Test: Mega Man X

Von Andreas Held am 20. September 2013

Bereits Anfang der 90er Jahre hatte Capcom mit dem Ruf zu kämpfen, seine Franchises zu stark zu melken. Nachdem auf dem NES im Jahrestakt ein neues Spiel mit dem "Blue Bomber" in der Hauptrolle erschien, wurden die Fans dem langsam überdrüssig und vor allem Mega Man VI gilt allgemein eher als eine Enttäuschung. Eine neue Idee musste her, und so entschied man sich, dem Franchise eine ordentliche Frischzellenkur zu verschaffen, um sie auf dem SNES zu neuem Leben zu erwecken. Einige grundlegende Konzepte wurden beibehalten, doch das Look & Feel des Spiels wurde komplett geändert. Das Ergebnis war Mega Man X, welches heute als eines der besten Spiele für Nintendos zweite Heimkonsole gilt.

Im Jahre 20XX...
Mit Mega Man X versuchte sich die Serie zum ersten Mal am Erzählen einer Story mittels einiger Dialoge. In einem Einführungslevel trifft Hauptfigur X zum ersten Mal auf Veil, der ihm an dieser Stelle noch deutlich überlegen ist, sowie auf Zero (der übrigens durch einen Übersetzungsfehler in der originalen deutschen Spielanleitung zu einer Frau gemacht wurde). Die Handlung steht jedoch erwartungsgemäß stark im Hintergrund und ist bestenfalls Beiwerk.

Nach dem Einführungslevel ist auf den ersten Blick alles beim Alten: Auf einem Auswahlbildschirm entscheidet ihr euch für einen von acht Endgegnern, die diesmal keine menschliche Gestalt haben, sondern Tieren nachempfunden sind. Nach wie vor erhält X nach einem Sieg über einen dieser Roboter seine Fähigkeit und somit eine neue Waffe für sein Arsenal, und auch diesmal wartet am Ende des Spiels wieder eine Festung, in der sich der neue Widersacher Sigma verschanzt hat. Die größten Unterschiede im Gameplay ergeben sich durch die neuen spielerischen Möglichkeiten: Das Repertoire wurde um eine Sprintfunktion und einen Wandsprung erweitert, die sich perfekt ins Gameplay einfügen. Ein kleiner Tipp von uns: Legt euch die Sprintfunktion im Optionsmenü auf eine der Schultertasten - das erlaubt es euch in hektischen Situationen, um Einiges agiler zu sein.


Ein weiterer Unterschied zu den Vorgängern sind die in den Levels versteckten Items, mit denen sich beispielsweise die erwähnte Sprintfunktion, Health-Upgrades oder eine stärkere Rüstung aktivieren lassen. Während diese Gegenstände den Wiederspielwert deutlich erhöhen, sorgen sie gleichzeitig auch dafür, dass der Spieler nicht mehr nur ausschließlich auf seine eigenen Fähigkeiten angewiesen ist - ein simpler Blick in eine Komplettlösung, die die Fundorte aller Items beinhaltet, kann euch entscheidend weiterhelfen, was bei Puristen einen faden Beigeschmack hinterlassen könnte. Ansonsten wird man in Mega Man X aber selbst dann keine Kritikpunkte vorfinden, wenn man sie mit der Lupe sucht: Das sehr gute Leveldesign, temporeiche und herausfordernde Bosskämpfe gegen imposante Gegner, die perfekte Spielbarkeit und der von Anfang bis Ende als "hart aber fair" einzustufende Schwierigkeitsgrad machen den SNES-Titel zu einem quintessentiellen Action-Platformer, der völlig zurecht zu den Paradebeispielen seines Genres gezählt wird. Auch technisch weiß der Titel zu überzeugen: Explosionen und zerberstende Gegner unterstreichen den Action-Anteil des Spiels, und der rockige Soundtrack zählt zu den besten auf dem SNES.

FAZIT
Mit Mega Man X ist Capcom ein absoluter Klassiker gelungen, der aufgrund seiner perfekten Spielbarkeit und der hohen Intensität des Gameplays unglaublich gut gealtert ist und daher auch heute noch genauso begeistern kann, wie vor fast 20 Jahren. Somit ist der Titel rund um die Reinkarnation des "Blue Bomber" auf eine Stufe mit Titeln wie Super Metroid oder Yoshi's Island zu stellen und zählt zu den absoluten Must-Have-Titeln der SNES-Bibliothek. Wir sprechen daher eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aus.

Wertung:

10

Andreas Held meint:

"Ein perfekt spielbarer, fetziger Action-Titel, der nicht umsonst einen festen Platz in der Videospielegeschichte hat."
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5 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
Kommentar

Konoe A. Mercury
vor 8 Jahren | 0
Das Spiel wird auf jeden Fall runtergeladen. Da ich bisher nur die SNES Version kenne gebe ich vor dem spielen mal keine Bewertung ab, die SNES Version würde ich aber mit 9.5 bewerten. Einziger Kritikpunkt wäre für mich die seichte Story, die natürlich vernachlässigt werden kann, aber mit sehr guter Story wäre das Spiel eben noch besser bzw. perfekt (10/10). Finde die Wertung aber trotzdem durchaus zutreffend und der Test liest sich auch sehr gut.

mega
vor 8 Jahren | 0
volle Punktzahl ist wohl etwas übertrieben. Klar, das Spiel macht sehr viel Spaß, hat klasse Mucke und auch die Upgrades und Rüstungserweiterungen sind eine gelungene Sache. Jedoch gibt es an manchen Stellen zu monotone und schlichte Optik und auch der Umfang ist immer noch bei 13 Leveln und damit 4 weniger als bei den letzten Classic Ablegern davor. Das kann man dem Titel durchaus ankreiden. Ein tolles Spiel, dennoch wegen des viel zu geringen Umfangs nur eine 9/10

Gab
vor 8 Jahren | 0
Klasse Game, mehr kann man schon fast gar nicht sagen, wenn man nicht Spoilern will. Ich habe es gleich heruntergeladen, und es fühlt sich wie früher an. Nostalgie pur! Gehört wirklich zu den Meilensteinen, deshalb schließe ich mich oben an....

Pogopuschel
vor 6 Jahren | 0
Absoluter Klassiker und eines meiner ewigen Top 10 Spiele!