Test: Kirby Super Star

Von Burkhart von Klitzing am 24. Mai 2013

1997 kurz vor dem Release des damals heiß erwarteten Nintendo64 endlich nach längerer Wartezeit auch in Europa veröffentlicht, ging Kirby Super Star ein wenig unter. Das SNES war seit nunmehr fünf Jahren auf dem Markt und die schillernde Welt der dritten Dimension dämmerte bedrohlich über klassischen 2D-Hüpforgien. In dieser Welt war kaum Platz für Kirby, der ohnehin nie ganz in die oberste Liga der Nintendo-Maskottchen vordringen konnte, und so blieb Kirby Super Star lange Jahre ein beinahe verlorenes Juwel. Doch diejenigen, die damals zugriffen, konnten sich glücklich schätzen.

Auch Kirby Super Star (oder Kirby's Fun Pak, wie es eigentlich in Europa hieß) weicht im Kern nicht allzu weit von den Serienkonventionen ab. Der pinke Edelknödel läuft, springt und fliegt durch teils offene, teils lineare 2D-Levels, immer auf der Suche nach Gegnern, die er gierig aufsaugen kann. Im Anschluss dienen die Gegner entweder als Geschoss, oder besser noch, sie werden heruntergeschluckt. In diesem Fall gehen nämlich deren Fähigkeiten auf Kirby über, der fortan bspw. Schwerter wirft, oder Laser verschießt. Zusätzlich lässt sich mit jeder Fähigkeit experimentieren: Angriffe im Sprung oder im Lauf variieren, und sie lassen sich zusätzlich auch noch aufladen.



Auch Optik und Musik sind Kirby-typisch ausgefallen, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Jedes Level und jeder noch so gefährliche Feind wirkt wie der wahr gewordene pastellfarbene Traum eines (künstlerisch begabten) Kindes. Es mag mittlerweile ein Klischee geworden sein, aber Kirby-Spiele machen einfach glücklich, selbst wenn man nicht selbst spielt. Das gilt auch für die Musik, die altbekannte Serienklassiker mit ebenbürtigen, neuen Melodien vereint.

Seine größte Besonderheit trägt Kirby's Fun Pak indes stolz im Namen: Anstelle eines einzigen zusammenhängenden Abenteuers werden hier satte sechs Spiele plus zwei Minispiele aufgefahren. Die einzelnen Abenteuer sind dabei für sich genommen natürlich nicht so umfangreich wie sonst ein komplettes Spiel, aber zusammengenommen bietet Kirby Super Star ordentlich viel Spielzeit fürs Geld. Außerdem stimmt die Abwechslung dank immer wieder neuer Szenarien und Spielstile. Bosskämpfe, Wettläufe und Hüpfereien wechseln sich munter ab.

Ein weiterer großer Pluspunkt liegt in den erweiterten "Verdauungsoptionen" - wer hätte gedacht, dass es so etwas überhaupt gibt. Inhalierte Feinde können nicht nur ihre Fähigkeiten auf Kirby übertragen, sondern alternativ auch in einen kleinen Helfer umgewandelt werden, der einen fortan begleitet und ebenfalls über die Kräfte des besiegten Gegners verfügt. Sogar ein zweiter Spieler kann mit einsteigen und den kleinen Kameraden steuern.

Fazit:
Kirby Super Star ist ein rundum gelungenes Jump 'n Run voller Abwechslung, mit großem Umfang und sogar einer kleinen Multiplayer-Komponente. Der einzige größere Kritikpunkt, den sich der Vielfraß gefallen lassen muss, ist, dass der Schwierigkeitsgrad gerne hätte höher ausfallen dürfen. Außerdem sollte man bedenken, dass der Titel mittlerweile bei weitem nicht mehr nur als teures SNES-Modul zu bekommen ist. Das Spiel erschien nicht nur auf der Wii-VC, sondern ist auch Teil der Kirby Collection für die Wii und bekam zusätzlich einen erweiterten Port für den DS spendiert. Ob da wirklich die Fassung für die WiiU-VC die beste Alternative darstellt, das sollte jeder einmal für sich selbst überschlagen.

Wertung:

8.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Knuddelhüpfer mit massig Content."
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1 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
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