Test: Dr. Mario

Von Burkhart von Klitzing am 23. Februar 2014

Wir machen ein Fässchen auf und feiern das fünfte Mal: Mit Dr. Mario schafft abermals ein Titel den Sprung auf die europäische WiiU-VC, der die Wii noch aus unerklärlichen Gründen ausließ. Mit dem vor nicht allzu langer Zeit veröffentlichten Dr. Luigi hat der Medicus mit dem Schnauzbart allerdings starke Konkurrenz aus der eigenen Familie vor der Brust.

Wer Dr. Luigi oder irgendeinen anderen Teil der mittlerweile 24 Jahre alten Serie kennt, der weiß denn auch genau, worauf er sich hier einlässt. Wo heute Physik-Spielereien das Puzzle-Genre bestimmen, da waren es in den 90ern noch Blöcke und Röhren. Hier ist die Röhre eine Medizinflasche, und die Blöcke kommen als Pillen daher. Jede Pille besteht aus zwei verbundenen, farbigen Teilen und lässt sich wie schon in Tetris mit oder gegen den Uhrzeigersinn drehen, während sie der Schwerkraft folgend nach unten fällt. Pillensegmente lösen sich auf, wenn vier von ihnen in gleicher Farbe eine vertikale oder horizontale Reihe bilden, doch der eigentliche Zweck des medizinischen Einsatzes ist es, alle Viren einer Flasche zu beseitigen, bevor es in das nächste Level geht.



Was simpel klingt, entpuppt sich bald als – tatsächlich simpel. Doch gerade durch diese simple Prämisse ohne viel Klimbim in Form von Sonderregeln entsteht binnen Minuten eine immense Suchtspirale. Das Prinzip ist schnell verstanden, die ersten Levels schnell gemeistert, und so macht man „nur noch schnell ein Level“ bis doch gleich wieder Stunden vergangen sind. Mit der Zeit verfeinern wir dabei unser Vorgehen nach und nach. Wir legen schnell einen Weg zum Boden der Flasche frei, um nicht gebrauchte Pillen gefahrlos zu entsorgen. Wir bauen Türme von unten an Viren heran. Wir schieben Pillen seitlich ins Ziel und drehen sie im letzten Moment. Wir machen uns die Physik zunutze, die Pillensegmente herabfallen lässt, wenn das zweite Glied in einer Viererreihe verpufft. Kurzum, wie bei jedem guten, leicht zu erlernenden Spiel ist der Weg zum Meister kein kurzer, aber ein spaßiger.

Einzig am Umfang hapert es gewaltig in diesem Serienerstling. Abgesehen von dem netten Zweispielermodus dürfen wir uns nur in einem einzigen Modus austoben, in dem wir immer schwieriger werdende Levels aus dem Zufallsgenerator eins nach dem anderen angehen. Immer mehr Viren, immer höhere Geschwindigkeit. Mehr Abwechslung dürfen wir nicht erwarten. Das höchste der Gefühle ist hier die Auswahl aus zwei Musikuntermalungen, die zumindest beide gehörigen Ohrwurmcharakter haben. Ansonsten spielen wir immer weiter, bis irgendwann eine Höchstgrenze an Viren erreicht ist und das Geschehen zudem ein Stück weit vom Zufall entschieden wird. Bekommen wir anfangs nur unpassende Pillen, dann kann eine N iederlage schonmal vorprogrammiert sein.

Fazit:
Ein kurzer Warnhinweis: Wenn ihr merkt, dass ein Arzt eigentlich nur ein Klempner im weißen Kittel ist, dann nehmt die Beine in die Hand. Dr. Mario stellt die löbliche Ausnahme dar, hier nehmen wir auch nach 24 Jahren noch gerne den Controller in die Hand. Puzzle-Freunde werden bestens unterhalten, auch wenn der Umfang mickrig ausfällt und spätere Levels frustrieren. Als kostenlose Dreingabe für Besitzer von Dr. Luigi ist der Download eine feine Sache, doch bleibt die Frage, warum man es sich für 5 Euro kaufen sollte, wenn der grüne Bruder sein Medizinköfferchen so viel praller gepackt hat. Dr. Mario bietet nichts, was Dr. Luigi nicht auch böte. Hier wäre der Release von Tetris & Dr. Mario oder gar Dr. Mario 64 sicher eine bessere Alternative gewesen.

Wertung:

7.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Spaß mit bunten Pillen."
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4 Kommentare:


Nakuri
vor 7 Jahren | 0
Kommentar

Duffman
vor 7 Jahren | 0
Ich habe den Test nicht gelesen, aber ich finde es ziemlichen Blödsinn, dass Nintendo Dr. Luigi (was ja das orginial beinhaltet) so zeitnah an dem Original rausbringt. Wozu brauch man beides?

Matthew1990
vor 7 Jahren | 0
@Duffman
Gab es nicht eine Aktion: Wer Dr. Luigi kaufte, bekommt Dr. Mario gratis dazu?

KeeperBvK
vor 7 Jahren | 0
Jupp. Wenn man den Test denn auch liest, dann erfährt man es im Fazitteil. ;)