Test: Bombing Bastards

Von Michael Prammer am 31. August 2014

Sind wir doch mal ehrlich: Bomberman war seinerzeit schon ein richtig tolles Spiel. Tagelang, wenn nicht sogar monatelang, konnte man sich mit dem kleinen, explosiven Helden durch die weite Welt bomben und hatte vor allem im Multiplayer mit anderen Spielern eine Menge Spaß dabei. Aktuell ist jedoch kein neuer Ableger der Serie in Sicht, sodass ein Indie-Titel mit einem ähnlichen Spielkonzept und -Namen gerade recht kommt: Bombing Bastards ist die Ähnlichkeit zu Bomberman zu keinem Zeitpunkt abzusprechen. In unserem Test wollen wir klären, ob wir es mit einem einfachen „Klon“ zu tun haben oder ob sogar noch viel mehr dahintersteckt.



Wenn ich groß bin, will ich ein Bomberman sein

Ein Blick auf das Spielprinzip von Bombing Bastards zeigt die Parallelen zu Bomberman direkt auf. Der Spieler steuert einen rollenden Roboter, der sich auf einem räumlich begrenzten Areal befindet. Dabei gibt es labyrinthartig angeordnete Hindernisse, von denen sich einige entfernen lassen, andere jedoch auch der explosivsten Bombe Stand halten. Per Knopfdruck lassen sich die Bomben ablegen. Sie sprengen (je nach Typ) nach einigen Sekunden in einem gewissen Radius alles in die Luft, was ihnen im Weg steht. Entfernt man seinen Robotor ebenfalls nicht schnell genug aus dem Explosionsradius, segnet man ebenfalls das Zeitliche. Lediglich alleine Bomben umherzuwerfen wäre jedoch sehr langweilig, weshalb auch noch andere Mitstreiter auf dem Schlachtfeld unterwegs sind. Ziel ist es dabei, diese Mitstreiter mit gekonnt platzierten Bomben ins Jenseits zu befördern und als letzter Roboter auf dem Feld übrig zu bleiben. Bei diesem Unterfangen unterstützen euch zusätzlich verschiedene Power-Ups. Zeitgesteuerte Bomben, mehrere Bomben auf einmal oder Bomben mit einem größeren Radius sind nur einige der Items, die gefunden werden können. Bomberman lässt auch hier grüßen.

Singleplayer pfui, Mehrspielermodus hui - mit Abstrichen
Bombing Bastards hat im Prinzip lediglich zwei Spielmodi. Im Abenteuermodus seid ihr auf insgesamt fünf Welten unterwegs, die jeweils in fünf Level aufgeteilt sind. Zu jedem dieser Welten gehört ein knackiger Bosskampf - das Highlight im Abenteuermodus. Hier sind Taktik und Geschick gefragt, denn die Kämpfe haben es durchaus in sich. Der Rest des Singleplayer-Modus ist relativ eintönig und fast schon belanglos, da ihr euch lediglich auf fünf lieblos zusammengewürfelten Spielfeldern den Weg zum Bossgegner freibomben müsst. Überhaupt will im Einzelspielermodus (mit Ausnahme der Bossgegner) nie so richtig Spielspaß aufkommen, da zu der Eintönigkeit auch eine Menge Frust dazukommen kann - ganz offensichtlich soll durch einen hohen Schwierigkeitsgrad die Spielzeit künstlich erhöht werden. Nicht allzu selten kommt es nämlich vor, dass nur noch ein Gegner auf dem Feld ist, der sich jedoch als äußerst hartnäckig erweist. Zieht ihr hierbei nach teils mehreren hart umkämpften Minuten den Kürzeren und sterbt in einer Explosion, muss der gesamte Level von vorne begonnen werden. Bombing Bastards ist dadurch teils bockschwer, fühlt sich dabei aber leider mehr wie Arbeit als Spaß an.



Richtiger Spielspaß kommt daher erst im Mehrspielermodus auf. Bis zu fünf Spieler inklusive GamePad-Nutzung dürfen sich gegenseitig auf den fünf vorhandenen Schlachtfeldern das Leben zur Hölle machen. Nur mit richtiger Taktik und Geschick wird man zum König der Roboter. Davor dürft ihr einige Spieloptionen wie Rundendauer, Anzahl der Siege oder die gewünschte Arena auswählen. Mit mehreren Freunden an einer Konsole kommt dann durchaus so etwas wie Freude auf, da menschliche Spieler nicht ganz so unfair agieren, wie es uns teilweise im Einzelspielermodus vorkam. Schade ist zudem auch, dass der Titel als reines Offline-Vergnügen konzipiert wurde. Ein Online-Modus hätte mit Sicherheit für einen größeren Wiederspielwert sorgen können.

Bombing Bastards präsentiert sich darüber hinaus technisch relativ solide, ohne dabei jedoch zu glänzen. Die musikalische Untermalung ist ebenfalls in Ordnung, Ohrwurmgefahr besteht jedoch nicht. Die Steuerung ist absolut ausreichend und schnell zu erlernen. Off-TV-Play ist ebenfalls an Bord, jedoch ist es komplett unverständlich, warum auf dem GamePad kein Sound vorhanden ist.

FAZIT:
Bombing Bastards will in die Fußstapfen von Bomberman treten. Das wäre im Prinzip auch möglich gewesen, sofern man sich mehr auf die Stärken des Multiplayermodus beschränkt hätte. Der Abenteuermodus ist nicht nur bockschwer, sondern bis auf die Bosskämpfe auch ziemlich langweilig. Ein Online-Modus und mehrere Karten hätten dem Spiel nicht geschadet, so muss man sich mit gerade einmal fünf Welten zufrieden geben. Unter dem Strich ist Bombing Bastards für mehrere Spieler ein solider Spaß; zumindest für einige Tage. Fans von Bomberman sollten jedoch lieber Stoßgebete in den Himmel schicken, dass es irgendwann mal einen „echten“ Nachfolger der Serie gibt.

Wertung:

5.0

Michael Prammer meint:

"Schwerer und wenig umfangreicher Bomberman-Klon ohne echte Höhepunkte, der jedoch zumindest im Multiplayer für Spaß sorgen kann."
Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

2 Kommentare:


michi1894
vor 7 Jahren | 0
...

rongar
vor 7 Jahren | 0
Mittlerweile gibt es einen Patch, der nun das Problem mit dem fehlenden Sound beim Off-TV-Play behebt. Meine Meinung: Multiplayer mit bis zu 5 Spielern ist Top, die Bosse sind auch eine echte Herausforderung, wie eigentlich jeder einzelne Level. Mit dem nun behobenen Soundproblem ist das Spiel guter Durchschnitt auch mangels echter Bomberman Alternativen.