Test: Ice Cream Surfer

Von Michael Prammer am 18. August 2014

Nintendos eShop füllt sich langsam, aber stetig. Sowohl für die Nintendo 3DS-Familie, als auch für die aktuelle Heimkonsole Wii U erscheinen jede Woche einige neue bzw. neuaufgelegte Download-Spiele. Manche davon können angesichts des oftmals geringen Preises fast uneingeschränkt empfohlen werden, andere sind wiederum noch stark verbesserungswürdig, während man sich hingegen andere Titel wohl besser ganz gespart hätte. Zu letzterer Kategorie gehört leider auch der neueste Download-Titel in unserem Testlabor: Ice Cream Surfer. Dabei klingt der Titel doch so verdammt lecker.



Gemüse an die Macht

Die Geschichte von Ice Cream Surfer ist bizarr: Der bitterböse Brokkoli hat es satt, dass die Welt immer mehr Süßigkeiten konsumiert. Deswegen möchte das grüne Bäumchen die Weltherrschaft an sich reißen, um die Erde mit einer vollen Ladung Gemüse einzudecken und gleichzeitig sämtliche Schleckereien verbieten zu lassen oder gar zu vernichten. Doch keine Angst, Hilfe naht. Fünf unerschrockene Helden ziehen mit ihren verschiedenen Eisvariationen in die Schlacht, um dem Gemüseimperium die Suppe zu versalzen...oder zu versüßen.

Das Spielprinzip ist ebenso schnell erklärt. Ihr fliegt auf euren leckeren Gefährten von links nach rechts und ballert alles weg, was sich euch in den Weg stellt. Dabei scrollt das Bild automatisch mit und ihr habt einen kleinen Aktionsradius für eure Manöver. Schießen könnt ihr mittels Knopfdruck, wobei ihr verschiedene Upgrades während der Levels erhalten könnt. Diese verschwinden jedoch nach dem Ableben eures Helden. Als kleine Zusatzmotivation könnt ihr in den Levels Buchstaben finden, die zur Komplettierung des Spiels beitragen. Am Ende jeder Stage wartet zudem ein fieser Endgegner auf euch.



Kurze Schlemmerei mit technischen Macken
Ice Cream Surfer ist sehr schnell durchgespielt. Das liegt zum einen daran, dass der Titel gerade einmal sechs Level besitzt. Zum anderen aber auch daran, dass ein Ableben eures Helden kaum Konsequenzen für euch hat. Ihr startet nach dem Abschuss genau an der Stelle, an der ihr zuvor gestorben seid. Lediglich eure Schuss-Upgrades gehen verloren und die Bosskämpfe - solltet ihr bei einem solchen sterben - müssen von vorne begonnen werden. Ein zweiter Spieler kann zudem jederzeit via Wii-Remote einsteigen, wobei das Spiel dadurch noch einfacher wird. Mehr oder schwierigere Gegner gibt es dann nämlich nicht.

Auch technisch zählt der Titel nicht gerade zu den Vorzeigeprodukten auf Wii U und könnte auch auf einer wesentlich älteren Nintendo-Hardware erschienen sein. Zu allem Überfluss spielt sich der Shooter trotz der minimalistischen Optik noch nicht einmal gänzlich flüssig, bei hohem Gegneraufkommen kommt es hin und wieder zu spürbaren Framerate-Einbrüchen. Auch die Soundkulisse passt zum angeschlagenen Minimalismus und hätte ruhig etwas mehr Ohrwurm-Charakter vertragen können. Die Steuerung auf dem GamePad funktioniert hingegen recht ordentlich, die Möglichkeit des Off-TV-Play ist ebenfalls gegeben. Wer auf dem Fernseher spielt, braucht sich die Gemüse-Revolution nicht noch zeitgleich auf dem GamePad ansehen, hier warten stattdessen einige Statistiken auf euch. Einen Online-Modus bzw. zumindest Online-Ranglisten sucht man hingegen vergebens.

FAZIT:
Ice Cream Surfer hätte durchaus ein lustiger Zeitvertreib werden können. Die bizarre und fast schon absurde Story-Idee sorgt durchaus für das ein oder andere Schmunzeln. Doch leider spielt man den Gemüse-Shooter aufgrund des geringen Umfangs viel zu schnell durch, ohne dabei großartig gefordert zu werden. So verschwindet das Spiel recht schnell in der Belanglosigkeit. Einen besonders großen Wiederspielwert hat Ice Cream Surfer nämlich auch nicht, da man während des Spielens alle Charaktere nach einem virtuellen Tod durchwechseln kann. Dazu kommt, dass sich der Shooter auch technisch unsauber präsentiert. Genrefans, die einen kurzen Ballerspaß für Zwischendurch suchen und dabei auf eine abgedrehte Geschichte stehen, können für den kleinen Preis zwar dennoch zugreifen, werden im eShop aber definitiv bessere Alternativen finden.

Wertung:

4.0

Michael Prammer meint:

"Trotz abgedrehter Geschichte gibt es im eShop deutlich bessere Alternativen."
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1 Kommentare:


michi1894
vor 7 Jahren | 0
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