Test: Affordable Space Adventures

Von Michael Prammer am 16. April 2015

Nintendos aktuelle Heimkonsole zeichnet sich besonders durch das Wii U GamePad aus. Doch was soll man damit eigentlich anfangen? Für Off-TV-Play, wenn der Fernseher einmal besetzt sein sollte, ist das Teil ziemlich dufte. Als Level-Karte hat es auch in so manchem Spiel herhalten dürfen. Doch wo bleibt eigentlich ein Titel, der das GamePad vernünftig und in vollem Umfang nutzt? Die Antwort liefert euch der folgende Test. Denn Affordable Space Adventures, das exklusiv im eShop erschienen ist, schreibt sich die GamePad-Einbindung auf die Fahne. In den folgenden Zeilen lest ihr, warum Entwickler KnapNok Games dieses Vorhaben vorbildlich umgesetzt hat.

Der Traum vom All
Der Traum von einer eigenen Weltraumreise. Während die meisten Menschen nur davon träumen können, ist dieses Menschheitsverlangen in Affordable Space Adventures bereits Realität. Eine Firma mit dem Namen Uexplore bietet exklusiv Reisen zu einem fernen Planeten namens Spectaculon an. Kunden sollen ihn erforschen und erkunden. Schließlich wurde erst ein Bruchteil des Planeten erkundet. All diese Informationen liefert ein stimmiger Werbetrailer der Firma Uexplore. Der Traum von den unendlichen Weiten des Weltraums scheint zum Greifen nah. Doch die Realität ist eine andere. Denn der Spieler übernimmt die Kontrolle über eines der Schiffe, die liebevoll Small Craft genannt werden, in einer denkbar ungünstigen Situation. Obwohl es angeblich noch nie einen Unfall in der Unternehmensgeschichte von Uexplore gab, startet das Spiel nach einem vermeintlichen Zwischenfall. Das Schiff funktioniert nicht richtig. Und zu allem Überfluss hat man komplett die Orientierung verloren. Das Ziel ist es nun, die Erkundungstour lebend zu überstehen und zum Heimatplaneten zurück zu finden.


GamePad vorbildlich eingebunden
Affordable Space Adventures ist im Grunde ein geradliniges 2D-Puzzle-Adventure, bei dem der Spieler einen vorgegebenen Weg zum nächsten Gebiet finden muss. „Puzzle, geradlinig? – Nein, danke, davon habe ich genug“ – wer das denkt, dem ist nicht mehr zu helfen. Denn obwohl die Entwickler von einer frei erkundbaren Welt abgesehen haben, bieten sie dank der ausgeklügelten Steuerung einen enormen Unterhaltungswert. Der Star des Spiels ist nämlich das Wii U-GamePad. Dieses dient als Kommandozentrale. Die Fähigkeiten, die ihr darüber abrufen könnt, werden im Laufe der ersten Stunden nach und nach freigeschaltet und entfalten nach einiger Zeit ihre ganze Breite. Per Druck auf den Touchscreen werden die verschiedenen Funktionen aktiviert. Das sind zum Beispiel ein Elektro- und ein Benzinantrieb. Beide haben verschiedene Optionen wie Gravitationsregelung, Schub oder Stabilisatoren. Jeder der Antriebstypen hat Vor- und Nachteile. Denn unglücklicherweise befinden sich auf dem Planeten mehrere Verteidigungsmechanismen, die das Vorankommen erschweren. Dank eines Scanners am Schiff lassen sich diese Mechanismen analysieren und haben dabei drei Merkmale, die es zu überlisten gilt. Wärme, Lärm und Elektrizität sind auch gleichzeitig Anzeigeoptionen auf dem GamePad.

Und hier kommt das eigentliche Spielprinzip zum Tragen. Der Benzinmotor erzeugt zwar Lärm, kommt dafür aber fast ohne Elektrizität aus. Umgekehrt ist der Elektromotor flüsterleise. So muss durch geschicktes Zusammenspiel der einzelnen Steuerungselemente bei jedem Hindernis neu vorgegangen werden. Die drei Anzeigen auf dem GamePad zeigen nach einem Scan an, welcher Pegel zu reduzieren ist, um unbemerkt an Hindernissen vorbei zu kommen. Dadurch ist man ständig auf der Suche nach der perfekten Einstellung, um einen Abschnitt zu überwinden. Schalter lassen sich zudem via Leuchtrakete aktivieren, die leider nicht als Waffe einsetzbar sind.

Gemeinsam ein tolles Erlebnis
Als würde das noch nicht ausreichen, liegt der ganz besondere Spaß im kooperativen Multiplayermodus. Hierbei dürfen drei Piloten an einer Wii U-Konsole auf Entdeckungstour im Weltraum gehen. Jeder bekommt dabei eine eigene Aufgabe. Während sich einer um die Instrumente des GamePads beziehungsweise der Kommandozentrale kümmert, hat ein weiterer Spieler die Kontrolle über das Raumschiff. Ein dritter Spieler kann dann noch die Sensoren und die Leuchtraketen übernehmen, was jedoch nicht wirklich viel bringt. Als Eingabegeräte dienen Wii-Remote oder Wii U Pro-Controller. Ein Onlinemodus hätte Affordable Space Adventures im Übrigen auch nicht geschadet. Außer Miiverse-Einbindung sieht es an dieser Front leider mau aus. Nach etwa sechs bis sieben Stunden ist der Weltraumtrip vorbei. Zusammen mit einem Freund lohnt sich ein weiterer Durchgang jedoch allemal.



Technisch gibt es wenig zu meckern. Im Weltraum erwarten den Spieler stimmungsvolle Umgebungen und teils schöne Landschaften. Das Small Craft hingegen sieht etwas karg aus und hätte ein paar mehr Details gut vertragen. Nichtsdestotrotz läuft das Abenteuer sauber ab und zeigt keine technischen Schwächen. Der düstere Sound und die GamePad-Effekte tragen zur Atmosphäre bei und lassen den Spieler ins Geschehen eintauchen. Auf Off-TV-Play muss man aufgrund der GamePad-Einbindung verzichten, jedoch ist das absolut zu verkraften.

FAZIT:
Affordable Space Adventures zeigt genau das, was man von Nintendos Heimkonsole Wii U erwarten sollte; eine sinnvolle und spaßige Einbindung des Wii U GamePads. Viel besser haben wir das in bislang keinem Spiel erlebt. Durch das ständige Umschalten, Überprüfen und Navigieren zwischen Fernseher und GamePad entsteht ein tolles Spielgefühl. Der fehlende Onlinemodus und das etwas dürftig wirkende Raumschiff sind zu vernachlässigen. Einzig der Preis könnte etwas abschrecken. 18,99 Euro sind für einen eShop-Titel recht hoch angesetzt, zumal sich die Spieldauer mit etwa sieben Stunden im überschaubaren Rahmen befindet. Eine frei erkundbare Welt wäre zudem das Sahnehäubchen auf diesem ansonsten rundum gelungenen Abenteuer gewesen.

Wertung:

8.5

Michael Prammer meint:

"Tolles Weltraum-Adventure mit vorbildlicher GamePad-Einbindung."
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2 Kommentare:


MrMatschi
vor 6 Jahren | 0
Kann mich dem Test nur anschließen! Das Spiel ist echt ein gutes Beispiel, wie man mit Hilfe des GamePads etwas Besonderes schaffen kann... :)

Ich würde allerdings locker sogar eine 9.0 vergeben, denn es hat mir und meinen Freunden - trotz der recht kurzen Spielzeit einfach unglaublich viel Spaß bereitet! ;)

Werd's nun wohl nochmal alleine durchspielen! Vielleicht ist es da nicht ganz so lustig, aber der Multiplayer-Modus war einfach der Hammer!

Da konnten auch die teils langen Ladezeiten zwischen den einzelnen Abschnitten und die Nachladungsruckler nicht den Spielspaß trüben... ;)

Bitte mehr davon! :)

Farbi11
vor 6 Jahren | 0
In den Trailern sah es immer sehr dunkel und detailarm aus. Die beiden Fotos in diesem Artikel sehen aber besser aus. Was haltet ihr generell von der Grafik? Im Artikel steht nur "teils schöne Landschaften"...