Test: Kirby's Dreamland 3

Von Stefan Finke am 10. August 2013

Schaut man auf den Zeitpunkt der erstmaligen Veröffentlichung von Kirby's Dreamland 3, stellt man nach kurzer Überprüfung fest, dass dieser reichlich ungünstig war. Im Jahr 1997 war das Nintendo 64 bereits auf dem Markt und mit dem erst kürzlich zuvor erschienenen Kirby Super Star hatte das Spiel zudem eine starke Vorlage, die es mindestens zu halten, wenn nicht gar zu toppen galt. Doch was macht Kirby's Dreamland 3 anders oder gar besser als sein direkter Vorgänger?

Das Spiel knüpft genau da an, wo Kirby's Dreamland 2 damals aufgehört hat: Kirbys Gefährten kehren wieder zurück und begleiten den rosa Kampfknödel während seiner gesamten Reise. Auch das Gameplay des Spiels unterscheidet sich kaum vom bekannten Konzept, sodass sich ein jeder Kirby-Spieler sofort wieder heimisch fühlen wird. Im gewohnten 2D Jump n' Run-Trott hüpft und saugt der pinke Knödel sich durch insgesamt fünf Welten, die jeweils mit sechs Level und einem Bosskampf bestückt sind. Und noch immer saugt Kirby wie eh und je seine Gegner auf und kann dessen Fähigkeiten kopieren. Zu diesen zahlreichen Fähigkeiten kommen nun die Gefährten hinzu, auf denen (oder in ihnen!) Kirby reiten kann. Einmal auf Rick, Nago oder auf anderen Gefährten aufgeritten, verändern sich auch Kirbys Spezialkräfte. Jede Kraft wirkt dabei, je nachdem welchen Partner ihr gerade bei euch habt, unterschiedlich. Dies lädt zum Ausprobieren ein und sorgt für die nötige Dosis Spaß.



Eine Kuriosität des Spiels ist der kleine schwarze Blob Gooey, welcher nicht gerade so aussieht, als wäre er ganz klar im Kopf. Wie ein Schatten löst sich Gooey von Kirby und kann von einem zweiten Mitspieler gesteuert werden. Diese ansich gut gemeinte Neuerung hat jedoch mit einigen Problemen zu kämpfen. So kann nur einer von beiden einen der Gefährten reiten und sollte Gooey von der KI gesteuert werden, ist diese mehr schlecht als recht. Somit bereichert die Koop-Idee das Spiel zwar um einen Multiplayermodus, der jedoch leider das Spielerlebnis nicht deutlich verbessern kann.

Die Level selbst sind abwechslungsreich gestaltet und laden zum Erkunden ein. Am Ende eines jeden Levels wartet ein Bewohner des kunterbunten Traumlandes. Dieser ist aber nur dann glücklich, wenn ihr eine entsprechende Aufgabe im Level erfüllt habt. Diese Bonusaufgabe ist meistens recht gut versteckt oder benötigt eine spezielle Fähigkeit, um bewältigt zu werden. Solltet ihr die Aufgabe erfüllt haben und beim Bewohner ankommen, so übergibt dieser auch ein Herz. Erst wenn ihr alle Extra-Aufgaben erfüllt und alle Herzen gesammelt habt, schaltet sich das richtige Ende frei. Das große Manko: Das Spiel ist recht einfach. Die Level sind wenig herausfordernd und Leben sind im Überfluss zu finden. Kirby kann ganze acht Treffer einstecken, bevor der Knödel seinen Abschied einreichen muss. Was jedoch noch schlimmer wiegt: Die generelle Spieldynamik. Kirby's Dreamland 3 spielt sich deutlich träger als seine Vorgänger. Kirby bewegt sich insgesamt langsamer und auch das Springen fühlt sich indirekter und behäbiger an, was sich negativ auf den empfundenen Spielspaß au8swirkt.

Die Grafik von Kirby's Dreamland 3 ist in einer Buntstift-Optik gehalten und eben dieser einzigartige Look passt richtig gut zum kunterbunten Kirby-Universum. Leider ist dies schon die einzig größere Abwechslung, die man im Vergleich zu den Vorgängern bemerkt. Die Musik erinnert hingegen wieder sofort an die fröhlichen Melodien, die schon seit Kirbys ersten Auftritt auf dem Gameboy im Ohr klingen. Dennoch ist der Soundtrack des Spiels für sich selbst ein echtes Highlight. Wer mit den gängigen Soundtracks von Kirby-Spielen etwas anfangen kann, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Fazit
Kirby's Dreamland 3 bietet leider kaum etwas, was es wirklich einzigartig und besonders spielenswert macht und verbleibt somit im Schatten von Kirby Super Star, welches in fast jeglicher Hinsicht den entscheidenden Ticken besser ist. Nichtsdestotrotz ist Kirby's Dreamland 3 trotz seiner Mängel noch eine runde Erfahrung und sollte zumindest jedem Kirby-Fan eine genüssliche Spielzeit bieten. Die zusätzlichen Geheimnisse bieten zwar nur wenig Herausforderung, aber die zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten von Fähigkeiten und Gefährten regen den Spieltrieb an. Jeder, der nach einem Kirby-Spiel sucht, sollte zwar unserer Empfehlung nach zuerst nach Kirby Super Star greifen, kann sich aber dann gerne auch an das Buntstift-Äquivalent wagen.

Wertung:

7.0

Stefan Finke meint:

"Durchschnittliche Knödelaction aus dem Buntstiftkasten."
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6 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
Kommentar

Denios
vor 8 Jahren | 0
Ich mag KDL3 eigentlich sehr, aber objektiv betrachtet stimmt soweit alles in dem Review^^ (Ich vergebe trotzdem 0.5 Sympathiepunkte mehr, hauptsächlich wegen des Samus Aran Cameo-Auftritts^^).

Sehr unterhaltsam fand ich auch den exzessiven Gebrauch des Wortes "Knödel", gekrönt mit dem Fazit "Durchschnittliche Knödelaction". :D

Der R
vor 8 Jahren | 0
Sehr schön geschrieben. Die Verwendung "Knödel" fand ich auch sehr erheiternd ^^. Allerdings weiß ich nicht ob ein DURCHSCHNITTLICHES Spiel eine 7 bekommen sollte. Ich finde Kirby hat die 7 verdient. Aber 7 Punkte sind eig. schon überdurchschnittlich wenn man von einer Skala 1-10 ausgeht. (=> 5,5 = Durchschnitt)

Denios
vor 8 Jahren | 0
Ich bin gerade zu faul, eine Normalverteilung im Intervall 1-10 zu generieren, aber möglicherweise ist dann die Standardabweichung groß genug (müsste in diesem Fall ja dann 1,5 sein) um auf die 7 zu kommen^^ (Für Nichtphysiker: der "wahre Wert" liegt mit einer Wahrscheinlichkeit von 68% im Bereich des Mittelwerts plus/minus einfacher Standardabweichung)

Chris
vor 8 Jahren | 0
Zahlenwertungen von 1-10 sind eh nicht das Wahre.

Fantasma
vor 7 Jahren | 0
Ich wünschte, ich hätte die Review vor dem Download, bzw. Kauf gelesen.
Die träge Steuerung in KDL3 ist in der Tat ein Spaßkiller und ich hatte das Gefühl, mehr als nur einmal ungewollt IN den Gegner gesprungen zu sein, als über ihn hinwegzuhüpfen, wie ich wollte.
Auch die Kopierfähigkeiten wirken erschreckend ineffektiv. Insbesondere wenn sie mit einem Reittier kombiniert werden. Nago + Feuer war dien einzig gute Kumpelkombo, die mir spontan ainfällt, wobei Rick und Eis auch noch ging.
Aber dieser Oktopus und Pitch waren schrecklich.

Also, ganz salopp, eigentlöich unterschätze ich Kirby-Spiele immer. Dieses mal habe ich Kirby aber überschätzt. Klar, es IST spielbar und die Malkreideoptik ist ganz nett, empfehlen würde ich es dennoch nicht.