punktehatz durchaus für einige Zeit motivieren kann und gerade das Fehlen von Upgrades auch von Vorteil sein kann. Trotzdem: 3DS-Besitzer greifen zu der Handheld-Fassung, die nicht nur in 3D daherkommt, sondern auf der besseren Arcade-Fassung basiert. Und wer noch seine Wii oder seinen GameCube angeschlossen hat, der spielt Xevious in Starfox Assault.

Wertung:

3.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Altbackener Halbklassiker, den niemand mehr braucht."
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1 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
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