Test: Race The Sun

Von Lars Peterke am 11. Oktober 2015

Der Nintendo eShop ist nach wie vor ein El Dorado für kleinere Spieleentwickler. Der neueste Anwärter ist das Studio Flippfly, ein Indie-Startup zweier Brüder. Sie veröffentlichen nun den über zwei Jahre alten Titel Race The Sun für Wii U. Wir haben ihn für Euch getestet.

Der Sonne entgegen

Race The Sun ist vom Konzept her ein klassisches Mobile Game. Das geschulte Auge erkennt daher sofort, wo sich die zwei Entwickler die unterschiedlichen Mechaniken abgeschaut haben. So befinden sich Elemente aus Temple Run, Tiny Wings oder Alto’s Adventure im Spiel, um nur die wichtigsten Namen zu nennen. Klar, dass sich also auch Race The Sun in die Kategorie der Endless Runner einsortiert. Die Aufgabe ist simpel: Ihr steuert ein solarbetriebenes Flugzeug und fliegt der Sonne entgegen. Zumindest solange ihr es vermeiden könnt gegen ein Hindernis zu krachen oder euch der Saft ausgeht, da die Sonne mit jeder Spielsekunde weiter untergeht. Das Gameplay erklärt sich nach wenigen Spielsekunden von selbst, da ihr zunächst bis auf das Lenken nach links oder rechts nichts weiteres tun könnt.

Optisch präsentiert sich Race The Sun in einer fast schon zu abstrakten 3D-Grafik ohne Texturen oder Details. Das liegt vermutlich auch daran, dass dem zweiköpfigen Studio ein wirklich erfahrener Grafiker fehlt und auch nur ein sehr geringes Budget zur Verfügung stand. Doch auch mit großer Gutmütigkeit muss festgehalten werden, dass insbesondere die Beleuchtung der Szenerie sehr unsauber wirkt. Man wird den Eindruck nicht los, dass die komplette audiovisuelle Präsentation des Titels aus der Not heraus geboren wurde.

Das Spiel teilt sich in verschiedene zufallsgenerierte Gebiete, die jeweils mit unterschiedlichen Hindernissen aufwarten. Dabei werden die Level nur alle 24 Stunden neu generiert, sodass man im Rahmen seiner aktuellen Sitzung die Möglichkeit erhält aus seinen Fehlern zu lernen. Um euch zum Weiterspielen zu motivieren, gibt euch das Spiel zu jeder Zeit drei verschiedene Achievements an die Hand, die es zu erfüllen gilt. So schaltet ihr nach und nach diverse neue Modifikatoren frei. Dies sind etwa ein Sprung-Item oder Ausrüstungsgegenstände für eurer Schiff, die ihr im Menü ausrüsten könnt. Mit einem Magneten könnt ihr dann beispielsweise leichter Gegenstände einsammeln, da sie von eurem Schiff angezogen werden.

Fazit:

Race The Sun ist ein wirklich schnelles Spiel. Ihr dürft euch bereits auf die Schulter klopfen, sobald ihr es geschafft habt das dritte Gebiet zu erreichen - sofern bis dahin nicht schon die Luft raus ist. Denn Race The Sun bietet zu keinem Zeitpunkt besondere oder spannende Gameplay-Elemente und eine Hand voll geübte Entwickler könnten dieses Spiel vermutlich in einer Woche nachbauen. Dennoch schlägt Race The Sun trotz seines Alters mit saftigen 10€ im Nintendo eShop zu Buche. Dabei ist unbedingt zu erwähnen, dass der Level-Editor und die Community-Funktionen aus der PC-Version fehlen. Auch eine Veröffentlichung des neuen Sunrise-DLC für die Wii U steht in den Sternen. Insofern ist Race The Sun leider nur als enttäuschende Umsetzung eines unterhaltsamen PC-Spielchens zu betrachten. Wer sich für das Genre begeistern kann, sollte sein Geld daher lieber in Bit Trip Runner 2 investieren.

Wertung:

4.0

Lars Peterke meint:

"Enttäuschender Port eines netten Minispielchens."
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