Test: OlliOlli

Von Nico Zurheide am 18. Mai 2015

Und wieder einmal Curve Digital: Der Publisher ist einer der fleißigsten Anbieter der Spiele unabhängiger Entwickler auf Nintendos Wii U und zeichnet sich unter anderem für Lone Survivor (WiiUX-Test) oder Stealth Inc 2: A Game of Clones (WiiUX-Test) verantwortlich. Im März brachte man in Zusammenarbeit mit dem Studio Carbon Games das Skatingspiel OlliOlli auf die Konsole. Dieses konnte international gute Kritiken einfahren und zog bereits einen Nachfolger nach sich, der im März dieses Jahres auf PlayStation-Systemen erschien. In OlliOlli schwingt sich der Spieler aufs Skateboard und fährt möglichst trickreich und unfallfrei durch fordernde Level. Hält der Erstling auch auf Wii U, was er verspricht?

Konzentration aufs Gameplay
Dieser Ansatz dürfte auch der Traditionsfirma aus Kyoto gefallen: OlliOlli hält sich weder mit einer Story noch mit besonders vielen Extras auf und legt den Fokus einzig und allein auf das reine Spielen. Dies bedeutet natürlich auch, dass auf aufwändige Grafiken verzichtet wird und der Titel daher in Pixeloptik daherkommt. Das ist zwar nicht schön, aber zweckmäßig. Vor dem Skaten gibt es ein achtteiliges Tutorial, in dem die elementarsten Aktionen und einige weiterführende Tricks vorgestellt werden. Nach dem Lehrgang sind die Spieler zumindest in der Lage, unfallfrei durch die zweidimensionalen Level zu fahren. Derer gibt es fünfzig, die in fünf unterschiedliche Themengebiete und zwei (später drei) Schwierigkeitsgrade eingeteilt werden. Erst wenn alle Amateurlevel vollendet wurden, gibt das Spiel den Zugriff auf die Profiwelten frei. Äquivalent zu den normalen Durchläufen werden fünfzig sogenannte Spots angeboten, in denen es nur um das spielprägende Grinden geht.


Grinden bezeichnet das gleiten mit dem Board über alle möglichen Kanten und Geländer. Wird diese Technik möglichst kreativ ausgeführt, gibt es am Ende des Levels mehr Punkte. Um diese Kreativität zu gewährleisten, stehen insgesamt über 120 Tricks und Grinds zur Verfügung, die ausgeführt werden können. Die Belegung nur einiger weniger Tasten des Controllers trägt dazu bei, dass enorm viel Übung nötig ist, um nahtlos Ollies, Spins und Grinds aneinanderzureihen. OlliOlli fällt hier in die Kategorie "easy to learn, hard to master" und wird dem geneigten Gelegenheitsspieler wohl nur einen Bruchteil seines Inhalts bieten. Um normal durch die Level zu gelangen, werden nur eine handvoll Tricks benötigt. Mit der Zeit entwickelt sich dann ein natürlicher Ehrgeiz, aufwändigere Aktionen in das Spielgeschehen einzubauen. Trotz der aufkommenden Highscorejagd kann sich allerdings nicht ein "nur noch ein Level"-Gefühl einstellen, da sich die Welten optisch und spielerisch leider sehr ähneln.

Viel wird gefordert, wenig gegeben
Obwohl nach dem Tutorial alle grundlegenden Techniken bekannt sind, kann sogar für das Meistern der Amateurstrecken durchaus noch einige Anstrengung anstehen, von der Profistufe und dem freischaltbaren Krass-Modus ganz zu schweigen. Nach einem Fehler, der den Fahrer Staub schlucken lässt, muss wieder komplett von vorn begonnen werden - Speicherpunkte gibt es nicht. Durch die kurzen Level und die häufigen Fahler im schnellen Spielablauf lässt sich ein gewisses Trial & Error nicht vermeiden. Für jede Welt existieren darüber hinaus fünf zusätzliche Aufgaben, die beispielsweise darin bestehen eine gewisse Punktzahl zu erreichen oder einen bestimmten Trick auszuführen. Für die Erfüllung winken weitere Punkte in der Endwertung. Hier besteht für jedes Level und jeden Spot eine weltweite Rangliste, die jederzeit eingesehen werden kann.


Ihre Skateboardkünste können ehrgeizige Spieler auch in dem "täglichen Grind" unter Beweis stellen, der ebenfalls über eine weltweite Rangliste verfügt. Hier müssen möglichst lange möglichst viele und aufwändige Grinds ausgeführt werden, bei Bodenkontakt ist die Fahrt, für die man nur eine Chance erhält, beendet. Neben diesen Vergleichen mit anderen Spielern bietet das Spiel kaum weitere Extras; in den Optionen lassen sich lediglich die Credits ansehen und die Lautstärke regeln. Musikalisch wirkt OlliOlli unpassend untermalt, da die teils langsamen Technostücke nicht zu der eher mit rockigeren Klängen assoziierten Skateboardszene passen. Das GamePad der Wii U wird nicht speziell benutzt - der zweite Bildschirm zeigt lediglich die Spezialaufgaben des Levels und das Trick-Buch, in dem alle Tastenkombinationen aufgelistet sind.

Fazit:

Dieser Sidescroller ist nicht für ungeduldige Spieler konzipiert. Um die vielen Techniken einwandfrei zu beherrschen und einigermaßen ansehnlich durch die Level zu rollen, ist eine ganze Menge Übung nötig. Technisch gibt sich OlliOlli aber beim Gameplay keine Blöße und funktioniert genau so, wie es sollte. Das gute Spielerlebnis trübt leider das wenig spannende Gesamtpaket. Obligatorische Modi wie ein Leveleditor oder ein Mehrspielermodus fehlen komplett, auch die Technik der Wii U wird weder kreativ noch besonders praktisch genutzt. Der hohe Schwierigkeitsgrad führt zu vielen Versuchen und einer flachen Lernkurve, dadurch aber auch zu einigen Erfolgserlebnissen. Wie bereits anfangs geschrieben, konzentriert sich der Titel wirklich einzig auf das Spielen - das sollte von allen potenziellen Käufern bedacht werden.

Wertung:

7.5

Nico Zurheide meint:

"Anspruchsvoller Arcade-Skater ohne viel Schnickschnack."
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6 Kommentare:


michi1894
vor 6 Jahren | 0
...

Chuckbert
vor 6 Jahren | 0
Obiger Test triffts meines Erachtens in weiten Teilen ganz gut: Mit nem Leveleditor und/oder nem Multiplayer wäre noch mehr drin gewesen.

Trotzdem zieh ich vor der Indies hier in vierlei Hinsicht den Hut: Die hier als "unpassend" empfundene Musikuntermalung find ich persönlich sehr geil, aber in der Tat assoziert man die Skaterszene bislang (nicht zuletzt dank der Tony Hawk-Games) eher mit Rockmusik. Das ebenfalls kritisierte Fehlen eines "noch ein Level-Gefühls" kann ich so auch nicht recht nachvollziehen: Bin seit einer Woche angefixt, spiele das Game derzeit exzessiv und eine Ende ist nicht in Sicht.

Unterm Strich bleibts in weiten Teilen ne Geschmacksfrage, wie viel man persönlich ner meines Erachtens gut gelungenen Mischung aus Tony Hawk und Excitebike abgewinnen kann.

DraGoNfLyAlOnE
vor 6 Jahren | 0
Merk ihr Eigentlich das bei Nintendo echt nichts Richtig läuft!Viele Fans sind Endteucht von The Legend of Zelda auf Unbestimmte Zeit Verschoben wurde alle haben sich eine Wii U Angeschafft selbst ich,und bin richtig endteucht und hasse Nintendo nun für diese Endscheidung so ein Drecks Verein!Meine Meinung ist mir egal ob hier ein Spiel bewertet wurde oder nicht macht die Augen auf und sieht es ein das Nintendo es nicht an die Spitze Schaffen kann

Belphegor
vor 6 Jahren | 0
@DraGoNfLyAlOnE: Hast Du sie noch alle? Big Dislike udn ich hoffe die Mods editieren Deine Wertung zu OlliOlli raus!

schurik
vor 6 Jahren | 0
@DraGoNfLyAlOnE

Oh man was bist du denn für ein lulatsch?
Ich meine, man kann ja 12 jahre alt sein und dabei auch trotzdem was im köpfchen haben... aber so ...


zum Topic:
Ich fand das Spiel auf meiner PS Vita damals Top! MAchte echt Spaß wenn man dem Stil was abgewinnen kann.

KeeperBvK
vor 6 Jahren | 0
@ DraGoNfLyAlOnE: So ein Kommentar hat nichts unter einem Spieletest verloren. Wenn du eine derart dedizierte Meinung verbreiten möchtest, dann kannst du das gerne im Forum machen und dort eine Diskussion lostreten. Hier ist, wie gesagt, der falsche Ort.
Zumal wir nicht Nintendo sind. Ich kann nicht ganz herauslesen, wie klar dir das ist.