Test: Ufouria: The Saga

Von Andreas Held am 17. Oktober 2014

Unter dem Genre "Metroidvania" sind gemeinhin Titel bekannt, in denen ihr in einer nonlinear aufgebauten 2D-Welt umherstreift und dabei kontinuierlich Upgrades für eure Spielfigur findet. Den Namen hat das Genre deshalb, weil es von Metroid begründet wurde und sich die Castlevania-Serie spätestens seit Symphony of the Night ebenfalls sehr stark daran orientiert. Doch natürlich gibt es auch andere Vertreter, die sich das Spielprinzip angesehen haben: Die auf vielen Plattformen erschienen Spiele Dust: The Elysian Tale und Guacamelee sind nur zwei aktuelle Beispiele. sind prominente Beispiele. Bereits 1991 versuchte es Sunsoft mit der NES-Perle "Ufouria: The Saga", einem Spiel, das traurigerweise kaum Beachtung fand.

Zu viert verschollen
Komplett ausgeschrieben lautet der Titel übrigens "U-four-ia", was ein etwas unbeholfenes Wortspiel aus dem englischen Wort "Euphoria" und der Zahl vier zu sein scheint. Die Ziffer bezieht sich auf die vier spielbaren Charaktere des Spiels, die zu Beginn in eine unbekannte Welt verschlagen werden und nun den Weg hinaus finden müssen. Zu Beginn steht euch jedoch nur die menschliche Hauptfigur zur Verfügung, die in der englischen Version Bop-Louie heißt - im japanischen Original rennt und springt an seiner Stelle ein unglaublich schlecht gezeichneter, weißer Pinguin namens Hebereke durchs Bild. Drückt ihr auf dem Steuerkreuz nach unten, während der Hauptheld in der Luft ist, führt er eine Stampfattacke aus.



Im Spiel habt ihr nun zwei primäre Aufgaben: Zum einen müssen die drei Freunde des Hauptcharakters gefunden werden. Habt ihr sie in einer Art Völkerball-Duell besiegt, stehen sie danach als spielbare Charaktere zur Verfügung. Jeder Charakter hat seine eigenen Fertigkeiten und dementsprechend gibt es Passagen, die nur von einem bestimmten Protagonisten bewältigt werden können. Anschließend geht es darum, die Schlüssel zu sammeln, die ihr zum Verlassen der Spielwelt braucht. Wie es sich gehört, findet ihr natürlich auch Spezialfertigkeiten für die vier Protagonisten, von denen einige zum Abschließen des Spiels benötigt werden, andere jedoch nicht. Für passive Unterstützung sorgen Health-Container; eine Karte und ein Kompass helfen euch bei der Orientierung und dem Aufspüren von Items.

Ufouria bleibt immer fair: Es gibt zwar den ein oder anderen knackigen Endgegner, das Spiel ist aber insgesamt deutlich einfacher, als man es von anderen 8-Bit-Titeln gewohnt ist. Auch beim Erforschen der Spielwelt werdet ihr nie auf ein abstruses Rätsel stoßen, welches das Voranschreiten ohne die Zuhilfenahme einer Komplettlösung unmöglich machen würde - auch das war in den 90er Jahren noch nicht selbstverständlich. Trotzdem ist die Spielzeit von Ufouria für NES-Verhältnisse riesig: Selbst erfahrene Spieler, die die Fundorte aller Items kennen, werden ohne das berüchtigte "Sequence Breaking" immer noch ein paar Stunden mit dem Durchspielen beschäftigt sein. Wer unwissend an den Titel herangeht, braucht natürlich exponentiell länger. Grafik und Sound bewegen sich auf für NES-Verhältnisse solidem Niveau.



Fazit:
Natürlich ist es immer schwer, Leuten ein Spiel schmackhaft zu machen, das über 20 Jahre alt ist und bisher noch nie von ihnen gespielt wurde. Und natürlich ist es fraglich, ob Spieler, die heute zum ersten Mal mit Ufouria in Berührung kommen, genauso begeistert sein werden wie die wenigen Glücklichen, die den Titel in den Jahren nach seinem Release gespielt haben. Wer es kennt, sollte jedoch bestätigen können, dass sich Ufouria heute wahrscheinlich auf eine Stufe mit NES-Klassikern wie Kid Icarus oder Kirby's Adventure stellen könnte - wenn es denn kommerziell erfolgreich genug gewesen wäre, um die dazu notwendige Aufmerksamkeit zu bekommen. Deshalb wollen wir den Titel allen, die keinen Nostalgie-Faktor brauchen, um Spaß an einem alten Spiel zu haben, wärmstens empfehlen: Ufouria gehört ohne Zweifel zu der Gruppe der Spiele, die zwar sehr gut sind, aber tragischerweise übersehen wurden. Die Chance, dem Titel nachträglich seine verdiente Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sollte also nicht ungenutzt bleiben.

Wertung:

9.0

Andreas Held meint:

"Die Mischung aus Metroid und Super Mario Bros. ist eines der besten Spiele für das NES - ein absoluter Geheimtipp."
Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

2 Kommentare:


michi1894
vor 4 Jahren | 0
...

Pogopuschell
vor 4 Jahren | 0
nagut, wenn ich mal wieder etwas mehr Zeit und mal Lust auf was "Neues" hab, also halt etwas, das ich vorher nie gespielt hatte, dann steht bei mir jetzt dieses Spiel mit ganz oben auf der Liste ;)