Test: The Legend of Mystical Ninja

Von Burkhart von Klitzing am 17. Januar 2014

Heute öffnen wir ein Kapitel in dem stetig wachsenden Wälzer "Vergessene Spielehelden". In Japan seit jeher und bei uns seit den seligen N64-Zeiten sind diese Spielereihe und ihr Protagonist als Goemon bekannt. In dem nun auch auf der Wii U-VC veröffentlichten The Legend of the Mystical Ninja hört der gewitzte Blauschopf allerdings noch auf den Namen Kid Ying. Namenwirrwarr hin, beinahe durchgehend hohe Qualität der gesamten Serie her – mittlerweile ist Goemon in Japan nicht mehr als eine Werbefigur für Glücksspielautomaten, während er bei uns gar vor 16 Jahren seinen letzten Auftritt hatte.

Goemon hat sich wie so manch anderer Spieleheld bereits in diversen Genres ausgetobt, etwa Brettspiel, Jump'n'Run und Kart-Racer, doch in seinem ersten SNES-Auftritt bleibt er seinen NES-Wurzeln in einer Kombination aus Jump'n'Run und Action-Adventure treu. So durchläuft er in den neun Stages zunächst jeweils eine Art Oberwelt aus einer leicht versetzten Vogelperspektive. Hier finden sich Häuser mit freundlichen Einwohnern, die neben einem kleinen Schwatz auch nützliche Tipps, Verkaufsgegenstände oder Minispiele (z.B. ein Level aus Gradius, ein Würfelspiel oder ein schickes 3D-Labyrinth) in petto haben. Der heldenhafte Ninja verdrischt dabei Unmengen von Gegnern mit einer zum Jojo aufrüstbaren Pfeife, immer auf der Suche nach dem Eingang in das nächste klassische Jump'n'Run-Level, das stets die zweite Hälfte eines jeden Levels bildet.



Hier steht standardmäßige Hüpf-Kost an, aber zumindest darf sich Goemon weiterhin mit seiner Waffe wehren. Wer an allen Gegnern und Abgründen vorbeikommt, der erreicht den Boss der Stage und kann nach dessen Niedergang in den nächsten Bereich Japans reisen. Apropos Japan: Neben der gelungenen Verbindung zweier routiniert ausgeführter Genres zieht The Legend of the Mystical Ninja den Großteil seiner Faszination aus dem Setting. Seien es die typischen Häuser des feudalen Japans, asiatische Flora, weise Waschbären, umherlaufende Fischhändler oder lebendige, einäugige Regenschirme - alles sprüht vor japanischem Charme. Trotz etwas biederer Technik entfaltet sich eine absolut stimmige Welt, die gerade für den westlichen Spieler regelmäßig neue Überraschungen bereithält. Solch eine Atmosphäre findet sich in unseren Breitengraden sonst nur in der Kiki Kai Kai-Serie (hierzulande bekannt als Pocky & Rocky), doch die markiert ein anderes Kapitel im Buch der vergessenen Spielehelden.

Fazit:
Die Oberwelt-Abschnitte verlieren mit der Zeit etwas an Faszination und grenzen bisweilen an dezent ereignislose Gewaltmärsche, und die Jump'n'Run-Levels erfinden das Hüpfrad zu keiner Zeit neu. Doch dadurch, dass sich beide abwechseln, und Minispiele das Geschehen weiter auflockern, kommt kaum Langeweile auf. Der Hauptkaufgrund ist jedoch das Setting. Wer mit japanischer Kultur und japanischen Mythen nichts anzufangen weiß, sollte sich besser nach Alternativen in beiden Genres umschauen. Jeder der weiß, was ein Kappa ist, oder es gerne wissen möchte, kommt dagegen nicht um The Legend of the Mystical Ninja herum. Das Gleiche gilt auch für Fans von Koop-Multiplayer, denn gemeinsam mit einem Freund macht die verquere Geschichtsstunde gleich noch mehr Spaß.

Wertung:

8.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Gelungener Genre-Cocktail abseits üblicher Klischee-Settings."
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3 Kommentare:


Nakuri
vor 7 Jahren | 0
Kommentar

mch
vor 7 Jahren | 0
Hatte früher von dem Spiel gehört ..und dann kam doch noch eins für die N64?! Sieht auf jeden Fall sehr interessant aus. Auch wegen dem Koop-Multiplayer!

KeeperBvK
vor 7 Jahren | 0
Bei uns gibt es sogar zwei N64-Teile (beide großartig). In Japan ist noch ein drittes N64-Spiel erschienen, das allerdings ein leidlich spannendes Brettspiel ist.