Test: Vegas Stakes

Von Burkhart von Klitzing am 28. Juni 2013

Nintendo ist immer wieder für die eine oder andere Überraschung gut, oder wusstet ihr, dass sie zu SNES-Zeiten eine Glücksspielsimulation für HAL vertrieben haben? Oder, dass es bereits auf dem NES einen Vorgänger namens Vegas Dream gab? Selbst wenn beide Antworten „ja“ lauten sollten, bleibt es verwunderlich, dass der Kyoter Konzern den Titel selbst bis heute nicht vergessen hat und ihn nun abermals auf der Virtual Console herausbringt.

Das virtuelle Las Vegas ist mit gerade einmal fünf Glücksspielen etwas umfangsarm geraten, was die Präsentation zumindest stellenweise wieder etwas herausreißen kann. Statt den Spieler vor ein schmuckloses Menü zu setzen, versucht Vegas Stakes eine nette Geschichte rund um den Ausflug einer Gruppe von Freunden zu erzählen – ganz ohne Eskapaden der Marke Mike Tysons Tiger oder nackter Asiate im Kofferraum. Vom Hotelzimmer aus lassen sich vier Bekannte telefonisch zu einem Abstecher in eines der zunächst vier Casinos (ein weiteres kommt später hinzu) einladen.



Diese Begleiter erklären nicht nur auf Wunsch die Regeln der einzelnen Spiele, sondern schalten sich ebenso wie andere Zufallsbegegnungen immer wieder in unregelmäßigen Abständen mit kleinen Einlagen ein. So fragen sie etwa, ob sie für uns $500 im Stadion nebenan verwetten sollen oder sie finden ein Portemonnaie und stellen uns vor die moralische Zwickmühle, ob wir es behalten oder an der Rezeption abgeben sollen. Auch die Casinos sorgen dank unterschiedlicher Einrichtung und Musik für ein angenehmes Flair. Ein normales virtuelles Casino wird schließlich mit der Zeit langweilig, also auf ins Western-Style Casino oder in eine Sci-Fi-Umgebung.

Während das Drumherum zu überzeugen weiß, fällt die Euphorie ob der Glücksspiele etwas gedämpfter aus. Nicht nur, dass es mit gerade einmal fünf Stück deutlich zu wenige sind. Drei von ihnen verkommen binnen kürzester Zeit zum Schlafmittel. Einarmiger Bandit, Roulette und insbesondere Craps (bei dem zwei rote Würfel in Hollywood-Filmen möglichst dramatisch über einen langen Tisch geworfen werden) mögen im realen Leben zum Mitzittern verleiten, doch in virtueller Form ohne echten Geldeinsatz langweilen sie binnen kürzester Zeit mit zu hohem Glücksfaktor.

Längerfristig spannend ist dagegen Black Jack, eine komplexere Abwandlung des bekannten Siebzehn und Vier. Natürlich ist auch hier ohne Glück kein Dollar zu machen, aber die Eingriffsmöglichkeit und der Taktikanteil sind wesentlich höher. Das wohl spannendste Spiel, welches aber ausgerechnet nicht im Multiplayer verfügbar ist, ist wohl die Pokervariante mit sieben Karten pro Spieler dar, bei der vier Karten jedes Spielers offen liegen. In Zeiten in denen Texas Hold'em die Pokerszene dominiert, mag das ungewöhnlich sein, aber es entwickelt einen ähnlich großen Reiz. Für ein paar geruhsame Partien ist das Spiel aus Bluffen, unter Druck setzen, Hoffen und Rechnen immer wieder gut.

Fazit:
Während die Aufmachung gefällt, fällt der spielerische Gehalt von Vegas Stakes dagegen etwas ab. Einzig zwei Glücksspiele, die auf Dauer motivieren können, sind nicht genug um eine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen. Da Glücksspielfans wohl kaum mit Alternativen auf der Virtual Console rechnen dürfen, sei ihnen ein Download dennoch ans Herz gelegt.

Wertung:

5.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Mittelmäßige Glücksspielsammlung mit interessantem Ansatz."
Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

5 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
Kommentar

Chris
vor 8 Jahren | 0
Texas Hold'em gibt's da jetzt aber nicht, oder?

KeeperBvK
vor 8 Jahren | 0
Nein, leider nicht.

Chris
vor 8 Jahren | 0
Das ist doof. Trotzdem danke!

KeeperBvK
vor 8 Jahren | 0
Gern geschehen. :)