Test: Pumped BMX+

Von Andreas Held am 08. Oktober 2015

Unmittelbar nach dem Booten schreit es uns Pumped BMX+ ins Gesicht: "Ich bin eine Mobile-Portierung!" Die unverwechselbare Instrumentalmusik, die vermutlich von einer Public Domain-Webseite heruntergeladen wurde und auf dem Weg vom Hauptmenü bis zur ersten Strecke des Spiels weder unterbrochen noch ausgetauscht wird, lässt keinen anderen Rückschluss zu. Und genau wie viele seiner Handyspiel-Kollegen hat Pumped BMX+ ein bekanntes Vorbild, das abgekupfert wurde. Bereits auf den ersten Blick erinnert der Titel an die bekannte Serie Trials, nur dass man diesmal nicht auf einem Motorrad, sondern einem unmotorisierten Zweirad unterwegs ist. Somit sollte doch eigentlich alles ganz simpel sein, oder? Wir stürzen uns ins Spiel, doch werden erst einmal verwirrt. Zu Beginn der Strecke beschleunigen wir mit der A-Taste, doch nachdem der Biker in einem späteren Abschnitt zum Stehen kommt, fallen wir durch das Betätigen desselben Knopfes vom Rad. Also alles noch mal von Anfang an, und diesmal etwas langsamer.

Pumpen ohne Pumpe

Das Tutorial klärt uns dann schnell darüber auf, warum der A-Knopf sich so seltsam verhält: Ursprünglich gab es auf Mobiltelefonen eine "Pump"-Schaltfläche, die für alle Spielaktionen außer dem Ausführen von Stunts fungiert. So könnt ihr vor einer Rampe aus diesen Knopf betätigen und kurz vor dem Absprung wieder loslassen, um an Höhe zu gewinnen. In der Luft könnt ihr ein weiteres Mal diese Funktion nutzen, um euren Protagonisten wie ein korrekt platziertes Tetris-Klötzchen zum Boden rasen zu lassen. Und diese zwei Aktionen sind eure einzige Möglichkeit, an Tempo zu gewinnen. Beschleunigen könnt ihr nur zu Beginn eines Levels, obwohl euer Rad ganz offensichtlich zwei Pedale hat. Und somit erklärt sich auch unsere anfängliche Verwirrung: Sobald ihr ein gewisses Mindesttempo unterschreitet, fällt euer Biker automatisch vom Rad.

Während die Steuerung insgesamt stark an Trials Fusion erinnert, orientiert sich der Spielaufbau eher an OlliOlli. In jedem Level bekommt ihr drei Sets aus drei Herausforderungen, für die ihr jeweils eine bestimmte Punktzahl innerhalb einer Stunt-Combo bzw. innerhalb eines Durchlaufs erreichen und einen bestimmten Stunt ausführen müsst. Habt ihr die ersten drei Herausforderungen gemeistert, werden schwierigere Punktzahlen und Tricks vorausgesetzt. Und genau wie seine Vorbilder bietet auch Pumped BMX+ einen brachialen Schwierigkeitsgrad. Kleines Fallbeispiel: Im Level "Die Tiefe" stehen wir mit 26.000 Punkten auf Platz 4 des globalen Leaderboards - doch um die einfache Score-Herausforderung abzuschließen, bräuchten wir 38.000 Punkte. Das liegt zum Teil sicherlich daran, dass sich fast niemand dieses Spiel kaufen wird - aber wenn weltweit nur drei Spieler eine Herausforderung auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad absolvieren können, ist das doch etwas arg wenig.

Pumped BMX+ macht keine extremen Fehler, ist jedoch insgesamt völlig lieblos gestaltet. Neben der bereits angesprochenen Hintergrundmusik ist auch die Grafik zu kritisieren, die technisch auf N64-Niveau liegt und stilistisch völlig seelenlos und generisch daherkommt. Trotz der simplen Optik sind ständige Ruckler zu verzeichnen. Und auch das Leveldesign fällt in dieses Muster: Jede Strecke besteht aus immer gleichartigen Aneinanderreihungen von Rampen, kreative Elemente gibt es nicht. Immerhin sind alle Texte in einer Jugendsprache mit einem ziemlichen Fremdschämfaktor verfasst: Fallt ihr vom Rad, beschimpft euch das Spiel mit Phrasen wie "Nich' cool!" oder "Geh nach Hause!", während nach einem erfolgreichen Lauf auch mal der Schriftzug "Goil!" auf dem Bildschirm erscheinen kann.

FAZIT:

Spiele wie Pumped BMX+ gibt es auf Mobiltelefonen wie Sand am Meer - und dort funktionieren sie, weil sie sehr günstig oder gar kostenlos zu haben sind und dieser Preisvorteil für die Zielgruppe als Kaufargument ausreicht. Wer etwas mehr Geld in die Hand nimmt und sich dafür vollwertige Spiele kauft, bekommt meistens etwas deutlich besseres geboten. Als sinnvolle Alternativen können wir Trials Fusion oder das auch für Wii U erhältliche OlliOlli vorschlagen. Nur von Tony Hawk's Pro Skater 5 solltet ihr die Finger lassen. Das soll auch nicht so gut sein, haben wir gehört.

Wertung:

3.5

Andreas Held meint:

"Handyspiel-Portierungen können fast immer ignoriert werden. Pumped BMX+ ist keine Ausnahme."
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1 Kommentare:


Taisaka
vor 6 Jahren | 0
Kein Kommentar von Belph wie gut es die WiiU doch hat, bekommt sogar Smartphone Adaptionen?! Die Auswahl wird langsam schier Grenzenlos !!