Test: Donkey Kong Country 3: Dixie Kong’s Double Trouble!

Von Lars Peterke am 18. November 2014

Mit Donkey Kong Country wurde die Spieleschmiede Rare unsterblich. Und das Super Nintendo wurde um einen Hit bereichert, der noch heute zu den größten Klassikern seiner Zeit zählt. So ist es kaum verwunderlich, dass im Jahre 1996 und damit nur knapp zwei Jahre nach dem Erstling mit “Donkey Kong Country 3: Dixie Kong’s Double Trouble!” bereits der zweite Nachfolger veröffentlicht wurde. Da fragt man sich unweigerlich, ob bei so einer straffen Taktung nicht auch die Spielqualität sinkt. Eine Kritik, die sich heutzutage auch die alljährlichen FIFA-, Call of Duty- und Assassin's Creed-Ableger gefallen lassen müssen. Wir sind also zum dritten Mal mit der Affenbande losgezogen und verraten euch, ob der Titel den phänomenalen Vorgängern gerecht werden kann.

Die Kongs auf Insel-Hopping

Die Handlung des Spiels passt auf einen Bierdeckel: Diddy und Donkey machen einen Inselausflug, kehren aber auch nach mehreren Tagen nicht zurück. Da wird Dixie Kong natürlich skeptisch und macht sich sofort auf die Suche. Doch natürlich ist so ein Abenteuer auf eigene Faust nicht nur ziemlich beschwerlich, sondern auch höchst untypisch für die Spiele-Reihe. So bedarf es für den Spieler nur eines Besuches bei Funky Kong, um einen “Kongpagnon” für das anstehende Abenteuer zu bekommen. Dieser kommt in Form eines gewichtigen Affenbabys daher und hört auf den Namen Kiddy Kong. Kiddy Kong steuert sich zwar ähnlich schleppend wie Donkey Kong, hat aber mindestens eine genauso große Durchschlagskraft.

Im Vergleich zu den früheren Titeln hat Funky Kong umgeschult und ist jetzt unter die Bastler gekommen. Für den Beginn stellt er euch ein Motorboot bereit, mit dem ihr die ersten Inseln auf der von Wasser durchzogenen Weltkarte anfahren könnt. Im Spielverlauf erhaltet ihr von den besiegten Bossgegnern diverse Schlüsselgegenstände, mit denen sich euer Gefährt ausbauen lässt, beispielsweise zu einem Hovercraft. So spielt ihr euch von Welt zu Welt. Insgesamt gibt es sieben Welten, die jeweils fünf Level und einen Bossgegner beherbergen. Doch damit ist natürlich nicht Schluss, denn wie für die Serie üblich, lässt sich noch eine achte Geheimwelt freispielen, die die Handlung zum endgültigen Abschluss bringt.

Adventure-Einflüsse und neue Helfer
Natürlich erfindet Donkey Kong Country 3 das Rad nicht neu. Dies wäre angesichts der fast perfekten Spielformel auch sehr merkwürdig gewesen. Dennoch ließen es sich die Entwickler bei Rare nicht nehmen auch abseits des neuen Charakters Kiddy Kong einige Veränderungen in das Spiel einzubauen. So lassen sich beispielsweise Bananenvögel befreien, die sich quer verstreut im Spiel verstecken. Außerdem lassen sich Bärenmünzen sammeln, die ihr in den Shops der Gebrüder Bär gegen allerhand nützliche Items tauschen könnt. All diese Kleinigkeiten ergeben zusammen mit der offenen Weltkarte ein gewisses Adventure-Flair, das das Gefühl einer freien Welt vermittelt ohne lediglich linear von Level zu Level zu wandern.



Im Spiel selbst ist fast alles beim Alten geblieben. Neben diversen neuen Gegnertypen fallen hier nur tierischen Begleiter auf. Bereits bekannt sind der Schwertfisch Enguarde, Squawks der Papagei und die Spinne Squitter. Als Neuzugang gesellt sich die kleine Elefantenkuh Ellie dazu. Sie kann mit ihrem Rüssel Gegenstände wie beispielsweise Fässer ansaugen oder Wasser aufschlürfen, damit ihr es hinterher verspritzen könnt bis eure Wasseranzeige leer ist. Nachteilig ist hingegen Ellies Angst vor Ratten. Damit gehört Ellie zweifelsfrei zu den komplexeren tierischen Helfern und ermöglicht in einigen Leveln neue Gameplay-Mechaniken. Ebenfalls neu ist der Parallelvogel Parry. Dieser fungiert allerdings nicht als direkter Helfer sondern flattert neben euch her, bis er von einem Gegner vernichtet wird oder ihr ihn an sein Ziel bringt. Schafft ihr Letzteres, werdet ihr meist fürstlich mit Lebensballons belohnt.

Präsentation mit leichten Abstrichen
Wie eingangs erwähnt, gibt es am eigentlichen Gameplay von Donkey Kong Country 3 nichts zu meckern. Das Spiel hält sich an seine Erfolgsformel und bringt nur wenige Neuerungen mit in das Spiel. Diese sind dafür aber alle mit Bedacht gewählt und fügen sich toll in das Gesamtbild ein. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann in erster Linie die Präsentation. Denn obwohl hier eigentlich alles perfekt und technisch an der Grenze des Machbaren liegt, will der Groschen nicht so wirklich gefallen. So ist der abermals von Dave Wise komponierte Soundtrack zwar durch und durch gut, doch so richtige Ohrwurm-Melodien wollen sich nicht auf Anhieb festsetzen.

Auch die einzelnen Ausgestaltungen der Level bleiben teilweise unter Durchschnitt. Während man bei Donkey Kong Country 2 sich bereits zu beginn von Mast zu Mast der opulenten Piratenschiffe schwingt, wird man im dritten Ableger zunächst über ein paar simple Holzbretter geschickt, bevor es dann in das Innere einer Sägehütte geht, die die Überleitung zum ersten, gähnend langweiligen Bosskampf darstellt. Dabei sollte unbedingt erwähnt werden, dass dies nicht nur Meckerei auf hohem, sondern eventuell auch auf subjektivem Niveau ist.

Fazit:
Es ist schon ein bisschen unfair, allerdings auch unabdingbar dieses Spiel mit seinem Vorgänger zu vergleichen. Und der wird von manch einem noch heute als das vielleicht beste 2D Jump'n'Run gefeiert. Doch glücklicherweise hält Donkey Kong Country 3 diesem Vergleich problemlos Stand. Das liegt in erster Linie an den klugen Neuerungen, die wieder frischen Wind in das Konzept bringen. Das Gesamtpaket ist wieder ein affenstarkes Jump'n'Run geworden, im Vergleich mit seinen zwei Vorgängern ist es aufgrund eines Mangels an der gewissen “Prise Etwas” aber wohl der schwächste Ableger. Und dennoch absolut zu empfehlen.

Wertung:

8.0

Lars Peterke meint:

"Affenstarkes Jump'n'Run, dem aber das gewisse Etwas fehlt."
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2 Kommentare:


Farbi11
vor 7 Jahren | 0
Also ich finde den dritten Teil sehr gut. Die Adventure-Elemente und die frei erkundbare Karte gefallen mir richtig gut. So gibt es auch abseits der Level einiges zu entdecken. Das einzige, was mich stört, ist Kiddy Kong. Ansonsten stimmt alles, und auch die Level sind hinreichend abwechslungsreich, spätestens ab der zweiten Welt.

KeeperBvK
vor 7 Jahren | 0
Keine Sorge: Wir finden den dritten Teil ja ebenfalls sehr gut. Daher auch eine 8 von 10. :)