Test: Kirby's Dream Course

Von Andreas Held am 24. Mai 2013

Kirby's Dream Course ist eine Neuinterpretation der mittlerweile immer unmodischer werdenden Freizeitbeschäftigung "Minigolf". Wie im echten Sport geht es in erster Linie darum, den Ball (also Kirby) mit möglichst wenigen Schlägen in ein Loch zu manövrieren. Um einen Schlag auszuführen, legt ihr zunächst die Schlagrichtung fest und entscheidet, ob ihr Kirby flach über den Boden rollen oder durch die Luft fliegen lassen wollt. Anschließend legt ihr den Drall fest, mit dem ihr Kirby einen Topspin oder Backspin geben oder ihn um eine Kurve spielen könnt. Schließlich muss dann noch mit dem richtigen Timing die Schlagkraft festlegt werden. Um ein Loch zu beenden, müsst ihr alle bis auf einen verwundbaren Gegner besiegen und dann den pinken Protagonisten in das Loch befördern, das an der Stelle des letzten noch übrigen Gegners erscheint.

Dabei stehen unserem Allesfresser jedoch einige unkonventionelle Hindernisse im Weg. Viele der Parcours sind von Gegnern gepflastert, die Kirby meistens durch einfaches Überrollen vernichten kann, und auch in diesem Titel kann er manchmal ihre Fähigkeiten absorbieren, um dann z.B. mit einem Regenschirm von einer Kante zu schweben, anstatt einfach herunterzufallen. Andere Gegner sowie Stacheln zehren dagegen an der Lebensenergie - ist diese aufgebraucht, verliert ihr ein Leben. So weit, so gut.



In Sachen "Schwierigkeitsgrad" wäre im Fall von Kirby's Dream Course weniger leider deutlich mehr gewesen. Kirby verliert nicht nur bei Feindkontakt, sondern bei jedem Schlag automatisch Lebensenergie, und fällt er von der Levelbegrenzung, stirbt Kirby sofort. Sind die sehr begrenzt vorhandenen Extraleben aufgebraucht, müsst ihr den kompletten Parcours von vorne beginnen. Das Spiel ist darüber hinaus unglaublich streng und der kleinste Fehler bei der Durchführung des Schlags sorgt dafür, dass sich eure Überlebenschance deutlich verschlechtert. Somit müsst ihr durch Trial & Error für jeden Schlag einzeln herausfinden, wie die Richtung, der Drall und die Schlagstärke einzustellen sind und die perfekte Schlagfolge für jedes Loch auswendig lernen. Und wenn ihr beim achten Loch eines Parcours Probleme habt, müsst ihr zunächst die ersten sieben Löcher ein weiteres Mal durchspielen, um dann ein paar weitere Versuche zu erhalten - immer und immer wieder.

Fazit:
Mit Kirby wurde im Laufe seines Lebens ordentlich herumexperimentiert, und Kirby's Dream Course zeigt, dass eine einzigartige Spielidee nicht alles ist. Während es bei traditionellen Golfspielen vor allem auf Geschicklichkeit beim Festlegen der Schlagkraft und das richtige Abschätzen von Winden oder Höhenunterschieden ankommt, müsst ihr bei Kirby's Dream Course vor allem durch Trial & Error für jedes Loch die perfekte Schlagkombination ermitteln. Kleinere Fehler, die ihr noch kompensieren könnt, erlaubt das Spiel nämlich schlichtweg nicht. Somit ist Kirbys Ausflug auf den Golfplatz eher ein Puzzle-Spiel als alles andere - allerdings ein Puzzle mit sehr strikten Regeln, das seine Spieler bei jeder Gelegenheit hart bestraft und somit kaum Spielfreude aufkommen lässt.

Wertung:

5.0

Andreas Held meint:

"Gute Spielidee trifft auf problematische Umsetzung - Kirby rollt uns diesmal leider vom Kurs ab"
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2 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
Kommentar

Morbus
vor 8 Jahren | 0
Dieses Spiel war damals eines meiner Lieblingsspiele auf dem Super Nintendo.
Dem Test kann ich zwar zustimmen, allerdings empfinde ich die negativen Punkte eher als eine angenehme Herausforderung.
Die Rücksetzpunkte, empfinde ich allerdings als eine große Hilfe, die das Spiel heute noch einmal sehr vereinfachen.