Test: Chariot

Von Michael Prammer am 22. Januar 2015

Fans des Nintendo eShops mussten in den letzten Wochen stark sein. Entweder erschien so gut wie gar nichts Neues oder zweifelhafte Publisher brachten billige Smartphone-Umsetzungen auf den Markt und wollten so die Gunst der Spieler erlangen. Doch am Horizont ist Land in Sicht. Ein kleines gleißendes Licht blitzt in weiter Ferne und bringt endlich wieder einen anständigen Download-Titel hervor. Das Spiel trägt den Namen Chariot und erschien bereits auf nahezu sämtlichen Plattformen. Wir haben uns das Werk von Frima Studios etwas genauer angesehen und verraten euch, für wen sich der Download-Titel lohnt.


Lang lebe der König

Der Tod eines Königs ist für ein Königreich eine echte Katastrophe. Normalerweise wird dieser in ehrenvoller Würde beigesetzt und darf in die großen Hallen seiner Vorfahren aufsteigen. So weit die Tradition in vielen Märchen und Sagen. Bei Chariot ist das ein bisschen anders. Der König ist zwar über'm Jordan, jedoch will sein Geist das beste und eindrucksvollste Grab, das Menschen je gesehen haben. Seine Tochter und ihr Verlobter haben die Ehre ein solches Plätzchen für den ehemaligen Herrscher zu finden. Den Sarg packen die beiden auf einen Wagen und begeben sich in die königlichen Katakomben. Nicht nur, dass die trauernde Tochter ihren toten Vater durch die Unterwelt des Königreiches schieben muss, will der undankbare Monarch auch noch sämtliche Reichtümer, die auf dem Weg zu finden sind, um die Grabstätte prunkvoll zu gestalten. Ein aufregendes Abenteuer beginnt.


Das Spiel selbst ist ein 2D-Plattformer, das jedoch nicht auf traditionelle Sprungmechaniken setzt, sondern das physikalische Verständnis des Spielers beansprucht. Das grundlegende Spielprinzip ist dabei recht simpel; ihr begebt euch vom Startpunkt einfach auf dem schnellsten Weg zum Ausgang und habt so das Level beendet. Das Problem ist jedoch der wuchtige Sarg auf Rädern, der immer dabei sein muss. Lässt man diesen unbeaufsichtigt oder entfernt sich zu weit, ist das Spiel beendet. Außerdem lassen sich Schätze nur mit dem Sarg aufsammeln. Der Spieler hat die Möglichkeit den Wagen zu schieben oder mit einem Seil zu ziehen. Da die Katakomben sehr verwinkelt sind, ergibt sich dadurch ein aufwendiger Rätselspaß. Denn der tote König ist nicht nur ein Hindernis, sondern kann auch eine Hilfe sein, um höher gelegene Plattformen zu erreichen. Der Sarg kann sich jedoch auch als außerordentlich widerspenstig erweisen. Da dieser den Gesetzen der Schwerkraft folgt, macht es nicht immer das, was man als Spieler gerne hätte. Und so kommt es, dass manche Passagen oft probiert werden müssen, ehe man die richtige Methode für das Voranschreiten für sich entdeckt. Dazu kommen verschiedene Untergründe, auf denen entweder Wagen oder Charakter sich bewegen können. Diese Kombination sorgt für zusätzliches Kopfzerbrechen und gestaltet Chariot als knackigen Zeitvertreib. Als würde das nicht ausreichen, kommen dann und wann Fledermäuse und stürzen sich auf die Reichtümer des Königs. Mit einem Schwert könnt ihr diese allerdings gekonnt abwehren.


Gemeinsam sind wir stark
Gespielt wird wahlweise alleine, wobei ihr hier grundsätzlich zwischen zwei Charakteren wählen dürft. Das macht jedoch leider nicht ganz so viel Spaß, da man wirklich oft vor Aufgaben steht, bei denen man sich eine helfende Hand wünscht. Der größte Spielspaß kommt wirklich im kooperativen Multiplayermodus auf. Denn hier wird der Sarg zu zweit bewegt und so müssen sich die Spieler an der Konsole absprechen, um erfolgreich den Levelausgang zu finden. Es ist übrigens nicht nur damit getan, von A nach B zu rennen, sondern es lassen sich auch abseits noch einige Geheimnisse entdecken. Das können verborgene Schätze sein, Totenköpfe als Sammelobjekte oder Baupläne, mit denen der Sarg „aufgemotzt“ werden kann. Dazu müsst ihr zudem auch Gold sammeln, um einen Händler zu bezahlen, der die Sargarbeiten für euch vornimmt.

Technisch präsentiert sich Chariot solide und weiß mit einer schönen Comik-Grafik zu gefallen. Brillante Grafiken sollte man allerdings nicht erwarten. Auch die Musikuntermalung macht Spaß und unterstreicht das Spielgeschehen gekonnt. Die Steuerung mit dem GamePad, einer Wii-Remote, einem Classic-Controller (Pro), einem Pro Controllers oder der Remote-Nunchuk-Kombination funktionieret jeweils tadellos und bieten die ganze Wii U-Steuerungspalette. Das GamePad unterstützt Off-TV-Play, jedoch läuft das Spielgeschehen die ganze Zeit auf dem zweiten Bildschirm mit. Wii U-exklusive Funktionen wurden Chariot hingegen leider nicht spendiert.


FAZIT:
Chariot ist ein tolles Spiel für Zwischendurch. Es bietet ein herrlich frisches Spielprinzip, das vor allem zu zweit sehr zu unterhalten weiß. Dank verschiedener Schätze und diversen Sammelobjekten dürfen die einzelnen Level auch mehrmals durchforstet werden. Alleine kommt jedoch leider nicht der volle Spielspaß auf und so liegt die Stärke von Chariot ganz klar im kooperativen Multiplayermodus. Jedoch bedarf es einer Menge Geduld und Nerven, da einige Passagen im Spiel relativ knackig sind. Vor allem Spieler, die es auf einen 100%-Durchlauf anlegen, werden oftmals an den Rand des Wahnsinns getrieben. Das alles soll aber nicht als abschreckend betrachtet werden, denn abseits davon bietet Chariot wirklich tolle Rätsel, eine schicke Präsentation und einen wirklich schönen Humor.

Wertung:

8.5

Michael Prammer meint:

"Knackiger Rätselspaß, der vor allem zu zweit eine Menge Laune macht."
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10 Kommentare:


michi1894
vor 6 Jahren | 0
...

Farbi11
vor 6 Jahren | 0
Auf mich macht es auch einen sehr guten Eindruck! Der Humor ist toll, zumindest soweit ich das im Trailer mitbekommen habe, und das Spielprinzip ist wirklich etwas Neues.

Schniko
vor 6 Jahren | 0
Schönes Review, Michi.
Ich habe es vor ein paar Tagen auch angefangen und bin bisher positiv überrascht.
Witzige Story und interessantes Spielkonzept.

DraGoNfLyAlOnE
vor 6 Jahren | 0
8.5 das ich nicht lache klare wertung von nintendo anhänger das game hat überall wertung von 6.5 das heisst schlechtes Game

michi1894
vor 6 Jahren | 0
Das Spiel ist nicht Nintendo-Exklusiv, sondern kann auch für X1 oder PS4 erworben werden. Die Wertung hat also nichts mit einer "Nintendo-Anhänger"-Wertung zu tun ;).

KeeperBvK
vor 6 Jahren | 0
Zumal die Aussage "wertung von 6.5 das heisst schlechtes Game" eh schon lächerlich ist.

JoWe
vor 6 Jahren | 0
*lol* Mainstream-Opfer - "ich kenns nicht und habs nicht ausprobiert - aber was die Mehrheit sagt MUSS richtig sein"
Für mich hört sich das Game echt interessant und witzig an. Schöner Test - ob du da jetzt ne 6 oder ne 9 unten drunter geschrieben hättest, Michi, hätte meinen Eindruck jetzt nicht beeinflusst.

McClane
vor 6 Jahren | 0
15 €? Gut, dass ich es bei Xbox Live kostenlos laden konnte. :)

Bellzemos
vor 6 Jahren | 0
ich gehe ja auch nicht immer konform mit den bewertungen von wiiux, aber im großen und ganzen machen die jungs die sache schon gut.

@DraGoNfLyAlOnE: was will man sich über eine bewertung aufregen? sie ist subjektiv. such dir 10 testseiten heraus und zieh den durchschnitt. ausreißer nach oben und unten gibt es in jeder statistik.

cruh
vor 6 Jahren | 0
15 €? Gut, dass ich es bei Xbox Live gold laden konnte. :)