Test: Pinball

Von Burkhart von Klitzing am 30. Oktober 2013

Die einen loben Nintendo als Vorreiter der Innovation, in den Augen anderer melken sie scham- und gnadenlos ihre Marken wie Mario und Pokémon aus, doch eines ist sicher: In den ersten Jahren des NES bekleckerte sich Nintendos Kreativabteilung selten mit Ruhm, wenn es um die Namensfindung neuer Spiele ging. Soccer, Ice Climber, Baseball und nicht zuletzt Pinball, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das ist natürlich insofern gut, als dass man keine bösen Überraschungen nach dem Spielekauf erwarten muss. Hätte sich dieser Trend allerdings durchgesetzt, dann würden wir heute wohl statt Pikmin 3 „Blumenwerfer 3“ spielen.

Bei besagtem Pinball steckt jedenfalls noch drin, was auf der Packung drauf steht. Nämlich ein optisch wie akustisch zweckmäßiger, schnörkelloser Flipper, der aus gerade einmal einem Tisch (heißt ja schließlich nicht „Pinballs“) besteht. Dieser ist immerhin in zwei bildschirmgroße Areale aufgeteilt und fährt zudem noch eine separate Bonusrunde auf. Zwar bietet der Tisch einige unterschiedliche Elemente, wie eine bewegliche Plattform, aktivierbare Seitenpanele oder eine kleine Rampe, doch so manches Objekt lässt sich trotz der insgesamt guten Physik kaum präzise anvisieren. Hinzu kommen relativ viele unvermeidbare Ballverluste und die Erkenntnis, nach zwei Minuten alles gesehen zu haben, was das Spiel zu bieten hat.



Einziger echter Lichtblick bleibt die erwähnte Bonusrunde. Hier gilt es, Mario nach links und rechts zu lenken, während er eine Platte über seinen Kopf hält und mit dieser die Kugel im Spiel hält. Ziel ist es, die Kugel so in einige bunte Zahlen springen zu lassen, dass sich der Boden unter der eingesperrten Pauline (Marios Gespielin aus Donkey Kong) öffnet, und wir sie zu guter Letzt sicher auffangen. Das ist die ersten paar Male noch ganz spaßig, doch spätestens nach der fünften Wiederholung ist auch hier die Luft merklich raus.

Fazit:
Pinball hat kaum grobe Fehler, auf die man mit dem Finger zeigen könnte. Die Physik als zentrales Element eines jeden Flippers geht absolut in Ordnung und der Titel ist ohne Zweifel spielbar. Dennoch sollten nur ganz ausgehungerte Fans der Balls of Steel den Kauf dieser mehr als simplen Flipperumsetzung erwägen. In einer idealen Welt bekommen alle anderen irgendwann (wie schon auf Wii) Devil Crush zum Download angeboten. Man wird ja noch träumen dürfen.

Wertung:

4.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Kugel rauf. Kugel runter. Kugel rauf. Kugel runter."
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3 Kommentare:


Nakuri
vor 7 Jahren | 0
Kommentar

Der R
vor 7 Jahren | 0
Respekt dafür, dass du den ollen Schinken überhaupt noch getestet hast. Mich hätte allein der Anblick schon abgeschreckt ^^. Ganz schön fleissig.....so viele VC-Reviews in so kurzer Zeit! ...das Spiel braucht heute glaube ich kein Mensch mehr. Kenne es von früher und kann mich daher deiner Wertung nur anschließen. Damals war es vlt noch eine 7...aber heute finde ich die 4 schon recht großzügig.

KeeperBvK
vor 7 Jahren | 0
Danke. Alleine auch schon für das Lesen. Und natürlich den netten Comment. ;)
Unser Anspruch ist es eben, wirklich jeden Titel abzudecken. Egal, wie bescheiden seine Qualitäten sein mögen. Und ich als Retro-Fan nehme mich da eben gerne der Virtual Console an. Pinball braucht zwar wirklich (fast) niemand mehr heutzutage, aber ein wirklich schlechtes (im Sinne von unspielbar oder unsagbar schlecht designt) Spiel ist es eben auch nicht. Deswegen bin ich dann doch nicht noch niedriger gegangen. Zumal es wirklich Leute gibt, die diesen extreme simplen Flipper gerade wegen seiner Simplizität schätzen...aber ich denke, die meisten davon haben einfach schöne Kindheitserinnerungen an den Titel. ;)