Test: EDGE

Von Nico Zurheide am 27. November 2013

Eckig. Alles ist eckig. Der erste Eindruck von EDGE (zu Deutsch: Kante) dürfte in etwa so ausfallen. Das Entwicklerstudio Two Tribes setzt momentan viele seiner älteren Spiele für die eShops von Nintendo um. Erst vorgestern konnten wir euch den Test des Rätselspiels Toki Tori präsentieren, zu dem ihr hier gelangt. Heute werfen wir einen kritischen Blick auf EDGE, das im Original 2008 von Mobigames für iOS entwickelt wurde und später eine PC-Portierung von Two Tribes spendiert bekam. Was genau euch bei diesem Spiel erwartet, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Eine Welt aus Quadern

Gleich zu Beginn könnt ihr zwischen normalen -, Extended - und Bonus-Levels wählen. Habt ihr euch für eines entschieden, findet ihr euch im Weltall wieder. Genauer gesagt auf einem kleinen Parcours, der von grenzenloser Leere umgeben zu sein scheint. Ihr spielt einen Würfel, der nichts anderes kann, als sich ein Feld nach dem nächsten weiterzurollen. Auf dem Weg zur Zielplattform solltet ihr dabei sämtliche bunt blinkenden Prismen einsammeln, die ihr benötigt, um spätere Levels freizuschalten. Außerdem lassen die Prismen den Würfel für kurze Zeit etwas schneller rollen, was in einigen späteren Welten von Bedeutung ist. Der Weg zum Ziel ist natürlich kein gerader Pfad, er ist vielmehr eine Ansammlung von grauen Würfeln, die sich teils bewegen und manchmal übereinanderstapeln. So sind sämtliche Gebiete unterschiedlich aufgebaut und ihr müsst jedes Mal neue Aufgaben bewältigen, die eurem Würfel durch die verschiedenen Hindernisse gestellt werden. Fallt ihr von der Plattform, müsst ihr natürlich am letzten Checkpoint neu starten.

Da das Prinzip des Rollens, Kletterns und Ausweichens natürlich schnell langweilen kann, hat sich der Entwickler allerlei Dinge einfallen lassen, die dem sonst eher trüben Spielablauf Farbe verleihen. Seien es Schalter, die bei Betätigung das Umfeld verändern, Plattformen, die nach einer Berührung wegbrechen, oder Klötzchen, die euch bei Berührung von sich wegschießen - für Abwechslung ist gesorgt. Des Öfteren müsst ihr euren Würfel auf einem speziell dafür vorgesehenen Feld verkleinern lassen, um den nächsten Abschnitt zu bewältigen. Mit dem kleineren Würfel seid ihr zwar nicht mehr ganz so schnell unterwegs, dafür könnt ihr mit ihm durch Tunnel rollen oder beliebig lange eine Wand hinaufklettern. Der normal große Würfel benötigt im Gegensatz dazu zum Beispiel eine Treppe, um höher zu gelangen.

Geschickt eingefädelt

EDGE ist ein Geschicklichkeitsspiel. Das sollte für alle gesagt sein, die auf ein weiteres Rätselspiel im Stil von Toki Tori gehofft hatten. Zumeist muss man nicht lange über den richtigen Weg nachdenken, normalerweise gibt es sogar nur eine korrekte Richtung. Dafür braucht man umso mehr Fingerspitzengefühl, wenn man das eckige Spielgerät durch enge Passagen lotsen möchte oder den Würfel an einer sich bewegenden Plattform für längere Zeit im Gleichgewicht halten muss, um weiter voranzuschreiten. Mögen die 48 normalen Levels noch nicht sehr viel Können abverlangen, geht es in den 17 Bonuswelten richtig zu Sache. Und in den 44 Arealen im Extended-Modus trifft man hin und wieder einen schwarzen Würfel, der ebenfalls munter durch die Gegend kullert. Trifft er dabei gelegentlich einen Schalter und bereitet euch dadurch neue Wege, so kann dies kaum seine Absicht gewesen sein. Das dunkle Pendant zu eurem bunten Würfel ist euch nämlich mitnichten freundlich gesinnt - er ist sozusagen ein bösartiger Begleiterkubus. Und weil dieser euch immer wieder gehörig auf die Nerven geht, kommt es zum Schluss sogar zu einem epischen Showdown Würfel gegen Würfel. Nunja, so episch es mit diesen Klötzchen eben möglich ist.

FAZIT:

EDGE macht insgesamt vieles richtig und wenig falsch. Der 8-Bit-Soundtrack liefert die passende Musik zum flotten Spiel für zwischendurch, sollte man aber längere Zeit am Stück spielen, nerven die sich wiederholenden Lieder etwas. Für den momentan niedrigen Preis von 2€ (bald 4€) kann der Titel einige Zeit lang unterhalten. Vor allem wenn man alle Prismen einsammeln will, braucht man schon einige Stunden, da diese durch den Blickwinkel und damit verbundene optische Täuschungen teilweise sehr gut versteckt sind. Durch die vielen Einfälle der Entwickler sind die Levels abwechslungsreich und später auch sehr fordernd. Unfair oder frustrierend wird es durch die fair gesetzten Speicherpunkte aber nie. Dank der knapp 120 verschiedenen Herausforderungen kann man also gerade jetzt im Rabattzeitraum einen Blick auf EDGE werfen.

Wertung:

8.5

Nico Zurheide meint:

"Dieses Spiel ist so simpel wie massentauglich. Mit einem Kauf wird man nichts falsch machen."
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10 Kommentare:


Tim
vor 8 Jahren | 0
WiiUX-Review zu EDGE

La_Pulga
vor 8 Jahren | 0
Klingt doch ganz nett und für 2€ kann man da sicherlich nichts falsch machen. Danke für den Test, das wäre sonst völlig an mir vorbei gegangen.

Tapioka
vor 8 Jahren | 0
Habe es mir auch schon gekauft, war jeden Cent wert. Für 2 Euro einfach perfekt und auch ein absolut ideales Spiel für OffTV-Play.

Spannend ist jetzt nur noch, wann die ersten Leute ankommen und sagen, dass Mario 3D World ja nur 8.0 hatte :D.

Chris
vor 8 Jahren | 0
EDGE ist solide und das Preis-/Leistungsverhältnis gut, aber nichts spektakuläres meiner Meinung nach.

Der größte Kritikpunkt ist die geringe Abwechslung. Sich wiederholende Musik und immer gleichaussehende, graue Level. Spielerisch sieht es etwas, aber nicht viel besser aus.

Schalter und wegbrechende Plattformen waren schon vor 20 Jahren Standard und heben das Spiel nur auf das designtechnisch gute Niveau. "Abwechslung" würde ich das allerdings nicht nennen.

Was mir positiv aufgefallen ist, ist die Möglichkeit sich an bestimmten Blöcken kurzzeitig "festzuhalten" und dann die Zeit im Score abgezogen zu bekommen. Da haben sich die Entwickler schon was einfallen lassen.

Dennoch könnt ihr wegen der zugänglichen Steuerung & dem geringen Preis nicht viel falsch machen.


Denios
vor 8 Jahren | 0
Also ich kann dem Spiel "nur" eine gut gemeinte 7 geben. Für 2€ kann man wirklich nix falsch machen und es macht auch etwas Spaß, aber man merkt deutlich, dass es eben nur so eins dieser typischen "Handyspiele für zwischendurch" ist. Aber für Edge schmeiße ich nicht unbedingt meine Konsole an. Es ist in allen Belangen sehr minimalistisch, was nicht schlimm ist, aber auch keinen Wow-Effekt herbeiführt. 8.5 finde ich zwar ein bisschen viel, aber sonst kann ich dem Test eigentlich vollkommen zustimmen, denn simpel und massentauglich ist es allemal^^

blither
vor 8 Jahren | 0
Die Vidoes im eShop haben wenig Eindruck hinterlassen, aber der Test liest sich gut.

nubbel
vor 8 Jahren | 0
Damit isses auf einer Ebene mit Ghosts und weit vor dem sehr abgeschlagenen SM3DW ;)

Wario
vor 8 Jahren | 0
Für 2€ zwar nich teuer aber für mich nicht notwenig zu kaufen.. Ha es auf en Handy wo man es durch kippen spielen kann,hab es auch schon durch gehabt und kann deswegen sagen das sich der Kauf lohnt.. :)

PS: Guter Test Nico.. :)

KeeperBvK
vor 8 Jahren | 0
@ Nubbel: Äpfel und Birnen? Das hier ist ein eshop-Test zu einem €2-Download-Spiel.

Chuckbert
vor 7 Jahren | 0
mich persönlich konnte Edge nicht lange fesseln, aber in punkto Preis-Leistung geht das Game völlig in Ordnung