Test: Baseball

Von Burkhart von Klitzing am 30. Oktober 2013

Undenkbar! Sportspiele von Nintendo so ganz ohne Mario. Wo kommen wir denn da hin?! Wenn wir uns die diversen Versuche auf dem NES anschauen, dann wohl an keinen sonderlich guten Ort. Der letzte Versuch dieser Art hörte übrigens auf den Namen Pennant Chase Baseball, sollte für den GameCube erscheinen und, tja, "sollte" erscheinen, denn es wurde gleich sang- und klanglos eingestampft, nachdem es auf der E3 2005 noch spielbar war. Auf Nintendos 8-Bitter erschien noch ein Baseball-Titel, doch wir hätten gut darauf verzichten können.

Optische Aufmachung und Sound wissen von Beginn an zu entgeistern: Der Sound ist penetrant düdelig und die Grafik ist noch gut damit bedient, keine körperlichen Schmerzen zu verursachen. Selbst für NES-Verhältnisse kommt die Optik aber arg primitiv daher. Spielerisch sieht es kaum besser aus; nach der Wahl von einem aus sechs (bis auf die Farbe) völlig gleichen Teams werden wir auch schon in ein einfaches Baseball-Match geworfen. Unterschiedliche Gegner, Schwierigkeitsgrade oder Spielmodi enthält uns Nintendo vor.


Gemäß der normalen Baseball-Regeln wechseln sich nun Batting- und Pitching-Phasen ab, die simpler kaum ausfallen könnten. Der Batter kann sich ein wenig umherbewegen und wird dennoch in den seltensten Fällen einen Ball vernünftig treffen, oder er kann einen Mitspieler von einer Base zur nächsten schicken. Der Pitcher kann schnelle oder langsame Bälle werfen und ihnen noch leichten Drall nach links oder rechts verpassen oder den Ball direkt zu einer Base werfen. Letzteres ist im Singleplayer-Modus allerdings gänzlich unnötig, da die KI-Gegner ohnehin nie versuchen, sich zur nächsten Base zu schleichen. Wenn ein Pitch getroffen wurde, kann der Spieler noch bestimmen, wohin der daraufhin gefangene Ball geworfen werden soll. Das war es auch schon.

Was das Spiel gänzlich zerstört, sind zum einen die unsäglich trotteligen Field-Mitspieler. Oft kommt ein Ball geflogen oder gerollt, und man lehnt sich entspannt zurück in dem sicheren Gedanken, das runde Spielgerät werde schon gefangen, nur um dann entsetzt aufzuspringen, weil das runde Spielgerät zwischen drei Leuten durchkullert, die daraufhin lächerlich animiert in Schneckentempo hinterhertrotten. Auch beim Batting bekommt man nie das Gefühl, ernsthaft Herr der Lage sein zu können. Man stellt sich hin, wartet auf den Ball, schlägt...und ist wieder einmal out.

Fazit:
Baseball mag nicht ganz so misslungen sein wie DK Jr. Math und wer tatsächlich einen Mitspieler findet, der kann eventuell zehn Minuten totschlagen. Ob das fünf Euro wert ist, das sollte wohl jeder sel...nein, tut mir leid, aber hier ist Schluss mit der Objektivität. Baseball war vor 25 Jahren schon kein gutes Spiel und dann ist es auch noch schlecht gealtert. Spielt lieber eine Runde Baseball in Wii Sports und bastelt einen Papierflieger aus dem 5-Euro-Schein.

Wertung:

1.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Sport aus der Pixelhölle."
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5 Kommentare:


Nakuri
vor 8 Jahren | 0
Kommentar

michi1894
vor 8 Jahren | 0
Tolles Fazit, vor allem die Sache mit dem Geldschein ;-)

KeeperBvK
vor 8 Jahren | 0
Hehe, vielen Dank. ^^

Der R
vor 8 Jahren | 0
Ich kam auf die Seite, sah als erstes diesen Satz: "
Optische Aufmachung und Sound wissen von Beginn an zu entgeistern:" und musste lachen :DDD

KeeperBvK
vor 8 Jahren | 0
Das freut mich sehr zu hören.
Das ist auch schon praktisch der einzige Zweck, den Reviews zu dermaßen miesen Machwerken noch erfüllen können...und genau dafür liebe ich schlechte Spiele. ;)