Test: Color Zen

Von Michael Prammer am 06. Juni 2014

Beginnen möchten wir dieses Review mit einer Frage: Wann habt ihr zuletzt ein Spiel auf eurer Konsole gestartet und dabei keinerlei Zwang verspürt, irgendetwas erreichen zu müssen? Klingt vielleicht im ersten Moment etwas merkwürdig, doch genau das will Spieleschmiede Cypronia mit Color Zen auch erreichen. Das simple Puzzle-Spiel, das bereits für Smartphones zum Download angeboten wurde, hat es nun auch in den eShop der Wii U geschafft und kann für einen kleinen Preis erworben werden. Ob sich das auch lohnt, verraten wir euch in unserem eShop-Test.

Genial einfach - einfach genial?
Color Zen als Spiel im herkömmlichen Sinne zu bezeichnen ist schon fast absurd. Der Titel verfolgt lediglich ein simples Ziel: Ihr müsst dem Bildschirm einen farblichen Komplettanstrich verpassen. Und das war es schon? Ja und nein. Denn obwohl das Ziel kaum einfacher gestrickt sein könnte, bietet euch Color Zen dennoch ein ausgereiftes Spielerlebnis, das euch immer wieder an die Konsole lockt – vorausgesetzt, ihr könnt etwas mit Puzzle-Spielen anfangen. Das grundlegende Spielprinzip ist dabei denkbar einfach. Eure Aufgabe ist es den gesamten Bildschirm in der Farbe des vorgegeben Bildschirmrahmens zu färben, ohne das dabei ein auf dem Spielfeld befindlicher Spielstein übrig bleibt. Spielsteine gibt es in allen möglichen Formen und Farben. In der Folge müssen nun jeweils zwei Spielsteine derselben Farbe ineinander geschoben werden, um diese von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Um die Farbrätsel vollständig zu lösen ist es daher von besonderer Wichtigkeit, die Spielsteine in der richtigen Reihenfolge aufzulösen und sich für den finalen Zug einen Spielstein in der Farbe des Bildschirmrandes aufzuheben.


Die ersten Level von Color Zen sind dabei noch ziemlich banal und sollen wohl eher als Einführung dienen. In der Folge werden die Farbformationen jedoch recht schnell komplexer und man muss bereits nach kurzer Zeit seine grauen Zellen stark in Bewegung bringen, um nicht zu verzweifeln. Glücklicherweise läuft das Spiel jedoch ganz ohne Zeitdruck ab, sodass man sich seine nächsten Züge in aller Ruhe überlegen bzw. gemütlich herumprobieren kann. Gesteuert wird das ganze Geschehen mit dem Touchpen, zum Spielen wird lediglich das GamePad benötigt. Ihr zieht dazu ganz einfach die entsprechenden Farbfelder zueinander, bis diese den Bildschirm einfärben und damit verschwinden. Die generellen Aufgaben in Color Zen können sich zudem auch schon einmal unterscheiden. Es gibt unter anderem auch „schwarze“ und „weiße“ Farbblöcke, die andere Eigenschaften haben. So nehmen diese beiden Sonderlinge die anderen Farben bei einer Berührung aus dem Spiel, sodass man sie quasi als eine Art "Joker" ansehen kann.

Technisch auf Handy-Niveau

Über die optische Aufmachung von Color Zen braucht man im Prinzip gar keine Worte zu verlieren. Was auf den Bildschirm „gezaubert“ wird, bekommt auch ein uraltes Handy mit Farbdisplay hin. Kein Wunder, immerhin handelt es sich um eine simple Smartphone-Umsetzung. Der Sound ist ebenso gemütlich, einfache Elektrobeats begleiten das Spielgeschehen. Der Fernseher kann zudem ohne Probleme ausgeschaltet bleiben, das Spiel läuft sowieso auf dem Wii U-GamePad.


Trotz dieser technischen Minimalistik bietet Color Zen genug Knobelfutter für sein Geld. Die Levelanzahl beläuft sich auf 460 unterschiedliche Spielstufen, die teilweise schnell, manchmal auch erst nach mehrmaligen Versuchen, zu bewältigen sind. Sehr nervig jedoch: Es ist nicht möglich ein ausgewähltes Level jederzeit abzubrechen. Will man wieder zurück zum Auswahlbildschirm, muss das Spiel erst komplett beendet werden. Auch wurde die Sprache im Spiel komplett in Englisch gehalten, was aufgrund des einfachen Spielprinzips jedoch selbst für jüngere Spieler unproblematisch sein sollte.

Fazit:

Color Zen ist ein sehr minimalistisch gehaltenes Knobelspiel mit dem jedoch Freunde klassischer Puzzle-Spiele dennoch ihre Freude haben werden. Das Spielprinzip ist einfach verständlich, der Umfang ordentlich und für 2,99€ erhält man das Spiel sogar zum absoluten Sparpreis. Dies hat jedoch auch seinen Haken, sodass man nicht mehr als eine einfache und technisch triste Smartphone-Umsetzung erwarten sollte, dessen Steuerung jedoch zumindest an das Wii U-GamePad angepasst wurde. Aufgrund des günstigen Preises dürfen Fans des Denksports trotzdem gerne zugreifen.

Wertung:

7.0

Michael Prammer meint:

"Malen nach Zahlen im Handy-Format."
Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

1 Kommentare:


FaMe
vor 7 Jahren | 0
Okay! Ist auch nicht mein Genre XD