Test: Breath of Fire II

Von Burkhart von Klitzing am 06. September 2013

Bislang zeigen sich diverse Firmen noch vorsichtig, was den Support der WiiU-VC angeht, darunter auch Square Enix, die noch keinerlei Engagement in dieser Richtung bewiesen haben. Daraus resultiert ein relativer Mangel an Rollenspielen auf dem Download-Service. Abgesehen von dem ebenso willkommenen wie überraschenden Release von Earthbound herrscht denn auch bislang komplette Ebbe am Erfahrungspunkte-Strand. Zumindest Capcom fasst sich ein Herz und liefert wie schon auf der Wii mit Breath of Fire II Futter für darbende Rollenspieler. Ein Release des ersten Teils bleibt indes unwahrscheinlich, nicht nur, da er bereits auf der Wii ausblieb, sondern auch, da das Original damals im Westen von Square gepublished wurde, und somit wohl Rechtsstreitigkeiten zwischen Capcom und Square im Weg stehen.

Ryu (Capcom scheint diesen Namen wirklich zu mögen) ist eine von vielen Hauptpersonen asiatischer Rollenspiele, die ihre Familie verliert, aus dem heimischen Dorf in eine große Welt auszieht und sich auf die Suche nach einem großen Mysterium und/oder Monster macht. Keine Sorge, rund um diese generischen Zutaten entfaltet sich eine interessante, wendungsreiche Geschichte um Drachen und Religion. Auf dem Weg durch die lange Quest (mindestens 20 Stunden sollte man beim ersten Durchgang veranschlagen) unterstützen den Blauschopf zahlreiche illustre Gestalten, wie ein Hundemensch, ein Affenmensch oder ein Froschmensch...na gut, allzu kreativ waren die Charakterdesigner mit der Zeit nicht mehr, doch die Gehilfen geben dem Spiel dennoch eine eigene Note, vor allem im Kampf gegen die Monsterhorden, die das Reich heimsuchen.



Diese Scharmützel blenden in eine ansehnliche, niedrigere Kameraposition um, geben sich ansonsten allerdings recht traditionell. Im Prinzip stehen sich Feinde und Party gegenüber und warten brav auf Befehle wie Angriff, Item oder Magie. Im Laufe des Abenteuers wird das oft der Fall sein; wirklich oft! Denn zum einen ist die Frequenz der (leider zufälligen) Feindbegegnungen ohnehin schon merklich höher als bei den meisten aktuellen Rollenspielen, und zum anderen sind wir zusätzlich häufig gezwungen Erfahrung zu sammeln. Die Entwickler bei Capcom zeigten wenig Gnade, was den Schwierigkeitsgrad angeht, doch mit ein wenig gutem alten Grinden lässt sich auch das verkraften.

Als Held von Welt gönnt man sich zur Entspannung und Stärkung natürlich eine eigene Stadt. Im Laufe des Spiels legen wir den Grundstein für unsere höchsteigene Metropole und sehen nicht nur zu, wie sie langsam wächst, sondern beeinflussen das geschäftige Treiben dort selbst. Studenten in München und anderen Städten kennen das Problem des klammen Wohnunsgmarktes, und so dürfen auch wir uns wie ein kleiner König fühlen, wenn wir bestimmen, wer in unseren Ort ziehen und uns seine Dienste anbieten darf. All das ist nicht nur eine wunderbare Abwechslung zum täglichen Abenteurerbrot, sondern versorgt uns zudem mit exklusiven Items.

Fazit:
Breath of Fire II ist genau das, worauf Fans traditioneller, japanischer Rollenspiele gewartet haben. Eine interessante Story mit charmanten Charakteren, traditionelle Rundenkämpfen und zumindest innerhalb der Kämpfe auch hübsche Grafik ergeben ein leicht zu genießendes Spielerlebnis. Wobei leicht nicht falsch zu verstehen sein sollte, denn die langsame Laufgeschwindigkeit des Helden, die hohe Kampfrate und die Schwierigkeit mancher Dungeons setzen ein gesundes Maß an Frustresistenz voraus. Das GBA-Remake löste dies besser. Mangels jeglicher echter Alternativen auf der VC abseits von Earthbound (jetzt und in absehbarer Zukunft) darf dennoch praktisch bedenkenlos zugegriffen werden.

Wertung:

7.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Knüppelhartes JRPG alter Schule."
Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

1 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
Kommentar