Test: Planes 2: Immer im Einsatz

Von Michael Prammer am 02. Dezember 2014

Im Jahr 2006 begann Disney zusammen mit Pixar einen ganz neuen Weg bei seinen Animationsfilmen einzuschlagen. Man hauchte Autos und sämtlichen fahrbaren Untersätzen Leben ein und erschuf damit eine komplett neue und aufregende Welt. Der dazugehörige Film wusste zu begeistern, sodass kurze Zeit später bereits eine Fortsetzung erschien. Doch damit nicht genug. Vor einigen Jahren erschuffen die Produzenten ein Spin-Off der Serie und hoben das neu erschaffene Franchise in die Lüfte. Unter dem Namen Planes erschien im Sommer bereits der zweite Teil mit dem Namen „Immer im Einsatz“. Klar, wo ein Disney-Film ist, findet sich nur unweit davon auch eine Videospiel-Umsetzung. Wir haben uns für euch in die Lüfte geschwungen und Planes 2 für Wii U getestet.

Flieger Rusty auf zu neuen Ufern
Die Story des Films deckt sich mit der des Spiels, obwohl das im Spiel selbst nicht immer ganz ersichtlich ist, da das Spiel eigentlich keinem klaren roten Faden folgt. Nur soviel sei gesagt: Der Protagonist Dusty war einst ein erfolgreiches Rennflugzeug, kann aber seiner geliebten Leidenschaft nicht mehr nachgehen, da sein Getriebe nicht mehr so richtig funktioniert. Fortan macht es sich der rote Flieger zur Aufgabe, Brände im Piston Peak Nationalpark zu bekämpfen, die merkwürdigerweise immer wieder aufs Neue ausbrechen. Warum das so ist versteht man jedoch erst, wenn man den passenden Pixar-Film gesehen hat; das Spiel geht darauf schlichtweg nicht ein. Für das eigentliche Spiel ist die Geschichte allerdings ohnehin belanglos.

Planes 2: Immer im Einsatz ist grundsätzlich in verschiedene Missionen unterteilt, die sich jedoch kaum voneinander unterscheiden. Dennoch können zwei Kategorien unterschieden werden: Entweder ihr bekämpft die zuvor erwähnten Brände oder aber ihr rettet andere Fahrzeuge. In manchen Missionen werden zudem beide Aufgaben kombiniert. Das das war es dann auch schon. Abwechslung: Fehlanzeige. So startet ihr zu Missionsbeginn immer aufs Neue von eurer Basis, steigt hoch in die Lüfte, folgt anschließend den Pfeilen, die euch penetrant aufdringlich den Weg weisen und macht zudem genau das, was der Bildschirm euch jeweils vorgibt. Raum für eigene Erkundungen ist nicht gegeben. Ein weiteres Problem: Die insgesamt rund 30 Missionen dauern meistens nur etwa eine bis maximal fünf Minuten. Lediglich der Einsatz von acht verschiedenen Flugzeugen schafft hier so etwas wie Abwechslung. Insgesamt kann Planes 2 daher in zwei bis maximal vier Stunden von jedem unerschrockenen Feuerwehrmann zu Ende gespielt werden. Ein minimaler Wiederspielwert wird immerhin durch das Medalliensystem sowie einige freischaltbaren Bildchen gegeben.


Und täglich grüßt das Filmumsetzungs-Murmeltier
Abseits des geringen Umfangs und der alles andere als herausfordernden Spielerfahrung hat der Titel noch ein weiteres, großes Problem: Es Spiel krankt an der schlimmen Steuerung. Zwar ist der Schwierigkeitsgrad insgesamt sehr leicht und damit kindgerecht gehalten, doch wird dieser aufgrund der wirklich mangelhaften Befehlseingabe sowie der starren Kamera unnötig künstlich angehoben und teils zur echten Geduldsprobe. Das Manövrieren der Flugzeuge gestaltet sich als Drahtseilakt und fordert keine Übung, sondern Verständnis an die total misslungene Controll-Stick-Funktion. Dabei ist die Steuerung nur mit dem GamePad möglich, andere Steuerungsoptionen werden erst gar nicht unterstützt.

Auch darüber hinaus bekommen Käufer bei Planes 2 eine leider typische Filmumsetzung spendiert, die dem Ruf dieser leider absolut gerecht wird: lieblose Grafik, die mit dem aktuellen Konsolen-Niveau rein gar nichts mehr zu tun hat, eine durchwachsene Soundkulisse und eine triste Sprachausgabe, wenn man sie überhaupt noch so nennen darf, die zudem nur in englisch vertont und somit so gar nicht kindgerecht ist. Immerhin ist Off-TV-Play vorhanden und deutsche Bildschirmtexte gönnen uns die Entwickler auch noch. Weitere GamePad-Features sind leider ebenfalls nicht vorhanden.

FAZIT:
Disney Planes 2 weiß eigentlich gar so nicht, welche Zielgruppe es erreichen möchte. Erfahrene Spieler werden sich die lieblos zusammengeschusterte Filmumsetzung ohnehin nicht in ihr Nintendo-System legen. Doch auch Kinder wird man dank mangelhafter Sprachausgabe und katastrophaler Steuerung nur bedingt unterhalten können - schließlich gibt es genug bessere Alternativen auf dem Markt. Wenn man dem Spiel etwas Gutes abgewinnen kann, dann vielleicht noch die Tatsache, dass es dank des Medalliensystems und den freischaltbaren Bildchen theoretisch immerhin etwas Motivation zum mehrfachen Durchspielen bieten könnte. Auch mit dem Budget-Preis von knapp 40€ kann der Titel nicht wirklich punktren, da es selbst für diesen Preis einfach zu wenig Inhalt bietet und man beispielsweise im eShop deutlich umfangreichere Kinderspiele für einen Bruchteil des Geldes erwerben kann; nur eben dann ohne die ansonsten ganz solide Disney-Lizenz.

Wertung:

3.0

Michael Prammer meint:

"Disney Planes 2 ist eine echte Bruchlandung."
Spielerlebnis: Mangelhaft
Umfang: Schlecht
Technik: Mangelhaft
Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

1 Kommentare:


michi1894
vor 6 Jahren | 0
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