Test: Rock Zombie

Von Andreas Held am 04. Dezember 2014

Es gibt Spiele, die sind so obskur, dass selbst Google sie nicht auf Anhieb erkennt: Nach der Suchabfrage "Rock Zombie" liefert die Suchmaschine als ersten Treffer den Wikipedia-Artikel zum Rockmusiker und Filmregisseur Rob Zombie. So muss erst weit nach unten gescrollt werden, um Informationen zum eShop-Titel zu finden. Dann stellt sich heraus: Rock Zombie ist die Portierung eines kostenlosen Handyspiels mit In-App-Käufen und stammt von Quaternion Games, offenbar einer spanischen Scheinfirma, die nur einen Mitarbeiter hat. Vor Rock Zombie entwickelte er zwei weitere Handyspiele, darunter einen Sokoban-Klon.



Rock und Zombies

Die Protagonisten von Rock Zombie sind die drei weiblichen Mitglieder einer Rock-Band, die im Laufe des Spiels keine Persönlichkeiten entwickeln, dafür aber knappe und enge Lederklamotten tragen. Während eines Konzerts bricht eine Zombie-Apokalypse aus - aber da die Rockerinnen zufällig auch Hexen sind, die Superkräfte besitzen, machen sie sich gleich auf, um die Welt zu retten. Dazu laufen sie lineare Levels entlang und entledigen sich der Untoten entweder mit Nahkampfattacken oder aus der Distanz mit Magieangriffen, die nur begrenzt oft eingesetzt werden können. In der Praxis sieht das Spiel dann auch tatsächlich so aus, dass ihr euch neben einen Zombie stellt und zwei Mal auf den B-Knopf drückt, um ihn zu besiegen. Das wiederholt man dann noch etwa einhundert Mal, bis nach etwa fünf Minuten - die sich wie eine Stunde anfühlen - das Ende des Levels erreicht ist. Ab und zu sorgen Bossgegner und Zombies, die grünen Schleim spucken und deshalb aus der Distanz erledigt werden sollten, für ein Minimum an Abwechslung. Außerdem wird das Spiel manchmal durch quälend langweilige Fahrzeuglevel unterbrochen, in denen ihr nur nach rechts oder links steuern könnt, um Hindernissen auszuweichen und starr in der Gegend herumstehende Zombies zu überfahren. Schaden nimmt man eigentlich nur durch unfaire Fallen, die beim ersten Mal gar nicht als solche zu erkennen sind.



Visuell stechen zunächst einmal die schlechten Charaktermodelle mitsamt ihren hölzernen Animationen heraus, die nicht einmal mit dem mithalten können, was einige Studenten in ihrer Freizeit entwickeln. Die Umgebungsgrafiken liegen in etwa auf Dreamcast-Niveau, und tatsächlich ist die Gestaltung der Spielwelten auch der einzige Aspekt des Spiels, mit dem sich der Entwickler im Ansatz wirkliche Mühe gemacht hat. Trotz der sterilen Optik läuft das Spiel nicht immer flüssig - schaltet ihr eines der sinnlosen Achievement-Bildchen frei, friert der Bildschirm gar für einen kurzen Moment ein. Die Musik ist indes exakt so, wie man sie sich vorstellen würde: Unmelodische, nur wenige Sekunden lange Gitarrenriffs werden in einer Schleife wiederholt und nach fünf bis zehn Repititionen durch ein anderes Riff ausgetauscht. Sprachsamples und Soundeffekte erwecken den Eindruck, dass sie von freesounds.org heruntergeladen wurden.

FAZIT:
Der Dynasty Warriors-Serie wird aufgrund ihres simplen Kampfsystems und der unterdurchschnittlichen Grafik oft nachgesagt, dass sie ein God of War für Arme sei. Nochmals deutlich weniger beliebt ist die Serie Onechanbara, die einige Ähnlichkeiten mit Rock Zombie aufweist: Auch hier kämpfen leicht bekleidete Frauen gegen Zombie-Horden. Da sich die Serien spielerisch ähneln, die japanische Zombie-Metzelei aber vor allem aus technischer Sicht sehr durchwachsen ist, könnte man Onechanbara als Dynasty Warriors für Arme bezeichnen. Und Rock Zombie? Rock Zombie ist Onechanbara für Arme.

Wertung:

2.0

Andreas Held meint:

"Stümperhaftes Amateurprojekt eines Hobby-Entwicklers, das nun für Geld im eShop verkauft wird."
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7 Kommentare:


michi1894
vor 6 Jahren | 0
...

JoWe
vor 6 Jahren | 0
Ach Du meine Güte - mein Mitleid an den Tester. Hört sich eher nach "Gehirnwäsche" denn nach einem Game an:
Fiese Lichtblitze, dazu immerwährende quälende Sounds einhergehend mit dem Verlust des Zeitgefühls ... evtl ist das kein Spiel sondern der Versuch uns in Zombis zu verwandeln?! o_O

Tobsen
vor 6 Jahren | 0
Klingt ja gar nicht mal so übel. :D

Ich würde mir mal ein "WiiUX spielt Driss"-Video wünschen. Dann mit diesem Spiel hier, dem Rennspiel mit Fischen (Namen vergessen) und weiteren wie etwa Ice Cream Surfers.

Schade, dass der e-shop so zugemüllt wird...

MrsWiiU
vor 6 Jahren | 0
Hast du das Spiel für Geld gekauft? Dann hat es sich ja für den Entwickler schon gelohnt. ^^

Der R
vor 6 Jahren | 0
:DDD ....also gerade für solche Spiele würde ich mir auch Videos wünschen ^^

Vyse
vor 6 Jahren | 0
Vor allem, weil das Spiel in Bewegung erst so richtig schlcht aussieht. Auf den Screenshots wirkt es ja noch einigermaßen okay.

Wario
vor 6 Jahren | 0
Und wieder hat Andy beim Knobeln denn kürzen gezogen... Deine "Kollegen " haben wohl echt Spaß dran dich zu quälen,oder??? :D