Test: Mega Man 2

Von Burkhart von Klitzing am 23. Juni 2013

Wie schreibt man eine Einleitung zu dem zweiten Teil einer Serie, die alleine auf dem NES bereits sechs Teile hervorgebracht hat, und sich dabei nur marginal von Teil zu Teil weiterentwickelte? Man könnte auf die Story eingehen: Dr. Wily ist entkommen und versucht erneut die Welt zu unterjochen. Hm, damit wäre also auch das schon komplett ausgebreitet.

Wie gehabt hüpft der blaue Bomber von Plattform zu Plattform, schießt sich per Armkanone durch die Robotertruppen von Dr. Wily und trifft schließlich am Ende eines der frei wählbaren Levels auf einen besonders starken Boss. Zum Abschluss warten noch einige Levels im Schloss des durchgedrehten Wissenschaftlers, bevor er ihn zum zweiten, aber sicher nicht letzten Mal in die Knie zwingt.


Neue Manöver wie das Aufladen der Armkanone oder elegantes Rutschen kennt der Held dabei noch nicht, doch ein paar Neuerungen haben es dennoch in das Spiel geschafft: Die sinnlose Punkteanzeige des Vorgängers ist endgültig Vergangenheit, dafür wurde das Repertoire an Extra-Items, die das Erreichen von Plattformen erleichtern von eins auf drei erweitert, ebenso wie die Zahl der Bosse und Levels von sechs auf die serientypischen acht. Ebenfalls neu: Energietanks, die jederzeit auf Knopfdruck für neue Lebensenergie sorgen und (bis MM 10 einmalig in der Serie) zwei unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, die den Titel für Anfänger und erfahrene Mega Man-Recken interessant machen.



Mit Crash Man (der in MM2 auf dem Game Boy übrigens kurioserweise Clash Man heißt) und Heat Man hat Capcom zwar zwei Bosse kreiert, die Bomb Man und Fire Man aus dem Vorgänger arg ähneln, dafür entschädigen Metal Man, Air Man, Bubble Man, Quick Man, Flash Man und Wood Man mit abwechslungsreichem Design. Zu dieser Zeit mussten die Entwickler wenigstens anders als in den Teilen 5 und 6 noch nicht auf obskure Objekte wie Tomahawk oder Zug als Designmittelpunkt zurückgreifen.

Das Leveldesign ist größtenteils ebenso einfallsreich wie gelungen. Luftige Höhen beherbergen Air Man, Bubble Man zieht sich in tiefe Gewässer mitsamt trägeren Sprüngen zurück und so weiter. Lediglich einige wenige Passagen wie Crash Mans gelegentlich frustige Leiterorgien fallen negativ auf. Geheimnisse gibt es abgesehen von gelegentlichen Extraleben und Energietanks indes nicht zu finden. Eine große Stärke von Mega Man 2 ist sicher die Musik. Während die Optik schon als gelungen bezeichnet werden darf, so rechtfertigt die Musik meist ein kleines Aufglucksen vor Glück. Was Keiji Inafunes Team hier aus dem NES geholt hat, ist stellenweise schlichtweg brillant und bleibt dauerhaft im Ohr.

Wertung:

9.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Im zweiten Anlauf läuft der Blechmann richtig rund."
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4 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
Kommentar

Sandro
vor 8 Jahren | 0
Naja is noch so mein Fall sry :/

mega
vor 8 Jahren | 0
Mega Man 2 ist eindeutig der beste Teil der Serie! Die konsequente Weiterentwicklung (bessere Steuerung, Item1-3, 2 weitere Level, entfernen des Punkte-Systems, 2 Schwierigkeitsgrade, erstmals einen Blick auf die Burg von Wily), Level-Design, die grandiose Musikuntermalung und das Gameplay machen den zweiten Teil des Blauen Bombers zu einem zeitlosen Klassiker.

Gab
vor 8 Jahren | 0
Megaman 2 hat echte Neuerungen und Designänderungen in die Serie eingebracht, die schließlich zum Standard für die Serie wurden: 8 Bosse, Wilys Schloß, Energietanks und und und. Ich habe es damals erst nach MM3, MM4 und MM1 in die Finger bekommen (in der Reihenfolge), was den Eindruck leicht schmälerte. Aber nachdem ich mir jetzt alle 4 Teile heruntergeladen habe, und auch nacheinander durchgespielt habe, sieht das Ranking schon anders aus. MM2 ist, wenn ich den Nostalgiefaktor abziehe, der Beste Teil der Serie und ganz klar ein Meilenstein. TX Capcom.