Test: Cake Ninja 3: The Legend Continues

Von Michael Prammer am 10. Januar 2015


Wer heutzutage sein Smartphone etwas genauer unter die Lupe nimmt, bekommt dank eines dafür vorgesehenen Stores eine Menge Spiele für sein Gerät. Viele davon können sogar komplett kostenlos geladen werden oder sind bereits für kleine Cent-Beträge zu haben. Darunter leidet jedoch verständlicherweise auch die Durchschnittsqualität der Spiele, über die man sich in diesem Preissegment aber jedoch kaum großartig beschweren kann. Leider macht sich zunehmend die Unsitte breit, dass einige Entwickler möglichst viele ihrer Smartphone-Spiele auch für den eShop von Nintendos Wii U versuchen umzusetzen. Und das für einen weitaus höheren Preis. Das Ergebnis solcher bislang veröffentlichten „Klone“ ist ernüchternd. Den nächsten Versuch macht Cake Ninja 3: The Legend Continues, das von den gleichen Publishern kommt, die bereits für den Gurken-Titel Angry Bunnies verantwortlich waren. Ihr ahnt bereits schlimmes? Ihr sollt recht bekommen.

Fruit Ninja für Wii U
Das Smartphone-Pendant zu Cake Ninja 3 dürfte vielen wohl als Fruit Ninja bekannt sein. Dieses oder ein ähnliches Spiel dieser Art hat wohl schon fast jeder auf einem Touchscreen eines mobilen Gerätes ausprobiert. Das Wii U-GamePad, das ebenfalls über eine solche Steuerungseinrichtung verfügt, ist damit geradezu prädestiniert, um solche Spiele für das Nintendo-System umzusetzen. Im Grunde funktioniert Cake Ninja 3 nach diesem klassischen Prinzip. Früchte, Kekse oder Kuchen fallen von oben herab oder fliegen von unten nach oben und wollen mit einer virtuellen Klinge stilvoll zerstückelt werden. Wer dabei noch ein paar Kombos aufs Parkett packt, erhält mehr Punkte. Viel gibt es zum grundsätzlichen Ablauf bereits nicht zu sagen - das Spielprinzip ist eigentlich allumfassend erklärt.



Verpackt wird die muntere Schnetzelei in insgesamt sechs verschiedenen Spielmodi, wobei zwei davon sogar für mehrere Spieler geeignet sind. Eine Internet-Rangliste und freischaltbare Erfolge sollen das „Spielvergnügen“ zudem aufwerten. Im Classic-Modus hackt ihr einfach alles kurz und klein, was euch in den Weg fliegt. Eine grüne Leiste zeigt euch dabei eure Zeit an. Für Kekse, Donuts und Kuchen gibt es Pluspunkte, Melonen ziehen euch hingegen Punkte ab. Verschiedene Geschenke, die ab und zu durch das Bild fliegen, beinhalten Boni, wie mehr Zeit oder eine Zeitlupenfunktion. Im Modus Juice Master müsst ihr Melonen so zerteilen, dass diese in einen Mixer fallen und eine Saftanzeige füllen. Klingt spannend? Dann müsst ihr unbedingt einen Blick auf „Melon Mania“ werfen, bei der ihr Melonen zerteilen müsst und es möglichst viele Kombos zu erreichen gilt. Das„Highlight ist jedoch der Modus „222“. Ihr bekommt es mit exakt 222 Gegenständen zu tun, die ihr, ob ihr es glaubt oder nicht, zerteilen müsst. Dabei wird euch jeweils angezeigt, auf welche Sorte ihr euer Augenmerk legen sollt, ansonsten gibt es Punktabzug.

Schlimme Steuerung
Die Steuerung kann entweder via GamePad oder Wii-Remote erfolgen. Beide Varianten sind jedoch eine mittlere Katastrophe und haben mit gelungener Handhabung nur sehr wenig zu tun. Während eine Wii Remote-Steuerung zur wahren Fuchtel-Orgie ausarten könnte, genügt es auf dem GamePad wild mit Finger oder Stylus hin und her zu wischen, um eine hohe Punktzahl zu erreichen. Richtig amüsant wird es dann für einen neutralen Zuschauer, wenn er sich den Spaß aus sicherer Entfernung anschaut, während zwei Spieler versuchen Früchte und Kuchen zu zerstückeln. Immerhin kann die fernöstliche Musikuntermalung als einigermaßen gelungen betrachtet werden und auch die Grafik erfüllt ihren Zweck, ohne dabei aber auch nur im Ansatz zu glänzen.



FAZIT:
Cake Ninja: The Legend Continues reiht sich in die „Hall of Fame“ katastrophaler eShop-Umsetzungen ein. Ein Spiel, dass den Spielspaß einer Handy-Anwendung nicht im Geringsten übersteigt, dabei aber möglichst viel Geld aus den Taschen hart arbeitender Videospieler ziehen möchte – genau das versuchen die Entwickler bei dieser absolut unnötigen Umsetzung zu erreichen. Einfallslose Spielmodi, furchtbare Steuerung und ein Preis, der um ein Vielfaches höher als auf dem Smartphone ist, dafür aber keinerlei Vorteile mit sich bringt. Einzig die musikalische Untermalung rettet Cake Ninja 3 vor dem absoluten Totalausfall. Jedoch sollte man sich dann doch lieber eine kostenlose, werbe-verseuchte Smartphone-Version zulegen, anstatt fast 5€ dafür zu investieren.

Wertung:

2.5

Michael Prammer meint:

"Billige Smartphone-Umsetzung mit katastrophaler Steuerung und langweiligen Spielmodi – Finger weg!"
Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

3 Kommentare:


michi1894
vor 6 Jahren | 0
...

ProG4M3r
vor 6 Jahren | 0
Manchmal frage ich mich, wieso ihr für so etwas eine so lange Review schreibt :D

Alles was unter der Wertung kommt, ist mehr als ausreichend um jeden vom kauf abzuhalten.

GF0P
vor 6 Jahren | 0
Und da haben wir den Kandidaten für die GdT in der nächsten Folge von LevelAB :D