Test: The Legend of Zelda: Phantom Hourglass

Von Michael Prammer am 10. Dezember 2015

Im Jahr 2000 wurde auf der Space World eine Demo zu einem neuen Zelda-Spiel gezeigt. Die Vorfreude war groß, es schien ein „würdiger“ Nachfolger zum überragenden The Legend of Zelda: Ocarina of Time zu werden. Doch dann trat Ernüchterung ein, da Nintendo einige Zeit später das Spiel The Legend of Zelda: The Wind Waker ankündigte und mit einem gänzlich anderen Grafikstil neue Wege im Videospielsegment beschreiten wollte. Cel-Shading hieß das Zauberwort und der neue Grafikstil verlieh Protagonist Link ein frisches, jedoch sehr kindliches Aussehen. Mittlerweile wissen alle Nintendo-Fans, dass The Wind Waker ein tolles Adventure geworden ist und für Wii U sogar eine Neuauflage spendiert bekam. Der direkte Nachfolger erschien übrigens im Jahr 2007 für den Nintendo DS. Seit der vergangenen Nintendo Direct-Ausgabe gibt es den Titel Phantom Hourglass nun in der Virtual Console. Wir haben uns den Handheld-Titel einmal näher angesehen und berichten euch von unserer Schiffstour durch die Cel-Shading-Welt.

Link und Tetra gemeinsam auf hoher See

Die Handlung knüpft direkt an The Wind Waker an. Link ist ein gefeierter Held und mittlerweile hat auch der Letzte begriffen, dass es sich bei Tetra in Wahrheit um Prinzessin Zelda handelt. Beide befinden sich gemeinsam auf Reisen, ehe sie in einem Nebel auf ein Geisterschiff treffen. Etwas voreilig will Tetra auf eigene Faust das mysteriöse Schiff erkunden, da sie große Schätze darauf vermutet. Jedoch verschwindet das Schiff urplötzlich zusammen mit Tetra und Links Hilfeversuch endet im Meer. Wieder bei Bewusstsein findet sich der grüne Held auf einer Insel wieder. Dank der Fee Ciela und deren Großvater erfährt Link vom Tempel des Meereskönigs, von drei Meeresgeistern und später von einer Phantom-Sanduhr. Links Aufgabe ist es fortan, das Geisterschiff zu finden und Tetra wiedereinmal aus den Fängen des Bösen zu retten.

Das Rad wurde bei dieser Wii U-Umsetzung keineswegs neu erfunden und so erhaltet ihr eine 1:1 Kopie des Nintendo DS-Klassikers. Das betrifft auch die Spielmechanik, die beinahe ausschließlich mit dem Stylus auf dem Touchscreen des GamePads funktioniert. Die Fee Ciela dient euch dabei als Cursor und ihr bestimmt die Bewegungsabläufe des Helden via Touch-Eingabe. Durch Antippen des Bildschirms bewegt sich Link in die gewünschte Richtung. Tippt man auf einen Gegner, wird dieser angegriffen. Dabei kommen durch Streichen in eine gewünschte Richtung, sowie eine „Kreiselbewegung“ des Stylus, die zu einer Wirbelattacke führt, noch weitere Schwerttechniken zum Einsatz. Aber auch andere Waffen und Gegenstände profitieren von der Stift-Steuerung. So könnt ihr beispielsweise mit dem Bumerang eine gewünschte Flugkurve zeichnen oder die Krabbelminen durch das Zeichnen einer Bahn zum Ziel führen.

Die Steuerung kommt auch auf dem Meer zum Einsatz. Auf der Seekarte, die ständig erweitert wird, zeichnet ihr euch den Weg zum nächsten Ziel ein. Zusätzlich könnt ihr eine Bordkanone bedienen, die ihr während des Spielverlaufs erwerben werdet. Wie schon bei The Wind Waker wird es auch einen Greifarm auf dem Schiff geben, mit dem ihr Schätze aus den Tiefen des Ozeans bergen könnt. Weitere Nebentätigkeiten, wie das Angeln von Fischen, lockern das Spielgeschehen zusätzlich auf.

Im Tempel des Meereskönigs

Zentraler Dreh- und Angelpunkt des Abenteuers ist der Tempel des Meereskönigs. Hier gilt es die verschiedenen Seekarten zu finden, die ihr für das Weiterkommen im Abenteuer benötigt. Diese sind jedoch nicht so einfach zu finden und fordern das namensgebende Item des Spiels, die Phantom-Sanduhr. Der Tempel ist verflucht und saugt Lebenskraft von jedem, der diesen Betritt. Dank der Sanduhr hat Link 10 Minuten (später 25 Minuten) Zeit, um ein bestimmtes Ziel innerhalb des Tempels zu erreichen. Aber nicht nur die Zeit ist ein Gegner, sondern auch die Phantome innerhalb des Tempels machen dem grünen Held das Leben schwer. Ein Treffer von ihnen und man verliert nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch wertvolle Energie.

Jedoch kann die ständige Wiederkehr zum Tempel des Meereskönigs auf Dauer ganz schön auf die Nerven gehen. Man findet zwar stets neue Räume, Aufgaben und Gegner, schreitet aber im Tempel durch immer die gleichen Abschnitte. Somit sieht man gewisse Räume immer wieder und lediglich einige Warp-Punkte grenzen den Tempel-Rundgang etwas ein. Was auch etwas sauer aufstößt, ist die für einen Zelda-Titel verhältnismäßig kurze Spielzeit. Diese wird durch das Sammeln von Schiffsgegenständen und Schätzen zwar ordentlich in die Länge gezogen, letztere sind aber für das eigentliche Abenteuer nicht von Bedeutung.

Technisch ist das Abenteuer direkt von der Nintendo DS-Version übernommen. Und das ist Fluch und Segen zugleich. Zwar gibt es verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, mit denen ihr verschiedene Optionen der Darstellung wählen könnt, jedoch sind diese gerade auf dem Fernseher sehr verpixelt. Da hilft die Kantenglättung, die optional ausgewählt werden kann, nur bedingt. Wahlweise können auch beide DS-Bildschirme auf dem GamePad dargestellt werden, was für uns die beste Wahl darstellte. Aber das GamePad birgt einen großen Nachteil. War der Nintendo DS seinerzeit ein wahres „Leichtgewicht“, so ist das Wii U-Eingabegerät ein recht schwerer „Klotz“, was man gerade bei einer längeren Spielsitzung merkt. Da man in einer Hand das Gerät hält und in der anderen Hand den Stylus über den Bildschirm führt, ist eine bequeme Haltung nur schwer möglich. Vielleicht wäre eine optionale Steuerung mit herkömmlichen Knöpfen doch die bessere Wahl gewesen. Außerdem verliert der Fernseher komplett an Bedeutung, da der Fokus ständig auf dem GamePad liegt. Die musikalische Untermalung allerdings ist für die The Legend of Zelda-Serie typisch und damit wieder einmal ein Meisterwerk. Die Musikstücke sind stets perfekt gewählt und passen zur jeweiligen Situation im Spiel.

FAZIT:

The Legend of Zelda: The Phantom Hourglass passt im Prinzip gut auf Nintendos Wii U. Dank des GamePads funktioniert die Steuerung an sich genauso gut, wie seinerzeit auf dem Nintendo DS. Das Abenteuer selbst ist ein zeitloser Klassiker, spannend erzählt und musikalisch perfekt untermalt. Die Optik ist auf großen Bildschirmen leider etwas zu grob, was auch die Kantenglättung nur geringfügig ändert. Was dem Abenteuer leider etwas zu schaffen macht, ist das GamePad selbst. Es ist für diese Steuerungsart einfach zu schwer und unhandlich und erlaubt keine längeren Spielsitzungen – zumindest nicht bequem auf der Couch. The Legend of Zelda: The Phantom Hourglass auf Wii U ist daher nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Fans der Serie stören sich an den Kleinigkeiten fast nicht und freuen sich auf ein tolles Cel-Shading-Abenteuer.

Wertung:

8.0

Michael Prammer meint:

"Zelda, wie wir es lieben: tolle Story, tolle Rätsel, tolles Gameplay. Leider ist die Optik grob und das GamePad etwas unhandlich für die Steuerung."
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8 Kommentare:


Big-N-Fanboy990
vor 5 Jahren | 0
eigentlich ein geiles zelda spiel trotz schwechen ...
ich empfehle, wer einen ds oder 3ds zuhause hat sollte sich das original kaufen .
bei media gibts die beiden zelda paare für nen 20er das stück und gebraucht auch unter 10€

luxxas
vor 5 Jahren | 0
Weckt bei mir geile Urlaubserinnerungen. War auch eines der ersten Zeldas wo ich echt probiert habe komplett alles zu sammeln ohne Hilfen. Hat echt Spaß gemacht die Inseln abzugrasen :-)
Schönes Spiel.

Falco
vor 5 Jahren | 0
Habe das Spiel gar nicht so kurz in Erinnerung, aber gut. Ich sammelte auch die Feen und Goldteile...
Ich habe irgendwann mal in letzter Zeit auch wieder Spirit Tracks angeworfen. Es liegt nicht nur an der Größe des Gamepads, das Spiel ist generell einfach mies gealtert finde ich. Das Gamepad stelle ich mir auch nicht wirklich schön zum Spielen vor._.
Damals war das Spiel echt in Ordnung, heute würde ich es nicht nochmal spielen.
Trotzdem wie immer gute Arbeit ;)

Windwaker
vor 5 Jahren | 0
Hab's früher auf dem Ds geliebt und heute zocke ich es zwischendurch mal gerne auf dem New Xl ....ein zeitloser Klassiker...Hab's aufm Gamepad noch nicht ausprobiert...würde aber auch sagen das man durchaus einfach mehr Spass damit aufm Handheld hat.

Tobsen
vor 5 Jahren | 0
Ich fand's auch echt besser als sein Ruf und habe es mit Freuden durchgespielt. Doch da ich Spirit Tracks deutlich stärker finde und dem eine 8/10 geben würde, ist Phantom Hourglass für mich eine 7/10.

Nintendofan
vor 5 Jahren | 0
Das ständige Zurückkehren ins gleiche Dungeon nervte leider, sonst fand ich es aber auch ganz in Ordnung. Besonders dass sie es geschafft haben, den Stil auf den DS zu kriegen.

Denios
vor 5 Jahren | 0
Ja, das Zurückgehen in den einen Dungeon fand ich auch äußerst nervig :D Ansonsten gefällts mir eigentlich ganz gut, eines der stärkeren und vor allem innovativeren Handheld-Zeldas. Spirit Tracks hingegen hat mich enttäuscht (hab es auch immer noch nicht durch^^)

Belphegor
vor 5 Jahren | 0
Ich habe es ja erst in 2014 zum allerersten Mal überhaupt gespielt und nachdem man sich etwas reingefuchst hatte, fand ich PH einen würdigen Nachfolger zu TWW. Auf dem großen Fernseher brauche ich es jetzt nicht unbedingt noch mal aber wer es noch nicht hat sollte für den kleinen Preis sicherlich zuschlagen.