Test: Runbow

Von Michael Prammer am 19. September 2015

Auch wenn man sich seit einiger Zeit als Wii U-Spieler zurecht über mangelnde Dritthersteller-Entwicklungen beklagen kann, so muss man doch zumindest anerkennen, dass der Nachschub an Downloadtiteln im eShop der Wii U seit jeher gesichert ist. Fast jede Woche erreichen neue Titel, die zwar mitunter bereits auch schon auf anderen Plattformen erschienen sind, aber dennoch für ausreichend Abwechslung im Spieleportfolio sorgen. Darüber hinaus gibt es jedoch auch so manchen Titel, der es als Exklusivspiel auf die Wii U-Plattform geschafft hat. Mit Runbow von Entwickler 13AM Games erschien nun ein Plattformer, der bislang nur für Nintendos Heimkonsole angekündigt ist. In Runbow erhalten sämtliche Helden bereits erhältlicher eShop-Spiele einen kurzen Gastauftritt und sollen so für ein kunterbuntes Spielvergnügen sorgen. Ob dies gelungen ist, verraten wir euch im WiiUX-Test.

Laufen, Hüpfen, Schlagen
Das Spielprinzip des Titels aus dem Hause 13AM Games ist schnell erklärt. Runbow ist ein 2D-Plattformer, der mit einer Zweiknopf-Steuerung auskommt. Laufen, Springen, Schlagen – mehr gibt es ansich nicht zu tun. Bewegt wird sich von links nach rechts oder umgekehrt. Die Besonderheit sind die unterschiedlichen Farben in den Level, die für den eigentlichen Kick sorgen. In verschiedenen Rhythmen ändern sich diese nämlich und Plattformen unterschiedlicher Farben erscheinen oder verschwinden. Damit ergibt sich eine ganz besondere Herausforderung, da man die Muster der Farben teilweise ganz genau studieren muss, um das Level zu beenden und nicht einen der zahlreichen Bildschirmtode zu finden.



Zusätzlich kommen hin und wieder auch unterschiedliche Items zum Einsatz, die den Spielverlauf im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf stellen. Dann muss plötzlich umgedacht und das Spielgeschehen von oben betrachten werden. Außerdem sind in manchen Leveln entsprechende Geschwindigkeitsitems zu finden, die euch in einen wahren Adrenalinrausch versetzen und flinke Reaktionen erfordern. Um es ganz klar zu sagen: In diesen Passagen werden ihr wirklich oft den Bildschirmtod sterben. Sehr oft. Und weil das nicht ausreicht, schickt euch das Spiel gleich noch einen frechen Spruch hinterher. Fies!

Großer Umfang
Runbow bietet eine Menge unterschiedlicher Modi. Ein Singleplayer-Modus führt den Spieler auf eine Reise durch verschiedene Level, die aber im Wesentlichen immer nur eines von drei Zielen beinhalten. Entweder ihr schnappt euch die Trophäe, die am Ende der Level bereitstehen, oder aber ihr sammelt innerhlab der Welt eine bestimmte Anzahl an Münzen ein. Zusätzlich gibt es noch die Aufgabe eine gewisse Anzahl an Gegnern zu besiegen oder einen „Boss“ zu eliminieren, der jedoch fast nie eine echte Herausforderung darstellt. Die Ziele sind also nicht besonders aufregend - dafür jedoch die Wege dorthin umso mehr. Die Level in Runbow könnten kaum unterschiedlicher sein. Mal rennt ihr vor einer Wand voller Dornen davon, mal seid ihr im Dunklen unterwegs - und schon im nächsten Moment kämpft ihr euch durch ein Labyrinth unterschiedlicher Farbwände, die im Rhythmus verschwinden und neu erscheinen. Für genügend Abwechslung ist jederzeit gesorgt. Die Level sind dabei grundsätzlich in drei Schwierigkeitsgrade aufgeteilt, wobei selbst die schweren Level zwar sehr fordernd sind, jedoch nie unfair werden. Der Singleplayermodus bietet außerdem die Möglichkeit, je nach Geschwindigkeit des Levelabschlusses, bis zu drei Münzen zu erhalten. Highscorejäger kommen so auf ihre Kosten.

Das ganz große Highlight des Spiels ist aber zweifelsohne der Mehrspielerpart, der ab zwei Spielern verfügbar ist. Und hier packen die Entwickler ein absolutes Novum aus: ihr dürft mit bis zu neun Spielern gleichzeitig ran. Klingt chaotisch? Ist es auch und macht jede Menge Spaß. Dabei hat man die Wahl, ob man mit oder gegen seine Mitspieler antritt. Je nach Modus kann man versuchen die Trophäe am Ende des Level gemeinsam zu erreichen oder als letzter Spieler auf dem Feld zu stehen und die anderen Mitstreiter aus dem Level zu befördern. Ein besonderer GamePad-Modus ist ebenfalls im Spiel enthalten. Der Spieler mit dem GamePad nutzt dazu den Touchscreen, um Plattformen via Farbwechsel möglichst fies zu wechseln, die anderen Spieler müssen sich dagegen durch Zusammenhalt zur Wehr setzen. Da nicht jeder immer acht Mitspieler findet, gibt es die kompletten Multiplayermodi auch online. Leider ist gerade bei voller Besetzung die Performance nicht immer einwandfrei und man hat gelegentlich mit kleineren Rucklern zu kämpfen, die für unnötige Tode sorgen können.



Zusätzlich müssen wir bei Runbow noch die vielen unterschiedlichen Charaktere erwähnen. Egal ob Juan aus Guacamelee oder Rusty aus Steam World Dig; die Entwickler haben so ziemlich alles an Charakteren mit in das Spiel gepackt, was der eShop der Wii U zu bieten hat. Zwar handelt es sich bei den verschiedenen Figuren vielmehr um Skins ohne eigene, besondere Fähigkeiten - doch da diese erst Verlauf des Spiels nach und nach freigeschaltet werden, sorgt dies für eine große Motivation. Zusätzlich können auch noch diverse Artworks erspielt werden, die dafür sorgen, dass man Runbow immer mal wieder startet. An Umfang und Langzeitmotivation wird es euch deshalb nicht fehlen.

Technisch wirkt Runbow sauber, abgesehen von den kleineren Aussetzern im Onlinemodus. Die Grafik ist dabei jedoch sehr zweckmäßig und wirkt trotz der verschiedenen Farbwechsel insgesamt recht eintönig. Die Hintergründe sind oft nur sehr schlicht gehalten und hätten etwas mehr Ausarbeitung vertragen können. Einzig die verschiedenen Charaktere bringen designtechnische Abwechslung ins Spiel. DIe Musikuntermalung ist dafür umso genialer. Elektro und House-Musikklänge unterstreichen das schnelle und oftmals hektische Spielgeschehen. Auch bei der Steuerung gibt es nichts zu meckern, zumal alle gängigen Wii U-Eingabegeräte unterstützt werden.

FAZIT:

Runbow ist ein toller Plattformer, der eigentlich alles bietet, was sich Fans von 2D-Jump´n´Runs wünschen. Schnelle und knackige Herausforderungen, eine Vielzahl an Levels und freischaltbaren Extras sowe eine Vielzahl an Indie-Charakteren stehen auf der Tagesordnung. Die musikalische Untermalung ist sehr gelungen und passt ideal zum Spielgeschehen. Die Steuerung funktioniert einwandfrei und dank Onlinemodus spielt man bei Bedarf auch nie alleine. Dieser ruckelt bei maximaler Spieleranzahl jedoch gelegentlich und sorgt in diesen Momenten für einige Frustmomente. Auch grafisch könnte man mehr erwarten, das Spiel wirkt optisch doch sehr minimalistisch und eintönig. All das sollte jedoch Fans von Jump´n´Runs nicht von einem Kauf abhalten, da mit Runbow vor allem mit mehreren Freunden ein absoluter Partykracher im eShop zu haben ist.

Wertung:

8.5

Michael Prammer meint:

"Gelungener Plattformer mit vielen Charakteren, großem Umfang und genialem Sound. Partyspaß garantiert."
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2 Kommentare:


michi1894
vor 6 Jahren | 0
...

blither
vor 6 Jahren | 0
Danke für den Test!

Runbow ist ein tolles Spiel. Auch wenn der Online-Modus manchmal nicht optimal läuft, kann er dennoch begeistern und sorgt für viel Spaß.