Test: Final Fight 3

Von Burkhart von Klitzing am 17. Oktober 2013

1996 war ein gutes und ein schlechtes Jahr für das altehrwürdige SNES. Das N64 warf große Schatten und ebenso große Polygone voraus, bereit, das 3D-Zeitalter auch für Nintendospieler endgültig einzuleiten. Doch just in dieser Zeit des Umbruchs erlebte das SNES einen letzten (metaphorischen) Sommer mit Meisterwerken wie Terranigma, Donkey Kong Country 3, Kirby Super Star und: Final Fight 3. Abermals beehrte Badass-Bürgermeister Haggar exklusiv das 16-Bit-System, diesmal sogar mit feschem Pferdeschwanz für das letzte Quäntchen Coolness.

Neben Haggar zieht auch der aus dem Erstling bekannte Guy wieder mit in den Kampf gegen eine neue Bande Krimineller. Komplettiert wird die Charakterwahl durch die Neuzugänge Dean und Lucia. Doch nicht nur die blanke Zahl an Kämpfern wurde aufgestockt, auch das Move-Repertoire macht im dritten Anlauf deutlich mehr her. Zu Schlag, Griff und Sprungattacke gesellt sich unter anderem ein jederzeit ausführbarer Sprint. Dieser ermöglicht nicht nur schnelle Fortbewegung, sondern auch mächtige Dash-Angriffe und erweitert so gelungen die vormals etwas dünnen taktischen Möglichkeiten.

 



Endlich führt auch jeder Kämpfer eigene Angriffe ins Feld. Dean etwa schockt die feindliche Meute ganz buchstäblich mit seinen Elektro-Fähigkeiten. Viertelkreisbewegungen à la Street Fighter und Streets of Rage entlocken unseren Helden herrlich unkompliziert ihre mächtigen Attacken. Noch härter geht es zu, wenn der neue Special-Balken am unteren Bildschirmende voll aufgeladen ist. All diese neuen Elemente fügen sich in die Spielmechanik, als hätten sie nie gefehlt. Einzig absolute Prügelpuristen könnten sich die simpleren Rangeleien der Vorgänger zurücksehnen.

Alle anderen dürfen sich freuen, dass sie abermals mit einem Freund gemeinsam für Gerechtigkeit sorgen dürfen. Doch auch, wer keinen seiner Facebook-Freunde persönlich kennt, darf diesmal im Koop-Modus ran, denn auf Wunsch füllt ein KI-gesteuerter Kämpfer die Rolle des Freundes aus und unterstützt uns nach Leibeskräften. Erwartungsgemäß stellt sich die KI nicht immer allzu schlau an und sie darf – anders als wir – keine Continues nutzen. Sind also einmal alle Leben des Partners verloren, dann sind wir doch wieder allein auf weiter Flur. Dennoch nehmen wir den Computer-Kumpel gerne mit in die Schlacht.

Offenbar nahm sich Capcom die Kritik an den Bossen des Vorgängers zu Herzen, denn in Final Fight 3 können wir uns endlich wieder auf das Ende eines Levels und das begleitende Gefecht freuen. Dafür scheint bei Capcom eine Art Grundgesetz zu lauten: "Entweder lassen wir uns spannende Endgegner einfallen, oder abwechslungsreiche Umgebungen." Vielleicht dachte man sich, dass der geneigte Zocker von all den Eindrücken überfordert sei, wenn er beides auf einmal bekäme, jedenfalls stromern wir wie schon im ersten Teil wieder nur durch eine einzige Großstadt und vermissen so ein wenig die spannenden Ländertrips aus Final Fight 2.

Fazit:
Aller guten Dinge sind drei, so auch bei Final Fight. Dank des nun komplexeren Kampfsystems wird aus Final Fight 3 ein rundherum sehr gutes Sidescrolling Beat'em Up, dem für den Sprung an die Genrespitze lediglich die Abwechslung bspw. eines Streets of Rage 2 fehlt. Außerdem erkauft sich Final Fight 3 seine großen Sprites dadurch, dass maximal drei Feinde gleichzeitig mitmischen können. Das bekommen andere große Vertreter des Genres (wie etwa Streets of Rage 2) besser hin. Unter dem Strich ist FF 3 aber nicht nur eine klare Empfehlung für Fans des Genres, sondern locker das beste Spiel seiner Art auf der WiiU. Solange die VC nur NES und SNES unterstützt, dürfte sich daran auch sobald nichts ändern.

Wertung:

8.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Haggar in Hochform – und mit Pferdeschwanz."
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1 Kommentare:


Nakuri
vor 7 Jahren | 0
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