Test: Armillo

Von Michael Prammer am 15. Juli 2014

FuzzyWuzzy Games ist ein kleines, interaktives Entwicklerstudio, das 2011 ins Leben gerufen wurde. Bislang hat die Spieleschmiede unter anderem im Auftrag von Electronic Arts und Radical Entertainment entwickelt. Jetzt hat man aber auch ein eigenes Projekt auf die Beine gestellt: Armillo, ein Action-Puzzle-Rolling-Adventure (die Bezeichnung stammt übrigens vom Hersteller selbst). Im Test erfahrt ihr, wie sich der Download-Titel im eShop auf Wii U schlägt.

Chaos auf den Planeten
Armillo, ein hamsterähnliches Wesen, kehrt auf seinen Heimatplaneten zurück, nachdem er sich ein paar Tage intergalaktischen Urlaub gegönnt hat. Doch dort angekommen, muss er nicht nur feststellen, dass sich Unheil in Form von dunklen Robotern breit gemacht hat, sondern auch nur feststellen, dass sein Bruder verschwunden ist. Armillo muss als „Aufräumkommando“ also die Planeten säubern und herausfinden, was mit seinem Bruder geschehen ist. Soviel zu der Geschichte des Spiels, die vor jedem Level in einem kleinen Infokasten weitererzählt wird.

Sonic Monkeyball Galaxy
Armillo in ein Genre zu stecken, ist nicht einfach. Action-Adventure, Puzzle-Spiel, Flipper-Simulation – irgendwie würde alles passen. Und von all dem ist auch etwas vertreten. Der Protagonist rollt sich nämlich zu einer Kugel zusammen und wird so durch die Level gesteuert, die meist in Korridoren, Gängen und selten mal kleineren Flächen aufgebaut sind. Das ganze Geschehen steuert sich also ein bisschen wie Monkey Ball. Armillo kann springen, sich einkugeln und rollen – da dürften sich viele Spieler an Sonic erinnert fühlen. Um das Spektakel perfekt zu machen, wurde das Spielgeschehen in den Weltraum verfrachtet - Super Mario Galaxy lässt grüßen.


Das Spiel ist in fünf Planeten unterteilt, auf denen es jeweils vier Level zu erkunden gibt. Diese sind alle unterschiedlich aufgebaut und bieten nicht nur einige Überraschungen, sondern auch eine Menge Abwechslung. In den Levels sind neben Energiekugeln auch kleine Freunde versteckt, die es zu finden gilt. Die Energiekugeln dienen gleichzeitig als Währung für einen Shop, in dem ihr euch verschiedene Power-Ups zulegen könnt - zum Beispiel Zusatzleben oder -Energie. Weitere Abwechslung kommt durch die Portale ins Spiel, in denen ihr 30 Sekunden Zeit habt, um den Ausgang zu finden. Ein Anreiz, die Level mehrmals zu spielen, ist das Medaillensystem, das dem Spieler je nach Leistung die Edelmetalle Gold, Silber und Bronze verleiht. Das letzte Level jedes Planeten stellt einen Bosskampf dar. Diese sind im Vergleich zu den teilweise großartigen Levels aber eher plump und relativ einfach zu bewerkstelligen. Wer damit noch nicht genug hat, bekommt noch einige Bonuslevels spendiert, die in begrenzter Zeit abgeschlossen werden müssen.

(Fast) alles, was das Download-Herz begehrt
Armillo bietet im Prinzip alles, was man von einem Downloadspiel erwarten kann. Die Grafik ist gut, jedoch nicht außergewöhnlich oder brillant. Dafür weiß die musikalische Untermalung fast ohne Beanstandung zu gefallen. Die Steuerung ist leicht zu erlernen und dank zweier Schwierigkeitsgrade lässt das Spiel auch Einsteiger nicht im Stich. Die Spieldauer ist für den Preis angemessen, ein einfacher Durchgang benötigt etwa sechs Stunden. Hartgesottene Sammelfreaks, die überall 100 Prozent möchten und sich mit nicht weniger als Gold in jedem Level zufrieden geben, weiten die Spieldauer locker auf 10-12 Stunden aus – für ein Spiel, das knapp sechs Euro kostet, kann man da nicht meckern. Leider kämpft Armillo mit einigen Rucklern, die nicht nur für einige Frustmomente sorgen und zu unnötigen Heldentode führen können. Diese etwas unverständlichen Performance-Probleme trüben das sonst so gelungene Spielerlebnis. Ohne diese technischen Schnitzer hätte die Wertung deutlich höher ausfallen können.

FAZIT
FuzzyWuzzyGames kann mehr, als nur für andere Publisher entwickeln. Mit Armillo ist ein toller erster Download-Titel der Spieleschmiede im eShop von Nintendo aufgeschlagen, der nur wenig Wünsche offen lässt. Das Leveldesign ist teilweise brillant, die Steuerung minimalistisch, aber gut umgesetzt und die Highscore– und Medallienjagd spornt zum Immer-wieder-Spielen an. Dazu ist der Preis für solch ein Spiel mit diesem Umfang einfach unschlagbar. Leider hätte man bei der Performance etwas präziser arbeiten müssen, gelegentlich auftretende Ruckler trüben das Spielgeschehen. Außerdem sind die Bosskämpfe etwas einfallslos und hätten mehr Abwechslung verdient. Trotz vereinzelten Jammerns könnt ihr euch Armillo ohne schlechtes Gewissen zulegen und werdet garantiert einige Stunden Spaß haben.

Wertung:

7.5

Michael Prammer meint:

"Gelungener Genremix, der eine menge Spaß bringt, leider aber auch unnötige technische Schwächen aufweist"
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4 Kommentare:


michi1894
vor 7 Jahren | 0
...

Ribesal
vor 7 Jahren | 0
Klingt ja ganz nett^^ ma schauen ob ichs mir mal genauer anschaue
Und ich glaube das soll eher ein Gürteltier darstellen, würde auch zum namen passen: Arm(ad)illo

speedy-a
vor 7 Jahren | 0
Das liegt an der Unity Engine die auf WiiU noch nicht so richtig läuft ohne Probleme. Daran wird vom Entwickler gearbeitet und wollen die dann per Update patchen....

Sonst ist das Spiel echt gut...

StMaster3000
vor 6 Jahren | 0
Ich gebe dem Spiel eine 4,5 da die Grafik und die Umgebung sehr Schlecht aussieht (Detailarbeit ist dennoch zu erkennen !) Das Spiel ist sehr linear und wird nach ner Kurzen Zeit (bei mir Welt 2) recht langweilig.. Es gibt dennoch ein Plus, nämlich die Musik die hat (meistens) gepasst.

Design : 3
Gameplay : 5
Musik : 7