Test: Mighty Bomb Jack

Von Burkhart von Klitzing am 30. März 2014

1984 erschien ein nettes, kleines Spielchen, das auf den Namen Bomb Jack hörte. Der namensgebende Held sammelte in bildschirmgroßen Levels die nicht minder namensgebenden Bomben, sprang wild umher und wich auf seiner Weltreise vorbei an Sehenswürdigkeiten wie der Sphinx einem bunten Sammelsurium an Feinden aus. Zwei Jahre später bescherte Tecmo uns mit Mighty Bomb Jack einen Nachfolger, doch auch wenn Bomben und Jack eine Rückkehr feierten, Mighty – also mächtig – war und ist das Machwerk leider kaum.

Jack, mit dem blauen Etwas auf dem Kopf, erkundet neuerdings eine ausgewachsene Pyramide, die wiederum in 16 Levels unterteilt ist. Jedes dieser Levels besteht dabei wiederum zunächst aus einem etwas längerem Abschnitt, wobei „länger“ auch relativ ist. Eilen wir zügig von links nach rechts, dann ist der Ausgang stets in weniger als einer halben Minute erreicht. Das bringt uns wiederum in klassischere Abschnitte in der Größe eines einzigen Bildschirms. Hier gilt es, alle Bomben aufzusammeln, bevor das nächste Level abermals mit der selben Aufmachung aufwartet.

Wir sprachen eben davon, dass Jack eine Pyramide „erkundet“, doch dehnt das die Definition dieses Begriffes schon ganz ordentlich, denn sämtliche Abschnitte sind arg linear und knausern leider auch mit spielerischer Abwechslung. Feinde erscheinen zufällig und purzeln gen Boden, wo sie sich wiederum in anderes Gesocks verwandeln und bspw. das Fliegen lernen. Unserer Haut erwehren können wir trotz all der Bomben, die wir alle Naselang sammeln, nicht, also bleibt nur das Heil in der Flucht.



Hier legt uns allerdings die Steuerung unnötig Steine in den Weg, denn wo wir in anderen Jump'n Runs höher springen, je länger wir den Sprungknopf drücken, da steigt Jack höher und höher und mag kaum noch damit aufhören, außer, wir drücken in der Luft noch einmal auf die zugehörige Taste. Bis man sich daran einmal gewöhnt hat, geht einiges an Zeit ins Land, und gewonnen ist durch dieses ungewöhnliche Setting nichts. Zumindest dürfen wir auch auf Wunsch unseren Fall deutlich verlangsamen, indem wir wie wild auf den Sprungknopf hämmern. Dennoch bleibt das Gefühl, dass hier eine kleine Änderung viel für den Komfort hätte bewirken können.

Das ist umso bedauerlicher, als dass Mighty Bomb Jacks einzige Stärke in seinen zahllosen Geheimnissen liegt. Kisten säumen die gesamte Pyramide. Manche offen sichtbar, manche in unscheinbaren Blöcken versteckt. Dummerweise liegt zumindest ohne passende Powerups die einzige Möglichkeit, Kisten zu öffnen oder aufzudecken darin, sich auf sie zu stellen und dann zu springen. Mit einer derart nervigen Sprungsteuerung überlegt man es sich dann doch zweimal, ob man das wirklich auf sich nehmen möchte. Kaum besser: Sammeln wir einmal mehr als neun Münzen ein, dann bestraft uns das Spiel mit einem Ausflug in den Torture Room, der Zeit und Nerven kostet.

Mighty Bomb Jack steuert sich unnötig frickelig, es ist monoton, und es frustriert auch gerne mal. So erscheint eine Mumie plötzlich irgendwo im Bild - gerne auch dort, wo Jack gerade herabsegelt - und verwandelt sich kurz darauf in eine fliegende Kreatur, die nicht nur deutlich schneller unterwegs ist als unser Protagonist, sondern auch gerne mal viel zu enge Passagen blockiert. Passagen, die übrigens alle Nase lang für Deja-Vùs sorgen. Allzu oft geht einem beim Betreten eines neuen Abschnittes nur ein Gedanke durch den Kopf „Hmmm, hier war ich doch schon...“.

Fazit:
Ein paar clevere Ideen wollen wir Tecmo gar nicht absprechen. Geduldige und findige Spieler könnten sich tatsächlich einige Zeit freudig in Mighty Bomb Jack und dessen Pyramide vergraben. Die Allgemeinheit dagegen sieht nur ein unterklassiges Jump'n Run, das deutlich hinter der Konkurrenz zurückbleibt. Popularität ist nicht immer ein Beleg für Qualität, aber es gibt definitiv mehr als einen Grund, warum Mario dort ist, wo er heute ist, und Jack, tja, vermutlich im Pharaonengrab vermodert.

Wertung:

3.0

Burkhart von Klitzing meint:

"Jack-eline, komm wech von die Bomben."
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3 Kommentare:


Nakuri
vor 7 Jahren | 0
Kommentar

Der R
vor 7 Jahren | 0
scheint ja n richtiger Kracher zu sein ....schlägt ein wie ne Bombe ....

...da hock ich lieber weiter aufm Pulverfass bei Donkey Kong :D

speedy-a
vor 7 Jahren | 0
Das Spielautomatenspiel machte damals Spaß! Aber das NES Spiel war nicht so der Knaller ggg...