Test: 1080° Snowboarding

Von Michael Prammer am 04. Februar 2016

Es gab tatsächlich mal eine Zeit, da waren die sogenannten Funsport-Spiele wirklich sehr gefragt. Vor allem das Skateboardspiel Tony Hawk´s Pro Skater und dessen Nachfolger sorgten für sehr gute Verkaufszahlen, da Fans des Genres mit hochklassigen Spielen versorgt wurden. Nahezu alle Trendsportarten wie BMX, Inline-Skating, Jet-Ski und Snowboarding bekamen kurz darauf ebenfalls ihre eigenen Videospiele. Doch das Genre scheint heute ein wenig eingeschlafen zu sein. Die jüngste Wiederbelebung der Tony Hawk´s Pro Skater-Reihe ging zudem gehörig in die Hose. Gut, dass es für Fans dieser Spiele die Virtual Console für Wii U gibt. 1080° Snowboarding erschien seinerzeit für das Nintendo 64 und brachte einen tollen Exklusivtitel für das 64-Bit-System. Wir haben uns auf die Bretter begeben und verraten euch, was wir heute von dem Spiel halten.

Der Berg ruft

1080° Snowboarding ist, wie der Name bereits vermuten lässt, eine Snowboard-Simulation. Dabei geht es nicht einfach nur darum, möglichst schnell einen Berg herunterzurutschen, sondern der Spieler bekommt mehrere Spielmodi geboten. Zur Wahl stehen erst einmal acht Snowboarder mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Diese unterscheiden sich in Werte, wie Geschwindigkeit, Balance oder Sprungkraft. Zudem gibt es unterschiedliche Boards zur Auswahl, welche ebenfalls unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Hat man seine persönliche Kombination gefunden kann es auch schon in einem der Spielmodi losgehen. Im Training könnt ihr locker den Berg herunterbrausen und euch gemütlich mit der Steuerung und den Tricks vertraut machen. Diese geben unterschiedliche Punkte, die in einem anderen Modus von Bedeutung sind.

Sein Können in diesem Spiel könnt ihr dann im Match-Race unter Beweis stellen. Im eins-gegen-eins fährt ihr gegen einen Computer-Gegner in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsklassen, die gleichzeitig drei Pokalwettbewerbe darstellen, um den Sieg. Schade nur, dass es sich auf diese eins-gegen-eins-Duelle beschränkt. Duelle mit drei oder noch mehr Gegnern hätte noch mehr Action auf die Piste gebracht. Aber auch so können die Duelle sehr spannend sein. Die unterschiedlichen Pisten sind voller Hindernisse und Abkürzungen. Wer zu oft stürzt oder hängenbleibt verliert nicht nur wertvolle Zeit gegenüber dem Kontrahenten, sondern läuft auch Gefahr den Energiebalken zu leeren, was zum Rennabbruch führt. Der Spieler hat dabei drei Leben. Wer diese verliert, beginnt den Wettbewerb von vorne. Insgesamt gibt es sechs Strecken freizuschalten, was insgesamt nicht besonders viel ist.

Schneeweiß in Begleitung

Mit einem Freund könnt ihr im Zweispieler-Modus um den Sieg fahren. Im Time-Attack könnt ihr nicht nur eure eigenen Zeiten schlagen, sondern auch die Strecken etwas besser kennenlernen, um dann im Match-Race der CPU die Stirn zu bieten. Dazu gesellt sich der Trick-Attack-Modus, der nochmal eine ganz andere Herausforderung darstellt. Anstatt nur möglichst schnell den Berg herunterzufahren, kommt es hier auf möglichst viele Punkte an, die durch Tricks erreicht werden. Je schwieriger der Trick, desto mehr Punkte gibt es. Dabei ist viel Feingefühl gefragt, da die Tricks sauber gelandet werden müssen, will man nicht auf der Nase landen. Als würde das nicht ausreichen müsst ihr Checkpoints erreichen, ehe die Zeit abläuft. Der letzte Modus heißt Contest. Halfpipe, Slalom und Sprungschanze sind die drei Disziplinen, in denen ihr hier auf Punktejagd geht.

Das Highlight des Spiels ist dabei zweifelsfrei die grandiose Steuerung samt tollen Fahrgefühl. Im Vergleich zu anderen Genre-Vertretern ist 1080° Snowboarding sehr realistisch und verzeiht fast keine Fehler. Die Lernkurve in den Kursen ist sehr steil und schon bald und mit etwas Übung weist man seine Gegner gekonnt in die Schranken. Dabei steuert sich der Fahrer butterweich und auch die Tricks gehen toll von der Hand. Natürlich bedarf es auch hier an Übung, um die Tricks erfolgreich beenden zu können. Aber auch das wirkt keinesfalls ungenau und setzt lediglich genug Übung des Spielers vorraus. Für N64-Verhältnisse kommt zu der tollen Steuerung eine saubere Grafik. Die enorme Weitsicht des Spiels ist für damalige Zeiten schon sehr beeindruckend. Etwas Punktabzug in Sachen Grafik gibt es jedoch für den Zweispielermodus, der qualitativ dann doch ein paar Framerate-Einbußen hinnehmen muss. Der gelungene Soundtrack und die fetzige Sprachausgabe jedoch runden die schöne Präsentation positiv ab.

FAZIT:

Funsport-Fans können aufatmen - zumindest wenn sie eine Wii U besitzen. Es gibt doch noch klasse Spiele in diesem Segment, auch wenn dieser Titel hier schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Wer 1080° Snowboarding auf dem Nintendo 64 schon hatte wird mir zustimmen, wenn ich sage, dass wir hier einen der besten Vertreter des Genres haben. Tolle Präsentation und ein super Fahrgefühl sorgen für jede Menge Unterhaltung. Die unterschiedlichen Spielmodi kompensieren die mickrige Anzahl von gerade einmal sechs Pisten. Außerdem hätten es ruhig ein paar Gegner mehr sein dürfen. Jedoch sorgen dafür die verschiedenen Modi für viel Spaß und halten die Langzeitmotivation lange aufrecht. Fans von Funsport-Spielen die keinen N64 mehr daheim haben werden also kaum um diesen Titel herumkommen.

Wertung:

8.5

Michael Prammer meint:

"Funsport vom Feinsten – leider alternativlos auf Wii U und daher Kaufempfehlung für Fans."
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2 Kommentare:


Masters1984
vor 5 Jahren | 0
Die einzig gute Alternative zu Tony Hawk, sehr cooles Spiel.

Solidus Snake
vor 5 Jahren | 0
Einer meiner wenigen N64 Titel die in meinem Besitz sind. Ein wirklich sehr gelungenes Spiel. Gutes Geschwindigkeitsgefühl und es sah grafisch richtig gut aus. Nur etwas schwer fand ich es.