Test: Momonga Pinball Adventures

Von Michael Prammer am 20. Oktober 2015

Wusstet ihr eigentlich, dass es beispielsweise in Asien eine besondere Art von Nagetieren gibt, die sich auch Gleithörnchen nennen? Diese haben zwischen den Vorder- und Hinterbeinen eine dünne Gleithaut, mit der sie von Ast zu Ast springen und dank ihres „Gleitschirms“ auch sehr große Sprünge vollführen können. Sie werden deshalb auch Flughörnchen genannt. Momonga Pinball Adventures hat eines dieser Flughörnchen zum Protagonisten einer Mischung aus Flipperspiel und Adventure gemacht. Ob diese Mischung funktioniert, verraten wir euch in den nachfolgenden Zeilen.

Angriff der Eulen
Im Genremix Momonga Pinball Adventures übernimmt der Spieler die Kontrolle über Momo. Momo ist eines der bereits beschriebenen Gleithörnchen, dem eine verantwortungsvolle Aufgabe zuteil wird: Momo muss seinen Momonga-Stamm vor einer heimtückischen Eule und ihrer bitterbösen Crew retten. Diese haben das Volk der Gleithörnchen nämlich kurzerhand entführt, jedoch Momo, den Sohn des Häuptlings, glücklicherweise vergessen. Unterstützung erhält dieser von einem Panda, der dem kleinen Helden mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem gesellt sich im weiteren Spielverlauf Glühwürmchen Fry zum Rettungsteam hinzu. Gemeinsam möchten sie dem Eulenvolk das Handwerk legen.



Die Mischung macht es!
Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Momonga Pinball Adventures um einen Mix aus Flipperspiel und Abenteuer. Das grundlegende Spielgeschehen steuert sich dabei wie ein klassischer Pinball-Automat. Dazu gesellen sich Adventure-Einlagen, wie das Öffnen von Türen, das Betätigen von Schaltern oder das Besiegen von Gegnern. Das Spiel folgt dabei einem roten Faden, sodass man stets an der Hand durch das Abenteuer geführt wird. Jedes der Level enthält bestimmte Herausforderungen, wobei nur die erste bewältigt werden muss, um im Spiel weiterzukommen. Die anderen vier Herausforderungen erhöhen den Wiederspielwert und dienen der Highscorejagd. Das ist jedoch auch bitter notwendig, da das komplette Spiel aus lediglich 12 Levels besteht. Diese setzen sich aus 9 „Tischen“ und drei Bonuslevel zusammen. Eines davon bietet eine Flugeinlage, das andere ist wie ein Glückspieltisch aufgebaut.

Die Herausforderungen reichen vom Erreichen des Levelendes über das Zerstören irgendwelcher Steine bis hin zum Besiegen der hinterhältigen Eulen. Stürzt man zwischen die Flipperpaddel verliert man ein Herz - sind alle drei aufgebraucht, ist das Spiel vorbei. Herzen findet man jedoch im Spiel immer wieder sowie zusätzlich auch Sterne. Diese dienen lediglich der Punktejagd - insgesamt drei Sterne pro Level können eingesammelt werden.



Das einfache Durchspielen des Abenteuers dauert aufgrund der gerinen Anzahl an Levels nicht sonderlich lange und fordert in dieser Zeit erfahrene Spieler kaum. Wenn man alles im Spiel freischalten möchte, muss man jedes der Hauptlevel mindestens fünf mal spielen. Dank einer Online-Rangliste kann man sich jedoch auch mit anderen Spielern weltweit messen. Zu guter Letzt sind da noch die Achievments, die Perfektionisten bei Laune halten. Wir hätten uns jedoch vor allem mehr spielerische Abwechslung gewünscht. Das Bonuslevel mit der Flugpassage ist eigentlich ganz gut gelungen. Jedoch ist nur eines davon verfügbar. Warum bietet also man nicht mehrere davon an? Nur ein weiteres Mal im Spiel kommt es zu einer kurzen Flugstunde.

Die Steuerung des Titels klappt hingegen einwandfrei, ist aber auch nicht besonders anspruchsvoll. Mit dem linken oder rechten Controlstick wird Momo auf den Flippertisch befördert und mit „L“ und „R“ (wahlweise „ZL“ und „ZR“) werden die beiden Flipperpaddels bedient. Mehr muss ein Flipperspiel auch gar nicht können. Zusätzlich lässt sich der Fluglevel per Neigungssteuerung bewältigen. Weitere Wii U-Eingabegeräte werden leider nicht unterstützt. Optisch ist das Abenteuer um das kleine Flughörnchen sehr niedlich und bunt gestaltet, ohne aber ein besonderer grafischer Leckerbissen zu sein. Man merkt dem Titel an, dass es sich um eine Smartphoneumsetzung handelt, die man etwas aufpoliert hat. Der Ladebildschirm, der zwischendurch auftaucht, ruckelt teilweise, was sich jedoch glücklicherweise nicht auf das Spielgeschehen auswirkt. Musikalisch gibt es wenig zu meckern, in den Zwischensequenzen gibt es sogar eine stimmige japanische Sprachausgabe zu hören.



FAZIT:
Momonga Pinball Adventures ist ein prinzipiell gut gelungener Genremix aus Flipper- und Abenteuerspiel. Die Geschichte um die Flughörnchen ist zwar nicht überragend inszeniert, jedoch trägt sie zur Auflockerung bei. Technisch merkt man dem Titel seine Wurzeln aus dem Smartphone-Segment an, sodass keine Meisterleistung in Sachen Präsentation erwartet werden sollte. Dafür klappt die Steuerung prima und dank Off-TV darf auch auf dem GamePad gespielt werden. Das Abenteuer an und für sich ist jedoch leider sehr kurz geraten und somit recht schnell auch wieder vorbei. Wer jedes Level mehrere Male spielen möchte wird zwar durch einige Achievements länger unterhalten, alle anderen Spieler dürften über den Umfang jedoch recht enttäuscht sein. Auch hätten wir uns über mehr spielerische Abwechslung, wie zum Beispiel die coolen Fluglevel, gefreut. Als Flipperspiel mit Abenteuerelementen funktioniert das kleine Flughörnchen Momo dennoch recht gut und kann zumindest kurzzeitig unterhalten.

Wertung:

6.5

Michael Prammer meint:

"Ordentlicher Genremix, der leider recht kurz geraten ist und etwas mehr Abwechslung bieten könnte."
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1 Kommentare:


michi1894
vor 5 Jahren | 0
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