Test: Mega Man 4

Von Marian Wehmeier am 20. Juni 2013

Der Blauhelm ist zurück, schon wieder! Zugleich mit seinen Vorgängern startet Rockman, wie er in der japanischen Originalversion genannt wird, ein weiteres Mal durch. Der vierte Teil der Serie erschien vor 21 Jahren auf dem Nintendo Entertainment System, und es gibt gute Gründe, sich diesen Virtual-Console-Release nicht entgehen zu lassen.

Der metallene Titelheld, mit seiner Armkanone bewaffnet, muss in seinem vierten Abenteuer abermals die Welt vor ihrem Untergang retten, der vermeintlich vom russischen Forscher Dr. Cossack herbeigesehnt wird. Ehe es jedoch zum Showdown kommt, muss zunächst dessen Roboter-Oktett vernichtet werden, und diese acht Gegner verstecken sich in acht teils knifflig zu spielenden Levels.

Erstmals im vierten Teil der Serie feiert der sogenannte "Mega Buster" seinen Einstand. Er ermöglicht dem Spieler, die Standardkanone aufzuladen und dadurch größeren Schaden anzurichten. Das gefiel damals schon nicht jedem Serienfan, und bis heute beklagen viele den "Niedergang" der Reihe ab Teil 4, doch ist diese Sorge arg überzogen. Wer traditionell mit den gelben Standard-Pastillen ballern möchte, der kommt auch wunderbar ohne den Mega Buster aus. Ebenso ist das Rutschen, das in Mega Man 3 erstmals zum Einsatz kam, als Feature erhalten geblieben. Somit hat sich beim Gameplay im Grunde wenig Grundlegendes geändert. Wie gehabt hüpft, schießt, rutscht Mega Man durch eines der anwählbaren Levels, um sich am Ende mit einem der acht Roboter zu messen.



Diese acht Gegner schwanken zwischen „ziemlich schwächlich“ (Dive Man) und „ziemlich wuchtig“ (Ring Man), „ziemlich ulkig“ (Dust Man) und „ziemlich badass“ (Skull Man). Dennoch ist Mega Man 4 im Vergleich zu anderen Serienteilen, sowohl was die Level als auch die Gegner angeht, weitgehend fair und nur selten frustrierend-schwer. Auch vom Design her wird eine Menge geboten: Pharaoh Mans Tempelwelt wirkt düster-erhaben, Dust Mans Müllfabrik, gerade durch eine herrlich melancholische Melodie, erscheint bedrängend, und wenn man Toad Mans wasserdurchströmte Kanalisation sieht, ist man froh, selbst im Trockenen zu sitzen.

Dagegen ist man Relikten wie Slowdowns und Sprite-Geflacker, die im neunten und zehnten Teil logischerweise dank modernerer Technik ausgemerzt wurden, auffällig oft ausgesetzt – gelegentlich bricht die Framerate schon bei zwei, drei sich bewegenden Objekten zusammen. Das hätte Capcom gerne nachträglich ausbessern können.

Fazit:
Mega Man 4 ist ein gelungener Ableger der Serie, der vor allem durch sein Leveldesign und seine großartige Musik abermalszu gefallen weiß. Weder zu schwierig noch zu leicht, bietet sich der vierte Teil Serienneulingen an, die bisher noch mit den etwas schwereren Ablegern zuviel Mühe haben. Anhänger der Serie sowie Genrefans sei Mega Man 4 ohnehin ans Herz gelegt. Es ist ein gradliniges, motivierendes Actionerlebnis, das lediglich durch kleine technische Mängel getrübt wird.

 

Wertung:

8.0

Marian Wehmeier meint:

"Mega Man weiterhin in Bestform, auch mit Mega Buster."
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3 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
Kommentar

mega
vor 8 Jahren | 0
Mega Man 4 ist wieder etwas besser gelungen als der Vorgänger und nach Mega Man 2 der Beste Teil der Serie auf dem NES. Slowdowns und Sprite-Geflacker sind aber keineswegs mehr vorhanden als schon beim Vorgänger!

Mega Man 4 bietet wieder bessere Bossgegner und Waffen als Mega Man 3.

Der Mega Buster ist so eine Sache... er bringt zwar an einigen Stellen eine gewisse Art Taktik ins Spielgeschehen, allerdings macht er das Spiel auch unnötig leichter. Andererseits muss man diesen aber auch nicht benutzen... Hier stellt sich nur die Frage, warum nicht, wenn schon vorhanden?

Gab
vor 8 Jahren | 0
So unterscheiden sich die Meinungen: Leider nicht ganz so gut wie Megaman 3. Dass kann aber auch daran liegen, dass das Spiel durch den Megabuster zu leicht wird, und der Levelumfang leicht abgenommen hat. Trotzdem ein sehr gutes Game, wenn auch kein Meilenstein.

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