Test: Ice Hockey

Von Burkhart von Klitzing am 22. Februar 2014

Ice Hockey auf dem NES entführt euch in eine lebensnahe Welt voll schwerwiegender, moralischer Entscheidungen und nicht enden wollender Abenteuer. Zumindest mit etwas Fantasie, denn in Wahrheit ist es natürlich, was der Name verspricht: Ein Spiel zum Kufensport ohne allzu viel Drumherum. Für ein 8-Bit-Sportspiel ist es aber heute noch erstaunlich gut spielbar und verdient sich damit eine gewisse Aufmerksamkeit. Wir bitten also um Verständnis für die kleine Notlüge eingangs.

Die Optionsvielfalt erschöpft sich nicht etwa schon in der Wahl einer Nation, einer Spielgeschwindigkeit (und somit Schwierigkeitsgrad) und der Spielzeit einer Partie. Der besondere Kniff liegt in der Möglichkeit, die vier Spieler des eigenen Teams selbst zusammenzustellen: Dünne Sportler sind schnell, verstehen sich dafür auf den direkten Körperkontakt wie im Wind umknickender Schilf und packen weniger Schmackes in ihre Schüsse als Axel Schulz in seine Fäuste. Dicke Spieler dagegen rammen Gegner locker aus dem Weg und beschleunigen den Puck ordentlich, sind jedoch naturgemäß langsam auf den Kufen unterwegs. Als Kompromiss dient der mittelschwere Spieler.



Was nun folgt, ist ein schnelles, hektisches und zunächst völlig unübersichtliches Einzelmatch – sorry, keine Turniere oder ähnliches. Doch mit der Zeit findet man in das prinzipiell einfache Konzept aus Tacklen, Spielerwechsel, Passen und Schießen hinein, plant gekonnte Offensiven und verteidigt effektiv. Der Spielausschnitt zeigt dabei zwar nicht das gesamte Spielfeld, doch zumindest meist genug, um zu sehen, wo man hinspielen sollte. Jede Bewegung lenkt neben dem aktuellen ausgewählten Feldspieler gleichzeitig auch den Torhüter, was oft für weitere (angenehme) Hektik, aber in den richtigen Händen auch für ein zusätzliches Maß an Taktik sorgt. „Soll ich auf den Gegenspieler zulaufen und ihn tacklen? Das würde ja bedeuten, dass ich den Goalkeeper wegbewege. Vielleicht positioniere ich lieber den Keeper richtig und hoffe darauf, dass er es richtet.“

Fazit:
Ice Hockey teilt ein Schicksal mit einem Gros der Sportspiele aller Generationen: Ohne Mitspieler fehlt auf Dauer etwas. Im Falle von Ice Hockey trifft das besonders zu. Alleine gerade noch nett, aber völlig belanglos, schwingt sich der Titel mit einem Freund zu einem idealen Pausenfüller auf. Einzelspieler haben binnen kürzester Zeit alles gesehen und langweilen sich trotz ordentlicher Spielbarkeit schnell. Doch wer einen Gegenspieler aus Fleisch und Blut findet, der wird merklich länger unterhalten, da die Partien actionreich und hektisch sind, aber auch einen gewisse taktische Tiefe bieten - nicht zuletzt dank der verschiedenen Spielergewichte. Zudem erlaubt Ice Hockey das Antäuschen von Schüssen, und wieviele NES-Spiele erlauben es schon, einen Freund zu foppen?

Wertung:

6.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Wer braucht Sotschi, wenn er Pixel hat?"
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4 Kommentare:


Nakuri
vor 7 Jahren | 0
Kommentar

Tobsen
vor 7 Jahren | 0
Ich würde mehr SNES-Spiele für die WiiU-VC begrüßen. Die NES-Titel sind mir eine Spur zu retro^^. Irgendwie können die mich nicht mehr reizen. Sogar Metroid und Zelda in ihren NES-Ablegern sind für mich höchstgrenzwertig.
Trotzdem cool, dass ihr die ganzen NES-Schätzchen immer mit einem vernünftigen Test würdigt und nicht einfach nur deren Release mit einer News abspeist!

Der R
vor 7 Jahren | 0
Wieder schöner Artikel :)

(Punkt fehlt im 2. Abschnitt, Zeile 2)

Nakuri
vor 7 Jahren | 0
@Der R

Was, was? Ich seh da nichts. :D