Test: Monkey Pirates

Von Stefan Finke am 26. Juni 2014

Obst ist gut gegen Skorbut. Unter diesem Motto haben sich einige Affen aufgemacht und leben nun ihre schwarze Seele beim Schiffe plündern aus. In Monkey Pirates macht ihr als einer dieser Primaten die See unsicher, wobei vor allem vor rivalisierenden Brüsteklopfern und Bananenfressern kein Halt gemacht wird. Dabei fungiert der Titel in erster Linie als spaßiges (Offline-)Multiplayer-Erlebnis, bei dem ihr eure Rivalen mit möglichst großem Kanonenlärm und hölzernem Krawall den Garaus machen müsst.

Affen auf hoher See
Ihr steuert einen von insgesamt vier wählbaren affentastischen Kapitänen, die jeweils mit einem individuellen Attribut glänzen. Die Schimpansenzwillinge zum Beispiel segeln mit ungeschlagener Geschwindigkeit und Oranglu Tan schießt mit seinen Kanonen viel viel weiter. Eure Aufgabe besteht nun darin, die Gegner durch geschicktes Navigieren und Beschießen auf den Meeresgrund zu befördern. Eine Einführung ins Spiel wird dabei sowohl in schriftlicher als auch in spielerischer Form angeboten, bei der ihr direkt erste Erfahrungen als Affenkapitän sammeln könnt. Mit bis zu drei Lebenspunkten fährt euer Schiff je nach Windrichtung unterschiedlich schnell, ein farbkodierter Kompass gibt hier die nötige Auskunft. Mit dem Drift-Button bringt ihr euer Schiff mit einer schnellen Drehung zum Stillstand und könnt so flexibel um die zahlreichen Insel und Riffe navigieren. Und die haben es in sich. So sind die Riffe weitaus breiter, als sie im ersten Moment vielleicht erscheinen, und bringen euch rasch um eure Schiffe, wenn ihr einmal gegen sie poltert. Und seid ihr einmal unter gegnerischen Beschuss, dauert es nicht lange bis ihr ausversehen gegen eben diese strandet. Habt ihr die grundlegende Spielmechanik im Tutorial erst einmal verinnerlicht, könnt ihr diese in vier Challenges weiter üben.



Doch das Affengeschrei wird erst so richtig laut wenn Powerups mit ins Spiel kommen. Zu Anfang kann jeder Spieler einen zusätzlichen passiven Effekt wählen; beispielsweise Immunität gegen kräfteraubende Voodoo-Masken oder Lebensregeneration beim Versenken von gegnerischen Schiffen. Auf der See selbst sind weitere Powerups verteilt, die von euch eingesammelt werden wollen. Rote Powerups beeinflussen eure Kanonen: So schießt ihr je nach Powerup mehr Kugeln oder gibt ihnen eine besondere Stärke. Grüne Powerups geben euch dagegen defensive Boni, die euch beim Navigieren oder Abwehren von feindlichen Attacken helfen bzw. schützen. Blaue Powerups sind oftmals globale Effekte, die den Spielfluss eurer Gegner deutlich stören. Ein bisschen zuviel Kokos-Schnaps und die gegnerischen Schiffe sind das letzte Mal geradeaus gefahren.

Singleplayer pfui, Multiplayer hui
Im eigentlichen Spiel wird entweder gegen eine KI oder gegen menschliche Kumpanen gespielt, wobei das Spiel gegen Freunde eigentlich als einzige Option zu empfehlen ist, da die KI recht fehlerhaft ist. So bewegt sie sich manchmal für längere Augenblicke gar nicht oder navigiert oftmals von alleine gegen Inseln und zerstört sich dabei ganz von selbst. Gespielt wird dabei ausschließlich mit bis zu vier Wii-Remotes. In drei verschiedenen Modi und etlichen Karten könnt ihr dann die Rüben einschießen. Der erste Modus funktioniert nach einem klassischen Deathmatch-Prinzip, im "Jolly Roger" geht es wie der Name schon verrät, um die Totenkopf-Flagge. Nur ein Schiff kann im Besitz dieser Flagge sein und bekommt Punkte für jede 10 Sekunden, in der die Flagge gehalten werden kann. Im Bananen-Modus gilt es hingegen so viele Bananen wie möglich aufzusammeln, doch Obacht! Beim Ableben verliert ihr eure Bananen und lässt diese für eure Gegner auf hoher See zurück.

Bei all den bisher erwähnten Spielmodi kommt das Wii U GamePad nicht zum Einsatz. Erst in einen Extramodus kann das GamePad von einem zusätzlichen (fünften) Spieler verwendet werden. Im Seekönig-Modus wählt der Spieler über das GamePad bestimmte Ziele aus, die er in der Folge durch gezieltes Eingreifen im normalen Spielgeschehen erreichen muss. Dazu kämpfen ganz normal bis zu vier Spieler gegeneinander. Nun kann sich der Seekönig aber das Ziel setzen, dass Spieler 2 in Führung gehen muss. Dazu stehen ihm Schikanen und Powerups zur Verfügung, mit denen er den anderen Spielern das Leben schwer machen und Spieler 2 unterstützen kann. Dass er Spieler 2 aber unterstützt, weiß aber kein anderer Spieler, sodass das spaßige Chaos noch viel gewaltiger wird. Der Seekönig gewinnt dabei, wenn er seine Ziele erreicht und dadurch mehr Punkte erzielt, als die eigentlichen Streiter auf See. Eine wirklich schöne Idee für das gerade in der Anfangszeit der Wii U so oft thematisierte asymmetrische Gameplay, welches in vielen größeren Titel mittlerweile gänzlich vermisst wird.

Fazit:
Bei karibischem Klang und kunterbunter Grafik bekommt man mit Monkey Pirates einen wirklich fröhlichen Multiplayer-Titel, der sicher die eine oder andere lustige Partie im Wohnzimmer verspricht. Schade ist jedoch, dass dabei gänzlich auf Online-Funktionalitäten verzichtet wurde - die KI ist leider wirklich schlecht, sodass man darauf angewiessen ist, sich am besten mehrere Mitstreiter ins Haus zu laden. Denn je mehr Mitspieler, desto größer der Spielspaß. Bei der allgemeinen Qulaität der Textsprache hapert es hingegen an einigen Stellen. So ist das Spiel lediglich in Englisch und Französisch gehalten, wobei die englische Übersetzung viele Fehler im Hinblick auf Grammatik und Rechtschreibung aufweist. Auch der Umfang ist recht überschaubar, bei einem Preis von nur 4,99€ aber durchaus angemessen.

Wertung:

6.0

Stefan Finke meint:

"Affentheater auf Wasser. Eine fröhliches Multiplayer-Konzept, wenn auch etwas simpel."
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4 Kommentare:


Nakuri
vor 7 Jahren | 0
Kommentar

NDragon1412
vor 7 Jahren | 0
Als ich das angeklickt hatte,dachte ich,es geht um One Piece Unlimited World Red xD

EDIT:Welches mir Amazon soeben geliefert hat :D Erster Eindruck:

Prunus
vor 7 Jahren | 0
@ NDragon1412

Haha, jetzt wo du es sagst, passt ja. :D

Der R
vor 7 Jahren | 0
dachte ich auch ....aber nix mit mugiwara....