Test: BADLAND: Game of the Year Edition

Von Michael Prammer am 04. September 2015

Wenn man Nintendos Wii U eine Tatsache nicht abstreiten kann, dann ist es die Unterstützung der kleinen, sogenannten Indie-Entwickler, die regelmäßig ihre Spielchen im eShop von Nintendos Heimkonsole veröffentlichen. Oftmals handelt es sich dabei um Handy-Spiele, die sogar kostenlos oder sehr günstig auf den Smart-Devices zur Verfügung stehen. Die Konsolen-Versionen bieten aber oft einen echten Mehrwert, wie auch in unserem nachfolgenden Fall. Badland erschien ursprünglich für iOS und Android und kommt jetzt in der Game of the Year-Edition auch für Wii U. Wir haben uns das Spiel etwas genauer angesehen und verraten euch unsere Eindrücke im nachfolgenden Test.

Keine Geschichte?

Eine Geschichte können wir uns an dieser Stelle sparen, denn es gibt keine. Und das ist schade, denn eine Hintergrundstory hätte dem Spiel ganz gut getan. So wirkt es nämlich einfach nur wie ein Handy-Spiel, dass sofort zur Sache kommen will. Vielmehr sollte man das Spielprinzip von Badland erst einmal erläutern. Der Spieler übernimmt die Kontrolle von kleinen Wesen, die einfach nur Klone genannt werden. Zunächst startet einer von ihnen aus einer Röhre und das Ziel ist es, diesen sicher zur Ausgangsröhre zu befördern. Jedoch ist das einfacher gesagt als getan, denn die Welt von Badland ist voller Gefahren. Felsbrocken, die von der Decke stürzen, verwinkelte Korridore, Ventilatoren, Sägeblätter oder auch Stacheln machen das Leben schwer. Dazu kommt das automatische Scrolling, das für eine weitere Schwierigkeit sorgt. Denn dadurch kommt ein gewisser Zeitdruck in die Spielmechanik, da man nicht ewig überlegen kann, wie man sich den Weg durch die Fallen bahnt.

Viele, viele Klone

Ab und zu stellen sich dann noch Tore in den Weg, die mittels Mechanismus geöffnet werden müssen. Wie soll das ein Klon alles schaffen? Muss er nicht, denn man findet in jedem Level gleich mehrere Klone. Und diese helfen nicht nur bei dem Überlebenskampf durch die mit Fallen gespickten Level, sondern können auch beim Aktivieren von Toren helfen. Einziges Problem: Ihr könnt diese Klone nicht separat steuern, sondern sie folgen stets dem einen Klon, über den ihr die Kontrolle habt. Dadurch ist ein gewisses Maß an Geschicklichkeit gefragt, um die Klone an bestimmten Stellen „aufzuteilen“. Es gibt dazu noch einige Items, die noch mehr Würze in das Spielprinzip bringen. So lassen sich die Klone verkleinern oder vergrößern, um dann entweder durch enge Abschnitte zu gleiten oder schwer genug zu sein, um bestimmte Stellen zu passieren. Dabei kann es vorkommen, dass man innerhalb weniger Sekunden mehrmals zwischen groß und klein wechselt, um verwinkelte Levelabschnitte zu meistern.

Leider gibt es einige Items, die dem Spieler mächtig ans Nervenkostüm gehen können. Es gibt nämlich Rotationsitems, die sich nichts aus der Schwerkraft machen und somit tunlichst vermieden werden sollten. Das weiß man natürlich vorher nicht und rotiert ohne Vorwarnung ins Verderben. Das sollte jedoch dank der großzügig ausgelegten Checkpoints nicht weiter stören. Überhaupt ist Badland zwar fordernd, jedoch nie unfair. Es gibt immer einen möglichen Weg und nur das simple Beenden der Level sollte für jeden Spieler machbar sein. Die Herausforderungen, wie zum Beispiel das Retten einer bestimmten Anzahl von Klone gestaltet sich dann schon als echter Brocken.

Der Umfang von Badland kann sich sehen lassen. 100 Level stehen für Solisten zur Verfügung, 27 weitere Herausforderungen stehen für einen Mehrspielermodus zur Verfügung. Im Koop-Modus lassen sich die kompletten 100 Level gemeinsam bewältigen. Leider wird auf einen Onlinemodus verzichtet. Bei der Steuerung gibt es nichts zu bemängeln. Der linke Stick bewegt die Klone, „A“-Knopf oder „ZR“-Trigger lässt die Klone hüpfen. Wer möchte, darf auch den Touchscreen des GamePads verwenden. Grafisch gesehen hat Badland durch den Port von Smartphones nichts von seinem Charme einbüßen müssen. Die düstere Welt wirkt voller Details und vor allem die Hintergründe sind einen Blick wert, dazu kommen tolle Lichteffekte. Der Sound macht leider nicht so einen Eindruck - hier hätte ein wenig düstere Musik den Gesamteindruck verbessert.

FAZIT:

Badland Game of the Year-Edition ist ein toller Knobeltitel, den man als Fan von puzzle- und physikbasierten Spielen unbedingt auf dem Schirm haben sollte. Die Reise der Klone, die zwar leider nicht von einer Geschichte begleitet wird, ist fordernd, aber stets fair und bei mir kam immer wieder der berühmte „ein Level mach' ich noch“-Effekt auf. Dank gut verteilter Checkpoints sind auch Anfänger noch genug bei der Stange zu halten, Profis hingegen freuen sich auf die knackigen Herausforderungen. Lediglich einige Items haben mich viele Nerven gekostet. Grafisch ist Badland für ein Indie-Spiel eine absolute Wucht, leider versagt die Soundkulisse dem Spiel eine herausragende Präsentation. Nichtsdestotrotz gehört Badland in jede Sammlung eines Puzzle-Fans.

Wertung:

8.0

Michael Prammer meint:

"Super Puzzle-Spiel mit schöner Optik und hohem Wiederspielwert."
Hinweis: die Kommentarsektion ist aktuell geschlossen.

8 Kommentare:


ProG4M3r
vor 6 Jahren | 0
Was mich definitiv vom Kauf abhalten wird, ist wie bei vielen Umsetzungen von Indie-Titeln auf Konsole wiedereinmal der Preis.

Es gibt ja Spiele bei denen ich 10-20€ durchaus gerechtfertigt finde, aber die Umsetzung eines simplen Smartphone Puzzlers ist mir einfach keine 9,99€ Wert und im besten Fall kaufe ich mir diesen Titel wohl für wenig Geld im Sale...

Der R
vor 6 Jahren | 0
hmmm...ich habe das Spiel bisher als reines Geschicklichkeitsspiel empfunden...

KeeperBvK
vor 6 Jahren | 0
Die Grenze zwischen Geschicklichkeits- und Puzzle-Spiel ist oft fließend. Bei BadLand reicht es aber eben nicht, einfach im rechten Moment zu reagieren und etwa auszuweichen. Man muss schon an einigen Stellen die Powerups und Umgebung beachten und korrekt einsetzen. Im Prinzip fällt BadLand in beide Genres.

@ Progamer: Wieso simpel? Und warum sollte dir das hier keine €10 wert sein, nur weil es zunächst auf Handy erschien? Wäre es zuerst für WiiU gekommen, dann hätte niemand gesagt "böh, das sieht ja wie ein Handy-Spiel aus", denn das Ding ist einfach wirklich gut gemacht und hat Content für viele Stunden. Besonders dann, wenn man alle Zusatzziele erfüllen will. Ich hab das Ding wirklich lange auf dem Handy gesuchtet. Da ist es Meilen über dem Gros der sonstigen Spiele, und damit ist es auch ein guter Konsolentitel.

Tobsen
vor 6 Jahren | 0
Ich kann Pro durchaus verstehen und denke, er hat sich etwas ungelenk ausgedrückt.
Also mich stört es weder, dass das Spiel aussieht wie ein mobile-Spiel (zumal es echt gut aussieht), noch, dass es auf Smartphones bzw. Tablets zuerst erschien. Es ist ein Port und da liegen diese Punkte eben in der Natur der Sache.
Nur haben wir im Haushalt sowohl Smartphones, als auch ein Tablet, als auch eine WiiU. Und wenn ich dadurch eben die Wahl habe, das Spiel entweder für 9,99€ auf der WiiU oder für eine paar Euro bzw. gratis (was es vor ein paar Monaten mal war und ich es daher für umme auf's Tablet lud) auf das Tablet zu ziehen - dann lade ich es eben nicht auf die WiiU runter. Das heißt nicht, dass es nicht die 10€ wert wäre; das heißt nur, dass ich eben auch nichts zu verschenken habe.

rongar
vor 6 Jahren | 0
Ich muss sagen dass ich persönlich auch von diesen ganzen Handyspielen nicht viel halte. Lieber unterstütze ich mit meinem Geld Wii U Entwicklungen wie "Affordable Space Adventure" oder "Swords and Soldiers 2", die zwar das doppelte kosten, aber dafür was besonderes sind. Ich hab doch keine Konsole um Umsetzungen von Handyspiele darauf zu spielen...

KenSugisaki
vor 6 Jahren | 0
Das ganze Spiel ist mitsamt Inappkäufen kostenlos im Amazon Underground Appstore.
Was mir hier definitiv fehlt ist das Verkaufsargument.

Urrgh
vor 6 Jahren | 0
Es gibt schlicht kein Argument für einen WIIU Kauf!

Farbi11
vor 6 Jahren | 0
Super Mario Maker hat auch eine 8,0 bekommen?!