Test: Don't Starve: Giant Edition

Von Michael Prammer am 21. Juli 2015

Überleben ist ein uralter Instinkt, dem jede Lebensform nachgehen muss, um möglichst viel Zeit auf Erden verweilen zu dürfen. Egal ob Tier oder Mensch, alle sind von diesem Trieb betroffen. Zugegeben, in der heutigen Zeit haben wir Menschen eigentlich schon einen gewissen Luxus und brauchen uns über das „ob“ fast keine großen Sorgen machen, sondern eher über das „wie“. Das war früher anders. Vor tausenden von Jahren mussten die Menschen täglich um ihr Überleben kämpfen. Glücklicherweise finden wir solche Szenarien nur noch in Videospielen vor. Vor etwa genau einem Jahr schickte uns How to Survive auf den ersten Wii U-Überlebenstrip. Nun kommt ein weiteres Abenteuer, das mit dem gerade genannten Spiel zwar gar nichts zu tun hat, sich aber einer ähnlichen Thematik hingibt. Wir von WiiUX haben für euch den Robinson Crusoe gemacht und testen den sonderbaren Titel Don't Starve: Giant Edition.


Überlebenskampf pur
Bei diesem Abenteuer geht es um das pure Überleben. Mehr nicht. Geschichte? Fehlanzeige. Der Spieler beginnt das Abenteuer in einer verlassenen Landschaft und findet außer Natur und ein paar Tiere nichts vor. Einziger Anhaltspunkt ist eine Anzeige rechts oben auf dem Schirm, der eine Uhrzeit parat hält, sowie ein paar lebenswichtige Parameter. Dann läuft man auch schon drauf los, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben. Es bleibt also nichts anderes übrig, als herum zu probieren. Und hier hat man nur die Möglichkeit, Dinge einzusammeln. Dinge wie Gras, kleine Äste oder kleine Steine. Doch bereits jetzt schon kann man etwas basteln. Dank einer Axt fällt man Bäume, die man für Holz braucht, um ein Lagerfeuer zu errichten; mit Gras und Ästen baut man sich eine Fackel, mit der man die Nacht erleuchten kann.

Und hier haben wir auch schon unser erstes Ziel. Wenn es Nacht wird, füllt der Bildschirm sich nämlich zunehmlich mit Schwärze. Und so muss man dafür sorgen, dass man in der Nacht genug Material für Feuer hat. Außerdem bekommt unser Protagonist Hunger. Durch Beeren, Gemüse oder auch Tiere kann der Nahrungshaushalt geregelt werden. Die Tiere sind nicht zu fangen? Kein Problem, wir bauen uns eine Falle durch anderes Material, das wir finden und schon erbeuten wir einen Hasen. Genau darin liegt der Reiz von Don't Starve. Wir suchen verschiedene Materialien, bauen uns Werkzeuge und tragen damit neue Materialien ab, um neuere und bessere Werkzeuge und Ausrüstungen zu erschaffen. Leider sind wir nicht alleine auf der Welt. Vor allem die Nacht ist der natürliche Feind unserer Hauptfigur. Wir können von wilden Bestien, von Bienen, Spinnen oder dem Hungertod hingerafft werden. Und dann war alles für die Katz.


Alles hat ein Ende
Ernsthaft, das Spiel ist vorbei. Alles, was man bis dahin gesammelt hat, ist weg. Man beginnt von vorne. Nach dem (unvermeidbaren) Ableben erhält man ein paar Erfahrungspunkte, mit denen man neue Figuren freischaltet, welche neue Fähigkeiten besitzen. Jedoch kann der stundenlange Ausflug durch eine kleine Unachtsamkeit rasch beendet werden und die ganze Arbeit, samt der vielen erschaffenen Werkzeuge und Utensilien war umsonst. Das kann sehr frustrierend sein, regt jedoch auch zum Nachdenken an. Was habe ich falsch gemacht? Wie bewege ich mich das nächste Mal besser auf der Karte, um die benötigten Materialien schneller zu finden? Der Fluch des Scheiterns ist in diesem Spiel auch gleichzeitig ein Segen, da er für eine ungemeine Motivation sorgen kann. Allerdings kann es nervtötend sein, dass man dann wirklich komplett von Null anfangen muss und sozusagen das Rad komplett neu erfindet, ehe man sich den Wunderwerken annimmt, die man vor wenigen Minuten durch den Heldentod liegen lassen musste.

Don't Starve hat neben seinem außergewöhnlichen Spielprinzip jedoch noch etwas anderes Tolles. Und das ist die Optik. Der Artstyle ist großartig und die Welt wirkt trotz seiner dunklen Farbtöne lebendig. Jedoch ist das reine Geschmackssache, einen alltäglichen Grafikstil darf man nicht erwarten und die gezeichnet wirkende Welt könnte auch einige Spieler etwas abschrecken. Die Steuerung erfolgt wahlweise mit GamePad oder Wii U Pro-Controller. Gerade das GamePad hätte man hier jedoch besser einbinden müssen. Zwar wird eine Karte angezeigt, jedoch ist diese nur sehr klein und das Inventarmenü, das elementar wichtig ist, wird genauso abgebildet, wie auf dem Fernsehschirm. Hier hätte man die Option des zweiten Bildschirms hervorragend einsetzen können, jedoch wird das GamePad auf diese Weise nur suboptimal genutzt. Der Beiname Giant Edition beinhaltet übrigens sämtliche Verbesserungen und die Erweiterung Reign of Giants. Darin sind neue Monster, neue Jahreszeiten und neue Herausforderungen enthalten.

FAZIT:
Don´t Starve: Giant Edition ist ein interessantes Abenteuer. Zumindest bei den ersten zwei bis drei Versuchen. Selbst ein zehnter Versuch kann noch motivierend sein, wenn man sich über die Art und Weise seines Bildschirmtodes Gedanken gemacht hat und nun eine bessere Lösung findet. Doch dann hinterfragt man sich irgendwann selbst. "Warum soll ich den ganzen Mist nochmal sammeln?" Oder aber auch: "Jetzt habe ich über eine Stunde gespielt und wegen diesem blöden Monster ist alles dahin und ich soll von vorne anfangen? Und vor allem wieder mit diesem einfachen Zeug, dabei hatte ich doch schon so eine tolle Maschine gebaut..." Genau damit muss man sich auseinandersetzen, wenn man mit Don't Starve Spaß haben möchte. Wer sich durch die ständigen Tode und dem immer wieder von vorne beginnenden Überlebenskampf nicht abschrecken lässt, erhält ein tolles Abenteuer für Zwischendurch. Jedoch hätte die GamePad-Einbindung nichtsdestotrotz etwas ausgereifter sein können.

Wertung:

7.0

Michael Prammer meint:

"Außergewöhnlicher Überlebenstrip mit Hang zur Wiederholung. Kann man mögen, muss man aber nicht."
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2 Kommentare:


michi1894
vor 6 Jahren | 0
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StMaster3000
vor 6 Jahren | 0
Wie bei der Konkurrenz, finde ich den Test eher nicht gelungen.

Ich finde Don't Starve (WiiU) ist eine Indie-Perle die jeder haben muss, die einzigen Kritikpunkte sind simpel :

Nerviges Laden beim Tageswechsel;
Keine Touchsterung, im Sinne des Craften.

Sonst ist es ABSOLUT empfehlenswert !