Test: Ultratron

Von Nico Zurheide am 16. November 2015

Wenn man sich als passionierter Wii U-Spieler vor Einem nicht retten kann, dann ist das die Flut an Spielen in Retrooptik von unabhängigen Entwicklern. 2D-Jump'n'Runs beispielsweise sind so einfach wie nie zu programmieren und der Einfachheit halber, und auch, weil viele Spieler sich dadurch in ihre Kindheit zurückversetzt fühlen, belassen viele Studios es bei minimalistischer Pixelgrafik. Oft wirkt diese aber einfach nur uninspiriert, es gibt nur einige wirklich gelungene Beispiele, wie zum Beispiel Shovel Knight (WiiUX-Review). Ultratron fährt zwar auch die Retroschiene, ist allerdings ein klassischer Twin-Stick-Shooter. Auch aus diesem Genre gibt es schon Vertreter auf Nintendos Heimkonsole, mit welchen Argumenten also buhlt der Publisher Curve Digital um die Gunst der Käufer?

Pew Pew Pew! Ratatatatata!

Ultratron ist wahrlich ein Twin-Stick-Shooter der klassischen Sorte. Mit seiner Pixelgrafik und optional zuschaltbaren visuellen Effekten wie Stroboskop, Flimmern und Shader soll echtes Arcade-Feeling aufkommen. Beim Spielen stören diese Extras aber eher und lenken von den Gegnerwellen ab. Davon gibt es in dem Shooter nicht zu knapp. Aber warum? Auf diese Frage bietet das Spiel sogar eine Antwort: Die Menschheit wurde von außerirdischen Invasoren erst digitalisert und anschließend gelöscht. Der Spieler kontrolliert einen kleinen Roboter mit Laserwumme und soll den Wächter des zentralen Nexus zerstören. Dieser wartet am Ende der vierten Spielwelt, ist er besiegt wechselt das Spiel in den Endlosmodus über. Alles klar.

Genretypisch startet die actiongeladene Quest seicht und mit leichten Gegnern. Im Verlauf des Spiels kommen dann natürlich immer mehr und immer stärkere Droiden, die dem kleinen Roboter ans Leder wollen - im übertragenden Sinne versteht sich. Die Variation an Feinden lässt dabei wenig zu wünschen übrig, hätte aber üppiger ausfallen können. Während erste Gegner nur zu langsamem Schießen imstande sind, kommen mit weiterem Fortschritt auch Minenleger, Verfolger, gut Gepanzerte und einige mehr hinzu. Die Stage, auf der das digitale Morden stattfinden, ändert sich abgesehen von ihrer farblichen Untermalung im gesamten Spiel nicht. Erledigte Feinde lassen kleine Scheiben fallen, die hier als Ingame-Währung dienen und zwingend zum Aufleveln des Protagonisten benötigt werden.

Der Upgradeshop ist essentiell für das erfolgreiche Weiterkommen. Mit seiner Standardwaffe ist der schießwütige Roboter noch recht schwach auf der blechernen Brust und würde ohne Upgrades schnell von den Gegnerwellen überrumpelt werden. Ausrüstungen werden dafür im Shop mehr als genügend geboten. So gibt es klassische Verbesserungen für Schilde und Hauptwaffe, großflächige sowie automatische Bomben, einen Magneten für Scheiben, einen Geschwindigkeitsschub und mehr. Besonders sind drei freischaltbare Begleiter hervorzuheben, die den Droiden auf Schritt und Tritt begleiten und automatisch Feinde mit Blaster, Laser und Raketen attackieren. Alle Upgrades werden übrigens im integrierten Koop-Modus mit dem Mitspieler geteilt. Ein zweiter Spieler kann jederzeit ins Spiel ein- und auch wieder aussteigen.

Fazit:

Der Entwickler verspricht klassische Twin-Stick-Action im Arcade-Sil und genau das wird hier auch geboten. Für echte Retrofans gibt es optische Spielereien, die Action konzentriert sich auf das Wesentliche, das Spielgeschehen wird im Normalfall nicht unübersichtlich. Das ist die Pflicht, aber auch die Kür meistert der Titel zumindest zum Teil. Der Upgrade-Shop ist Dreh- und Angelpunkt des Spiels und enttäuscht in dieser Rolle keinesfalls. Der dynamische Koop-Modus ist ein großer Pluspunkt, außerdem gibt es Online-Ranglisten. Leider spielt sich das alles nur auf einer einzigen Stage ab und einige Gegnertypen mehr hätten dem Spiel sicherlich gut getan. Wer also nach einem Twin-Stick-Shooter für Wii U sucht, ist mit Ultratron bestimmt nicht schlecht beraten.

Wertung:

7.0

Nico Zurheide meint:

"Zwei Sticks und ein schwer bewaffneter Droide - nicht die schlechteste Mischung."
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1 Kommentare:


mowowo
vor 3 Jahren | 0
Danke für diesen Review. Bestätigt mein Gefühl von das Spiel.