Test: Shantae and the Pirate's Curse

Von Michael Prammer am 15. Februar 2015

Die Entwickler von WayForward haben uns schon mit der Mighty Switch Force-Serie gezeigt, dass sie dazu in der Lage sind qualitativ hochwertige Spiele für den eShop von Nintendos Wii U zu entwickeln. Mit Shantae and the Pirate's Curse erscheint nun der nächste Titel für Wii U, der außerhalb Europas jedoch schon länger erhältlich ist. Es ist bereits der dritte Teil der Serie um die Hauptdarstellerin Shantae, ein vierter Ableger soll ebenfalls noch in diesem Jahr erscheinen. Warum sich das Warten auf das Spiel dennoch gelohnt hat und weshalb man die Serie im Auge behalten sollte, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Shantae, die Inselhüpferin

Der Spieler schlüpft in der Rolle von Shantae, einer leicht bekleideten jungen Frau, deren Kleidungsstil quasi direkt aus den morgenländischen Erzählungen aus Tausendundeine Nacht zu entstammen scheint. Und tatsächlich ist die Protagonistin ein ehemaliger Halb-Dschinniya, die ihre Kräfte verloren hat. Ihre lila Haarpracht und die damit verbundene Peitschenfähigkeit ist der einzige Hinweis auf ihre Vergangenheit. Kenntnisse über einen der Vorgängertitel zu haben ist bereits zu Beginn des Spiels von Vorteil, da einige Handlungsstränge sonst zunächst nicht ganz klar sein dürften. Nach und nach aber blickt der Spieler hinter die Fassaden der Handlung und taucht in die Story ein. Die gesamte Bevölkerung wird von einem Unheil bedroht und so schließt sich Shantae mit ihrer ehemaligen Erzfeindin Risky Boots zusammen, um die Welt zu retten.

Das Spielprinzip von Shantae and the Pirate's Curse ist dabei denkbar einfach. Im Körper der Hauptdarstellerin bewegt ihr euch in klassischer 2D-Manier von links nach recht oder von oben nach unten und umgekehrt. Wer bereits ein Spiel von WayForward sein Eigen nennt, dürfte schnell einige Parallelen erkennen. Ihr startet das Spiel dabei einer Hauptinsel, die als Ausgangspunkt des Abenteuers gilt. Hier könnt ihr nicht nur neue Gegenstände kaufen, sondern beispielsweise auch eure Lebensenergie erweitern, sofern ihr die benötigten Zutaten findet. Außerdem können auch erhaltene Gegenstände verbessert werden, die ihr im Laufe des Abenteuers findet. Von eurer Hauptinsel aus führt euch euer Weg auf andere Inseln, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Mal düster und geheimnisvoll, mal voller Pflanzen oder ein anderes mal durchzogen von einem großen Höhlensystem – keine Insel gleicht der anderen. Dabei sind diese anfangs nicht frei wählbar, sondern müssen nach und nach freigespielt werden. Danach allerdings kann der Spieler von Insel zu Insel hüpfen.

Das ist auch notwendig, wenn man nicht nur das Spiel beenden möchte, sondern auch sämtliche Geheimnisse ans Tageslicht bringen möchte. Neben weiteren Energieherzen, die es zu finden gilt und das Abenteuer deutlich erleichtern, gibt es verschiedene Essenzen, die mittels einer Wunderlampe eingesaugt werden. Diese haben jedoch keinen erkennbaren Zweck und kommen einzig dem Sammeltrieb des Spielers zu Gute. Jedoch ist es die Hauptaufgabe von Shantae wieder für Ordnung in der Welt zu sorgen. Dafür dient zum einen ihre Haarpracht, mit der sie mächtige Peitschen-Angriffe vollführen kann, später im Spiel kommt auch eine Pistole hinzu. Mit dieser lassen sich nicht nur Fernkämpfe bestreiten, sondern auch weiter entfernte Schalter aktivieren. Auf jeder Insel findet ihr zudem auch einen Gegenstand, mit dem ihr neue Fähigkeiten erhaltet. Dadurch werden neue Wege passierbar, die zuvor nicht zu begehen waren. Zusätzlich zu den Kampfeinlagen bietet der Plattformer so einige coole Rätseleinlagen, die in späteren Abschnitten für gehöriges Kopfzerbrechen sorgen können.

Shantae and the Pirate's Curse steuert sich einfach fantastisch. Punktgenaue Sprünge sowie einwandfreie Bewegungsabläufe stehen auf der Tagesordnung. Die nahezu perfekte Steuerung ist aber auch bitter nötig, da das Abenteuer um die ehemalige Halb-Dschinniya teilweise wirklich bockschwer ist. Immer wieder werdet ihr ins Gras beißen und müsst darauf achten, dass ihr genug Heiltränke habt und regelmäßig speichert. Wer das nicht tut, verliert unter Umständen mal gut und gerne eine halbe Stunde Spielzeit. Dazu kommen die knackigen Rätsel, die nicht immer sofort einleuchtend sind und eure grauen Zellen regelmäßig auf die Probe stellen.

Fantastische Soundkulisse

Ein weiteres Glanzstück des Spiels ist der fantastische Sound. Hier bekommt ihr fast den Eindruck, dass jede Situation eine eigene Musik parat hat. Diese ist zum Teil orientalisch angehaucht oder bietet stimmige Club-Sounds. Auch die Grafik zeigt sich von einer interessanten Seite und entführt den Spieler in die 90er-Jahre zurück. Der gewählte Retro-Look kann sich wirklich zeigen lassen und leistet sich keine groben technischen Fehler. Hinzu kommen die ausgefeilten Charaktere, die im gewählten Comiclook sehr schön zur Geltung kommen und im Falle der weiblichen Protagonisten nicht mit ihren Reizen geizen. Einen kleinen Wermutstropfen für Wii U-Spieler gibt es jedoch dennoch: Ihr merkt der Optik sch an, dass sie vom Nintendo 3DS portiert wurde. So wirkt das Spielgeschehen insgesamt etwas „grobkörniger“ als auf dem kleinen Bildschirm des 3DS. Jedoch ist das Meckern auf hohem Niveau. Außerdem darf lobend erwähnt werden, dass Shantae sich mit nahezu jedem Wii U-Eingabegerät steuern lässt und dazu Off-TV-Play unterstützt. Wer das GamePad und den Fernseher nutzt, kann sich neben der Itemauswahl wahlweise eine Karte auf dem kleinen Bildschirm anzeigen lassen.

FAZIT:

Shantae and the Pirate's Curse ist ein toller Plattformer, der trotz der Jump'n Run-Flut auf Wii U nicht vernachlässigt werden sollte. Zwar kommt hier ein stellenweise bockschwerer Brocken auf euch zu, der aber nie unfair wird und abseits der viel zu leicht werdenden Spiele eine Wohltat für Spieler darstellt, welche Herausforderungen nicht scheuen. Dazu gibt es einen tollen Sound auf die Ohren, der abwechslungsreicher und stimmiger kaum sein könnte. Die Grafik hätte etwas feiner sein können und gerade Einsteiger werden am Schwierigkeitsgrad heftig zu knabbern haben. Dennoch sollte man über diese Kleinigkeiten hinwegsehen, Shantae and the Pirate's Curse eine Chance geben und sich von der kleinen ehemaligen Halb-Dschinniya verzaubern lassen.

Wertung:

9.0

Michael Prammer meint:

"Toller Plattformer, der fast keine Wünsche offen lässt."
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5 Kommentare:


Windwaker
vor 6 Jahren | 0
Gutes Spiel.Aussagekräftiger Test.Kauf ich mir,allerdings für den 3DS.

Konoe A. Mercury
vor 6 Jahren | 0
Sehr schön das ihr das Spiel auch getestet habt. Ich kann mich nur anschließen. Großartige Serie die völlig zu unrecht so unbekannt ist. Die Grafik ist zwar pixelig, aber die Pixelarts gehören imo zum besten was es gibt und in der 3DS Version sieht es auf dem kleineren Bildschirm dann nochmal besser aus (hab mir gleich beide Versionen geholt um den Entwickler zu unterstützen).

Die Grafik wird dann ja im hoffentlich noch dieses Jahr erscheinenden HD Titel ausgemerzt.

ProG4M3r
vor 6 Jahren | 0
Sieht ziemlich nett aus und ich werde es mir mal angucken, sollte es mal im Preis etwas reduziert werden.

KenSugisaki
vor 6 Jahren | 0
Ist es den schwerer als DK:TG oder Giana Sisters TD?

Ansonsten warte ich auch auf eine Preissenkung.

joe378
vor 6 Jahren | 0
Richtig schönes Spiel. Freu mich schon auf die Fortsetzung der Reihe.